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===Die Diskussion in der KomIntern=== Das Verhältnis zur Sozialdemokratie und später die Frage der wirksamen Abwehr des Faschismus gehörten zu zentralen Diskussionen innerhalb der KomIntern. So wurden 1921 erstmals ''Leitsätze über die Einheitsfront'' beschlossen. Damals ging es primär darum, ein Bündnis der Arbeiter jeglicher Gesinnung herzustellen. Es wurden weder unterschiedliche Volksschichten noch das Zusammenarbeiten mit der Führung anderer Parteien benannt. <ref> Leitsätze über die Einheitsfront (Einstimming angenommen von der Exekutive der kommunistischen Internationale am 28. Dezember 1921) </ref> Durch die Einheit der Arbeiter von unten jedoch sollten <q>alle Parteien, die sich auf das Proletariat stützen und bei ihm Gehör finden wollen, genötigt werden, sich zusammenzuschließen zum gemeinsamen Abwehrkampf gegen das Kapital. Nur dann werden sie genötigt sein, die Bündnisse mit den kapitalistischen Parteien zu brechen.</q> <ref>Die proletarische Einheitsfront - Aufruf der Exekutive der Kommunistischen Internationale und der Exekutive der siebten Gewerkschaftsínternationale (Moskau. 1. Januar 1922), S. 8. </ref>. Betont wurde jedoch auch, dass die kommunistischen Parteien zwar größtmögliche Einheit der Arbeiterorganisationen in jeglichen praktischen Aktionen der Arbeiterklasse propagieren sollten, jedoch niemals Abstand davon nehmen dürften, konsequent die Interessen der Arbeiter in ihrer Meinung zu verteidigen und damit auch die Kritik an anderen Organisationen zu äußern. Um die Arbeiter in der Einheitsfront von unten zu überzeugen müsse sich die Partei also durch ideelle Klarheit auszeichen. <ref> Die proletarische Einheitsfront - Aufruf der Exekutive der Kommunistischen Internationale und der Exekutive der siebten Gewerkschaftsínternationale (Moskau. 1. Januar 1922), S. 21 ff. </ref> Die Taktik der Einheitsfront wurde 1922 von der KomIntern in Bezug auf die sächsische Arbeiterregierung als erfolgreich erklärt: {{Zitat|1=Ihrer planmässigen Anwendung der Taktik der Einheitsfront ist es gelungen, die sozialdemokratischen Arbeitermassen in Sachsen in immer schärfere Opposition zu ihrer Parteiführung zu bringen. Die SPD-Massen forderten kategorisch anstelle der Koalition mit dem Bürgertum die Koalition mit der KPD. Unter ihrem Druck beschloss der Landesparteitag der sächsischen SPD die Ablehnung einer Koalitionsregierung mit dem Bürgertum, Einsetzung einer Siebener-Kommision und Verhandlungen mit der KPD. [...] Da die Einberufung eines Betriebsrätekongresses, dem die Regierung verantwortlich sein solle, abgelehnt wurde und die Massenbewegung weder in Sachsen noch im Reiche stark genug war, um diese Forderungen durchzudrücken, kam ein Eintritt der Kommunisten in die Regierung nicht in Betracht.|2= <ref> Die KPD zur Zeit des IV. Kongresses der Komintern EKKI - Bericht nach dem IV. Kongress der Komintern. Die KPD zur Zeit des IV. Kongresses der Komintern, S. 25. </ref>}} Das Wirken auf die Arbeitermassen jeglicher Gesinnung und, damit verbunden, über die Parteibasis auch Druck auf die Parteiführung der Sozialdemokratie auszuüben, wird also an dieser Stelle positiv bewertet. Wie im Zitat dargestellt, trat die KPD jedoch nicht bedingungslos in die Regierung ein. In der Darlegung der EKKI werden jedoch auch Differenzen dargestellt, die sich anhand der Regierungsfrage innerhalb der KPD ergaben. <ref> Resolution des EKKI zu den taktischen Differenzen in der KPD EKKI - Bericht nach dem IV. Kongress der Komintern. Die KPD zur Zeit des IV. Kongresses der Komintern (zuletzt geprüft am: 4.11.2019) S. 68 </ref> Die Frage der Beteiligung der KPD an der Arbeiterregierung in Sachsen wurde als riskant eingeschätzt, da sie einerseits in diesem Moment auf Sachsen beschränkt war und andererseits die KPD in Verantwortung für die Politik der Sozialdemokratie hätte genommen werden können. Deshalb wurden folgende Handlungsorientierungen gegeben: Die Frage der Arbeiterregierung müsse im ganzen Land, nicht in einzelnen Bundesländern gestellt und vorangetrieben werden. Weiterhin seien die Bauernschaft und das proletarische Kleinbürgertum für den Kampf zu gewinnen. Auch unter den technischen Angestellten und geistigen Arbeitern wurden <q>unklare antifaschistische Stimmungen und Strömungen</q> verortet. <ref> Resolution des EKKI zu den taktischen Differenzen in der KPD EKKI - Bericht nach dem IV. Kongress der Komintern. Die KPD zur Zeit des IV. Kongresses der Komintern (zuletzt geprüft am: 4.11.2019), S. 72. </ref> Die Regierungen in Sachsen und Thüringen, an denen sich die KPD letztendlich doch beteiligte, sie aber nicht lange halten konnte, müssen ausgewertet