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==Theorien zur Regulierung des Kapitalismus== Zahlreiche Theorien und Vorstellungen gehen von einer Möglichkeit der Regulierung des kapitalistischen Systems aus und damit von der AbschwĂ€chung oder sogar Vermeidung von Krisen und der Option, Massenarbeitslosigkeit und andere Folgen der krisenhaften Entwicklung des Kapitalismus zu verhindern ohne den Kapitalismus an sich abzuschaffen. Die Theorien der âRegulierungâ spiegeln selbst die Entwicklung des Kapitalismus zum Imperialismus und zur gesteigerten Bedeutung des Staates wider, da sie auf Eingriffe des Staats und auf âplanerische Elementeâ des Kapitalismus verweisen. AuĂerdem sind sie eine Reaktion auf die Existenz des Sozialismus und der dort tatsĂ€chlich planmĂ€Ăigen Produktion. ===Finanzkrise, Finanzmarktkapitalismus, Globalisierung=== In Bezug auf die Weltwirtschaftskrise im Jahr 2008, aber auch frĂŒhere Krisen, wie z.B. die von 2000, ist die Annahme weit verbreitet, es habe sich um Finanzkrisen gehandelt, die durch Spekulation und unkontrollierte BankgeschĂ€fte ausgelöst wurde. Besonders gravierend sei diese Entwicklung durch die zunehmende Entkoppelung des Finanzsektors von der âRealökonomieâ, der produktiven Bereiche der Wirtschaft. Die AnsprĂŒche der TiteleigentĂŒmer könnten in der Krise nicht mehr bedient werden, was zu Pleiten von Banken fĂŒhrt und letztlich, z.B. ĂŒber eine Kreditklemme die Produktion mit nach unten ziehe. Angenommen wird eine Dominanz des Finanzsektors ĂŒber die Realökonomie. Es finde eine Ăberakkumulation von Kapital im Finanzsektor statt, die durch eine neoliberale Wirtschaftspolitik gefördert wĂŒrde. Diese Entwicklung sei auch durch die âGlobalisierungâ beschleunigt worden, in der die transnationalen Unternehmen ĂŒberall ihre neoliberale Agenda durchgesetzt hĂ€tten, was zur âDeregulierungâ und Liberalisierung der MĂ€rkte sowie dem Eindringen der Finanzlogik in alle Bereiche der Gesellschaft (bspw. Privatisierung der Altersvorsorge) gefĂŒhrt habe, die die Ausdehnung des Finanzsektors ermöglicht haben. Manche Autoren betonen hier, dass es sich um bewusste Entscheidungen der Politik zur Liberalisierung der FinanzmĂ€rkte handelte (bspw. in der BRD Abschaffung der Steuer aus VerĂ€uĂerungsgewinnen von Aktiengesellschaften), wĂ€hrend bei anderen eher eine quasi-naturgesetzliche Dynamik der âGlobalisierungâ und âFinanzialisierungâ angenommen wird. Es gibt in diesem Zusammenhang auch oft die ergĂ€nzende These, dass durch den Abzug von Kapital aus der Mehrwertproduktion in den Finanzsektor die Kapitalakkumulation verlangsamt wird, was wiederum zur Krise beitrage. Aus beiden Thesen wird in der Regel geschlussfolgert, die Beschneidung und bessere Regulierung des Finanzsektors und der Banken sei notwendig, um die Krise zu verhindern bzw. abzuschwĂ€chen. Oft wird auch eine [[Verstaatlichung als Schritt zum Sozialismus|Verstaatlichung]] der groĂen Finanzkonzerne gefordert, damit der Finanzsektor âwiederâ der Gesellschaft dienen könne. Aus dieser Perspektive stellt die Expansion des Finanzsektors und der Spekulation die Folge einer âunvernĂŒnftigenâ Wirtschaftspolitik dar, worin implizit die Vorstellung enthalten ist, es gĂ€be auch rationalere Varianten des Kapitalismus und die âGlobalisierungâ könnte auch auf alternativen Wegen wie âfairem Handelâ, gemeinwohlorientierten