Jump to content
Main menu
Main menu
move to sidebar
hide
Navigation
Main page
Recent changes
Random page
Help about MediaWiki
Special pages
BolscheWiki
Search
Search
Appearance
Create account
Log in
Personal tools
Create account
Log in
Pages for logged out editors
learn more
Contributions
Talk
Editing
Grundannahmen Staat
(section)
Page
Discussion
English
Read
Edit
View history
Tools
Tools
move to sidebar
hide
Actions
Read
Edit
View history
General
What links here
Related changes
Page information
Appearance
move to sidebar
hide
Warning:
You are not logged in. Your IP address will be publicly visible if you make any edits. If you
log in
or
create an account
, your edits will be attributed to your username, along with other benefits.
Anti-spam check. Do
not
fill this in!
== Wechselwirkung zwischen Basis und Überbau: „relative Selbständigkeit“ == ''' Schlagworte ''' Historischer Materialismus, Basis und Überbau, Wechselwirkung, Dialektik, relative Selbständigkeit, Zufall, Notwendigkeit, Ideologie ''' Annahme 1 ''' * Wechselwirkung zwischen Basis und Überbau – ökonomische Notwendigkeit wirkt in „letzte Instanz“ * Der Staat wirkt durch (Wirtschafts-)Politik auf die Basis zurück * In der scheinbaren Zufälligkeit setzt sich in der Geschichte die (ökonomische) Notwendigkeit durch * Ideologie ist, auch wenn abstrakt und weit von konkret-ökonomischen Fragen entfernt, Ausdruck der ökonomischen Verhältnisse Noch zu Lebzeiten von Marx und Engels wurden der historische Materialismus und die Lehre von Basis und Überbau als „deterministisch“ oder „mechanistisch“ kritisiert. In seinen letzten Lebensjahren nahm Engels wiederholt Stellung zu dieser Kritik und betonte das dialektische Verhältnis zwischen Basis und Überbau. In einem Brief an W. Borgius von 1894 stellte er die falsche Vorstellung richtig, es handle sich beim Verhältnis zwischen Basis und Überbau um ein einseitig-deterministisches: {{Zitat|Die politische, rechtliche, philosophische, religiöse, literarische, künstlerische etc. Entwicklung beruht auf der ökonomischen. Aber sie alle reagieren auch aufeinander und auf die ökonomische Basis. Es ist nicht, daß die ökonomische Lage Ursache, allein aktiv ist und alles andere nur passive Wirkung. Sondern es ist Wechselwirkung auf Grundlage der in letzter Instanz stets sich durchsetzenden ökonomischen Notwendigkeit. Der Staat z.B. wirkt ein durch Schutzzölle, Freihandel, gute oder schlechte Fiskalität [...] Es ist also nicht, wie man sich hier und da bequemerweise vorstellen will, eine automatische Wirkung der ökonomischen Lage, sondern die Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber in einem gegebenen, sie bedingenden Milieu, auf Grundlage vorgefundener tatsächlicher Verhältnisse, unter denen die ökonomischen, sosehr sie auch von den übrigen politischen und ideologischen beeinflußt werden mögen, doch in letzter Instanz die entscheidenden sind [...] <br /> <br />Ihre Bestrebungen durchkreuzen sich, und in allen solchen Gesellschaften herrscht ebendeswegen die Notwendigkeit, deren Ergänzung und Erscheinungsform die Zufälligkeit ist. Die Notwendigkeit, die hier durch alle Zufälligkeit sich durchsetzt, ist wieder schließlich die ökonomische. [...]<br /> <br />Je weiter das Gebiet, das wir grade untersuchen, sich vom Ökonomischen entfernt und sich dem reinen abstrakt Ideologischen nähert, desto mehr werden wir finden, daß es in seiner Entwicklung Zufälligkeiten aufweist, desto mehr im Zickzack verläuft seine Kurve. Zeichnen Sie aber die Durchschnittsachse der Kurve, so werden Sie finden, daß, je länger die betrachtete Periode und je größer das so behandelte Gebiet ist, daß diese Achse der Achse der ökonomischen Entwicklung umso mehr annähernd parallel läuft. | Engels, Friedrich: Brief an W. Borgius in Breslau (25. Januar 1894), in: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Marx-Engels-Werke (MEW) Bd. 39, Berlin/DDR 1968, S. 206-207.