werden, auch die Einschätzung der KomIntern dazu. Über die gesamten 20er Jahre und bis in die 30er Jahre zogen sich die Diskussionen der KomIntern über die Einschätzung der Sozialdemokratie und des Faschismus, die die Basis für die Bündnisfrage bildeten. Der wesentliche Wandel in der Frage der Einheitsfront wird mit dem [[7. Weltkongress der Komintern]] 1935 verortet. Dieser Weltkongress, der der erste seit der Machtergreifung der Faschisten in Deutschland war, beschloss die Volksfront zusätzlich zur Einheitsfront. Die Erweiterung der Losung der Einheitsfront bestand nun vor allem darin, auch die sozialdemokratischen Organisationen als mögliche, beziehungsweise notwendige Bündnispartner anzunehmen, nicht nur ihre Basis. So wurde in der Resolution des Kongresses folgendes festgehalten: {{Zitat|1= Von entscheidender Bedeutung im Kampfe gegen den Krieg und die faschistischen Kriegstreiber ist in allen Ländern die Herstellung der Einheitsfront mit den sozialdemokratischen und reformistischen Organisationen (Partei-, Gewerkschafts-, Genossenschafts-, Sport-, Kultur- und. Bildungsorganisationen) und ihren Mitgliedermassen sowie auch mit den Massenorganisationen der nationalen Befreiungsbewegung, den religiös-demokratischen, den pazifistischen Massenorganisationen und ihren Anhängern. |2= <ref> S. 40–41. </ref>}} Die Zusammenarbeit mit den sozialdemokratischen Organisationen schließe jedoch keinesfalls die Kritik an ihrer reformistischen Kritik aus, im Gegenteil, diese solle verstärkt geübt werden: {{Zitat|1=Die gemeinsamen Aktionen mit den sozialdemokratischen Parteien und Organisationen schließen eine ernste, begründete Kritik des Reformismus, des Sozialdemokratismus als Ideologie und Praxis der Klassenarbeitsgemeinschaft mit der Bourgeoisie und eine geduldige Aufklärung der sozialdemokratischen Arbeiter über die Grundsätze und das Programm des Kommunismus keineswegs aus, sondern im Gegenteil, ''machen diese noch notwendiger''. |2= <ref> Ebd., S. 19. </ref>}} Weiterhin wurde die Notwendigkeit des Bündnisses mit den Angestellten, werktätigen Bauern und dem städtischen Kleinbürgertum betont: {{Zitat|1=Der Kampf gegen die Maßnahmen zur Vorbereitung des Krieges kann nur in engster Verbindung mit der Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen und der politischen Rechte der Arbeiter, der Angestellten der werktätigen Bauern und des städtischen Kleinbürgertums geführt werden.|2= <ref> Ebd., S. 42. </ref>}} Zentral für diese Resolutionen war der Betrag von Georgi Dimitroff ''Arbeiterklasse gegen Faschismus''. Die Beschlüsse wurden von der KPD auf dem sogenannten „Brüsseler Parteitag“ 1935 weiter diskutiert. Auf diesem Parteitag hielt Pieck ein bedeutendes Referat, in dem er die vergangene Politik der KPD in Bezug auf die Bündnisfrage mit der Sozialdemokratie einordnete: {{Zitat|1=So notwendig es war, dass wir den schärfsten Kampf führten gegen die Politik der Klassenzusammenarbeit der Sozialdemokratie mit der Bourgeoisie, gegen die Preisgabe der Interessen der Arbeiterklasse zugunsten der Aufrechterhaltung der kapitalistischen Herrschaft, gegen den Terror, den die Sozialdemokratie als Regierungsmacht gegen die revolutionären Arbeiter zur Unterdrückung ihrer Bewegung anwandte, also den Hauptstoß gegen diese Politik richteten, so hätten wir doch bei einer richtigen marxistischen Analyse der Lage und der Klassenkräfte die Veränderungen bemerken müssen, die in dieser Zeit vor sich gingen, in der die faschistische Gefahr immer stärker in den Vordergrund trat. Wir hätten also unseren Kampf gegen die Sozialdemokratie in ein richtiges Verhältnis zu dem Kampf gegen den angreifenden Faschismus bringen müssen. Das ist nicht geschehen, und darin liegt unser schwerster Fehler bei der Ausarbeitung unserer politischen Linie|2= <ref> Pieck, Wilhelm 1935: Referat auf der Brüsseler Konferenz der KPD 1935. </ref>}} Pieck begründete die veränderte Taktik also mit der veränderten Situation, die zwar früher hätte erkannt werden müssen, nicht allerdings die gesamte vergangene Politik revidiere. Da Pieck an anderer Stelle jedoch von einer „strategischen“ Neuorientierung sprach, bleibt die Frage erst einmal ungeklärt, inwiefern mit den Diskussionen um den 7. Weltkongress eine taktische oder strategische Neuausrichtung begründet wurde. Die Einschätzungen Piecks, sowie die der KomIntern insgesamt, betreffen die Diskussion um die Sozialfaschismusthese, also die Einschätzung der Sozialdemokratie, und damit auch die Frage, gegen wen sich der „Hauptstoß“ richten muss (Siehe dazu auch den Artikel [[Sozialdemokratie]] der [[AG Formen bürgerlicher Herrschaft]]).
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