Unternehmen (z.B. Genossenschaften) usw. gestaltet werden. Dabei wird implizit angenommen, dass das schrankenlose Profitstreben lediglich Ausdruck einer bestimmten Variante des Kapitalismus bzw. der âMarktwirtschaftâ sei und keine grundlegende GesetzmĂ€Ăigkeit. Der Nationalstaat als Regulierungsinstanz wird unterschiedlich bewertet und stellt einen Streitpunkt dar: Manche Autoren streben eine âReregulierungâ der FinanzmĂ€rkte auf globaler oder z.B. EU-Ebene an, da sie eine RĂŒckkehr zu einem stĂ€rker nationalstaatlich geprĂ€gten Kapitalismus fĂŒr unmöglich halten. Andere Autoren sehen in der Verteidigung und RĂŒckgewinnung der ânationalen SouverĂ€nitĂ€tâ gegenĂŒber der âGlobalisierungâ bzw. den âentfesselten FinanzmĂ€rktenâ einen Weg zur EindĂ€mmung der Krisentendenzen des Kapitalismus. Vertreter dieser Ansichten sind z.B. die Zeitschrift Sozialismus, ISW, Attac, Partei die Linke und der GroĂteil der âkritischen Politischen Ăkonomieâ an den deutschen UniversitĂ€ten. ===Keynesianismus === Der Keynesianismus wurde in den 30er Jahren entwickelt und hat seitdem je nach Entwicklung des Kapitalismus verschiedene Formen angenommen. Er ist auch eine Reaktion auf die praktische VerĂ€nderung der Wirtschaftspolitik, vor allem in den USA mit dem âNew Dealâ.⯠Keynes stellte zentrale Annahmen der bis dahin vorherrschenden neoklassischen Theorie (Walras, Menger, Böhm-Bawerk, Marshall usw.) infrage. Vor allem lehnte er die These ab, wonach der Markt aus sich heraus zum Gleichgewicht tendiert (Saysches Gesetz). Bei negativen Zukunftserwartungen sei das nicht der Fall, weil dann Investitionsentscheidungen unterbleiben wĂŒrden. Umgekehrt könnte allerding der Staat durch eine antizyklische Geld- und Konjunkturpolitik, also durch verbilligte Kredite und Investitionsförderung, der Krise entgegenwirken. Durch einen sogenannten Multiplikatoreffekt wĂŒrden Investitionen dann zusĂ€tzliche BeschĂ€ftigung und dadurch zusĂ€tzliche Nachfrage schaffen. In der Situation einer Krise sollen durch Schuldenaufnahme StaatsauftrĂ€ge und Konsumprogramme finanziert werden, um so die NachfragelĂŒcke zu schlieĂen. In der Phase der Hochkonjunktur sollten dann Schulden abgebaut werden. International sollten Ungleichgewichte durch die Reduzierung von HandelsĂŒberschĂŒssen abgebaut werden. Unter dieser Vorstellung wurde eine komplexe Wirtschaftspolitik entwickelt, die das Ziel hatte, ein Gleichgewicht zwischen verschiedenen Faktoren der Volkswirtschaft herzustellen (Inflation, BeschĂ€ftigung, auĂenwirtschaftliches Gleichgewicht). In der BRD fand diese Wirtschaftspolitik mit der âkonzertierten Aktionâ 1966/67 und dem StabilitĂ€ts- und Wachstumsgesetz unter Wirtschaftsminister Karl Schiller ihren Ausdruck, hielt allerdings anders als in anderen LĂ€ndern nicht an. HĂ€ufig werden die keynesianischen und neoliberalen AnsĂ€tze als Gegensatz aufgefasst. Es gibt auch zahlreiche Unterschiede zwischen ihnen, aber sie schlieĂen sich nicht aus. Die Anwendung von Mitteln beider Schulen hat die Steigerung der Profite zum Ziel und richtet sich nur nach dem, was fĂŒr das Monopolkapital notwendig ist. ===Neoliberale Wirtschaftspolitik/Monetarismus === Die scheinbar dem Keynesianismus entgegen gesetzte âneoliberaleâ Wirtschaftsschule sieht die Ursachen der Wirtschaftskrise ebenfalls in der verfehlten Geld- und Kreditpolitik