}} ''' Annahme 2 ''' * Der Staat wirkt durch seine „relative Selbständigkeit“ zurück auf die ökonomische Basis * Die Staatsmacht kann 1. in Richtung und 2. gegen die Richtung der ökonomischen Entwicklung wirken. Letzteres aber nur bei Strafe ihres Untergangs * Die Staatsmacht (bzw. der Überbau) ist auch eine ökonomische Potenz (Basis) In einem Brief an Conrad Schmidt beschrieb Engels 1890 die konkrete Wechselwirkung zwischen Basis und Überbau und sprach von einer „relativen Selbständigkeit“ des letzteren: {{Zitat|Die neue selbständige Macht [der Staat] hat zwar im ganzen und großen der Bewegung der Produktion zu folgen, reagiert aber auch, kraft der ihr innewohnenden, d. h. ihr einmal übertragnen und allmählich weiterentwickelten relativen Selbständigkeit, wiederum auf die Bedingungen und den Gang der Produktion. Es ist Wechselwirkung zweier ungleicher Kräfte, der ökonomischen Bewegung auf der einen, der nach möglichster Selbständigkeit strebenden und, weil einmal eingesetzten, auch mit einer Eigenbewegung begabten neuen politischen Macht; die ökonomische Bewegung setzt sich im ganzen und großen durch, aber sie muß auch Rückwirkung erleiden von der durch sie selbst eingesetzten und mit relativer Selbständigkeit begabten politischen Bewegung, der Bewegung einerseits der Staatsmacht, andrerseits der mit ihr gleichzeitig erzeugten Opposition. […] <br /> <br />Die Rückwirkung der Staatsmacht auf die ökonomische Entwicklung kann dreierlei Art sein: Sie kann in derselben Richtung vorgehn, dann geht's rascher, sie kann dagegen angehn, dann geht sie heutzutage auf die Dauer in jedem großen Volk kaputt, oder sie kann der ökonomischen Entwicklung bestimmte Richtungen abschneiden und andre vorschreiben – dieser Fall reduziert sich schließlich auf einen der beiden vorhergehenden. Es ist aber klar, daß in den Fällen II und III die politische Macht der ökonomischen Entwicklung großen Schaden tun und Kraft- und Stoffvergeudung in Massen erzeugen kann. […] <br /> <br /> Wenn also Barth meint, wir leugneten alle und jede Rückwirkung der politischen usw. Reflexe der ökonomischen Bewegung auf diese Bewegung selbst, so kämpft er einfach gegen Windmühlen. Er soll sich doch nur den „18.Brumaire" von Marx ansehn, wo es sich doch fast nur um die besondre Rolle handelt, die die politischen Kämpfe und Ereignisse spielen, natürlich innerhalb ihrer allgemeinen Abhängigkeit von ökonomischen Bedingungen. Oder das „Kapital", den Abschnitt z.B. über den Arbeitstag, wo die Gesetzgebung, die doch ein politischer Akt ist, so einschneidend wirkt. Oder den Abschnitt über die Geschichte der Bourgeoisie (24. Kapitel).4 Oder warum kämpfen wir denn um die politische Diktatur des Proletariats, wenn die politische Macht ökonomisch ohnmächtig ist? Die Gewalt (d.h. die Staatsmacht) ist auch eine ökonomische Potenz!| Engels, Friedrich: Engels an Conrad Schmidt in Berlin (27. Oktober 1890), in: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (Hrsg.): Marx-Engels-Werke (MEW) Bd. 37, Berlin/DDR 1967, S. 490-493.}}
Summary:
Please note that all contributions to BolscheWiki may be edited, altered, or removed by other contributors. If you do not want your writing to be edited mercilessly, then do not submit it here.
You are also promising us that you wrote this yourself, or copied it from a public domain or similar free resource (see
My wiki:Copyrights
for details).
Do not submit copyrighted work without permission!
Cancel
Editing help
(opens in new window)
Search
Search
Editing
Grundannahmen Staat
(section)
Add topic