der Regierung, aber vor allem auch in der âRigiditĂ€tâ von MĂ€rkten wie vor allem dem Arbeitsmarkt durch zu starke Gewerkschaften, ĂŒbermĂ€Ăigen Staatsausgaben fĂŒr das Sozialsystem usw. Im zugrundeliegenden WirtschaftsverstĂ€ndnis der Neoklassik sind Krisen nicht vorgesehen, jedenfalls nicht als notwendiger Bestandteil kapitalistischer Entwicklung, sondern immer nur durch Marktverzerrungen infolge staatlicher Eingriffe oder âMonopolmachtâ, die aber ihrerseits nicht als Folge der Entwicklung des Kapitalismus gesehen wird, sondern als mehr oder weniger zufĂ€llige Abweichung, zu der beispielsweise auch die Verknappung von Arbeitskraft durch gewerkschaftliche Organisationsmacht gezĂ€hlt wird. Nach der neoklassischen Theorie ist der Markt fĂŒr sich genommen ein perfekter Allokationsmechanismus und tendiert von sich aus zum Gleichgewicht, also zur perfekten Ăbereinstimmung von Angebot und Nachfrage, womit Ăberproduktionskrisen theoretisch ausgeschlossen sind. Nach der neoliberalen Interpretation sind Krisen daher durch Einsparungen von Staatsausgaben, die Liberalisierung von MĂ€rkten und andere auf âWettbewerbsfĂ€higkeitâ ausgerichtete Reformen, v.a. zur Lohnsenkung, sowie eine auf PreisstabilitĂ€t ausgerichtete Geldpolitik zu bekĂ€mpfen. Der Monetarismus als eine Variante der neoliberalen Theorie, die auf Milton Friedman zurĂŒckgeht, will sich auf die Steuerung der Geldmenge durch eine auf den Vorrang der PreisstabilitĂ€t festgelegte Zentralbank beschrĂ€nken. Dem zugrunde liegt eine geldtheoretische Vorstellung, wonach das Preisniveau durch die Geldmenge, und die Geldmenge durch die Zinsentscheidungen der Zentralbank steuerbar ist. Dies ist eine Variante der QuantitĂ€tstheorie des Geldes, mit der bereits Marx sich ausfĂŒhrlich auseinandersetzte und die er ablehnte. Wenn also Keynesianismus (nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik) und Neoliberalismus (angebotsorientierte Wirtschaftspolitik) jeweils in eine andere Richtung weisen, gehen sie beide davon aus, durch Wirtschafts- und Geldpolitik die Ăkonomie steuern und Krisen vermeiden bzw. entscheidend abmildern zu können. ===BĂŒrgerliche Konjunkturtheorien und Theorien der âlangen Wellenâ=== In orthodoxen neoklassischen AnsĂ€tzen gibt es keine ErklĂ€rung des Konjunkturzyklus. Allerdings haben auch verschiedene bĂŒrgerliche Wirtschaftstheoretiker versucht, diese unbestreitbar vorhandenen Zyklen zu analysieren und theoretisch zu verallgemeinern. Mit der Entwicklung der ProduktivkrĂ€fte und damit unter anderem neuer Technologien kamen Ansichten auf, die die Entwicklung allein an sprunghaften Entwicklungen der ProduktivkrĂ€fte festmachten und sie von den ProduktionsverhĂ€ltnissen trennten. Neue Technologien bringen dieser Ansicht nach SchĂŒbe der Entwicklung und bestimmen sie grundsĂ€tzlich. Diese Vorstellung hat verschiedenste AusprĂ€gungen, die hierbei grob zusammen gefasst werden als AnsĂ€tze zur Infragestellung oder Relativierung der von Marx entdeckten GesetzmĂ€Ăigkeiten des Kapitalismus - die Notwendigkeit der Krise, der tendenzielle Fall der Profitrate und weitere. So versteht beispielsweise J.A. Schumpeter den Kapitalismus als eine Geschichte ökonomischer Revolutionen, wobei sich die Wirtschaft in StöĂen unternehmerischer Innovation als stĂ€ndiger âSturm der schöpferischen Zerstörungâ modernisiert. Danach komme es zu einer Phase der Absorption der neuen Technologien. Auch wenn Schumpeter hier von einem Zyklus ausgeht, steht die Krise keinesfalls im Mittelpunkt der Theorie. Andere bĂŒrgerliche Ăkonomen haben jeweils unterschiedliche zyklische Schwankungen untersucht. Am bekanntesten sind die âlangen Wellenâ (Kondratjew-Zyklen) die auf technologische Basisinnovationen zurĂŒckgefĂŒhrt werden, daneben werden sogenannte âJuglar-Zyklenâ und besonders kurzfristige âKitchin-Zyklenâ behauptet. Es gibt auch Arbeiten mit marxistischem Hintergrund, die sich mit den âlangen Wellenâ befassen (z.B. Ernest Mandel). BĂŒrgerliche Konjunkturtheorien unterscheiden sich von der marxistischen Krisenanalyse grundlegend dadurch, dass sie den Konjunkturzyklus auf das Wirken einzelner Faktoren (ProduktivitĂ€tsentwicklung, VerĂ€nderungen der Nachfrage, PreisverĂ€nderungen usw.) zurĂŒckfĂŒhren, nicht jedoch auf fundamentale GesetzmĂ€Ăigkeiten der Kapitalakkumulation. Deshalb gehen sie auch nicht von einer tendenziellen VerschĂ€rfung der Krisen aus. Im weiteren Verlauf der Arbeit der AG sollten diese verschiedenen AnsĂ€tze der Theorie der langen Wellen, der âKonjunkturforschungâ, etc. herausgestellt werden. Sie sind in Bezug auf manche aktuelle Diskussionen von Relevanz, wie zum Beispiel die Debatte um Industrie 4.0. ===Regulationstheorie=== Die Regulationstheorie oder Regulationsschule hat ihre Wurzeln im französischen Neomarxismus und wurde u.a. von der Denkschule des Strukturalismus von Louis Althusser, aber auch von den Ăberlegungen Antonio Gramscis zum âFordismusâ inspiriert. Grundgedanke war die Feststellung, dass der Kapitalismus trotz seiner Krisentendenz ĂŒber lange ZeitrĂ€ume dennoch relativ stabil sei. Dies wurde dadurch erklĂ€rt, dass der Kapitalismus in seiner Entwicklung unterschiedliche âAkkumulationsregimeâ hervorbringe (z.B. Fordismus, seit den 70ern/80ern dann âPostfordismusâ, âfinanzgetriebenes Akkumulationsregimeâ usw.). Diese wĂŒrden von einem dazu passenden Setting aus Institutionen, Konsumnormen usw., der sogenannten âRegulationsweiseâ, reguliert. GroĂe Krisen markieren nach dieser Theorie jeweils den Umbruch von einem Akkumulationsregime zu einem anderen. Die Regulationstheorie stellt dabei keine einheitliche Krisentheorie dar, sondern in diesem Rahmen werden verschiedene Krisentheorien formuliert, z.B. fĂŒr das âfinanzdominierte Akkumulationsregimeâ ein Druck des Finanzsektors auf die materielle Produktion durch stĂ€ndige KapitalabflĂŒsse und erzwungene Kurzfristorientierung der Investitionen. Mittlerweile hat sich die Theorie in eine Vielzahl unterschiedlicher Schulen ausdifferenziert, die sich inhaltlich erheblich unterscheiden. Ein Teil der regulationstheoretischen AnsĂ€tze versteht sich weiterhin als (neo-)marxistisch und versucht, von der Akkumulation des Kapitals ausgehend die Begrifflichkeiten der Regulationsweise und des Akkumulationsregimes zu nutzen, um wirtschaftliche Entwicklung konkreter zu analysieren (z.B. Joachim Becker, Johannes JĂ€ger, SSA-Ansatz in den USA usw.). Andere StrĂ€nge haben sich vom Marxismus gĂ€nzlich gelöst. Bei ihnen ist die Regulationstheorie vor allem ein Ansatz, der nach den geeigneten Institutionen fĂŒr die Vermeidung und das Management von Wirtschaftskrisen sucht (z.B. Robert Boyer, Bruno Amable).
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