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=== Kurzer Historischer Abriss === In den 1920er und 1930er Jahre begriffen viele den Faschismus als ausschließlich italienisches Phänomen. Während eine solche Auffassung zu diesem Zeitpunkt verständlich war, wurde sie nach dem Krieg in problematischer Weise von Theoretikern wie Renzo de Felice aufgegriffen, der für einen Faschismusbegriff argumentiert, der auf Mussolinis Herrschaft beschränkt ist. In den Jahren zwischen 1933-45 zeichneten sich die Arbeiten zum Faschismus durch eine Konzentration auf Deutschland aus. Viele Arbeiten über den Faschismus entstanden in der Emigration, darunter die von Arthur Rosenberg, Max Horkheimer und Otto Bauer. In eine andere Richtung ging die ''Totalitarismustheorie'', die in den USA entstand.<ref>Vgl. ebd. S.420f</ref> Diese erklärte den Faschismus als ''totalitäre'' Herrschaft, der sie die bürgerliche Demokratie gegenüberstellten. Die Beschreibung als ''totalitär'' wurde zugleich auf die marxistisch-leninistische Partei und die Sowjetunion ausgeweitet. Sie gewann in der Nachkriegszeit weiter an Bedeutung und wurde im Zug des Kalten Krieges weiterentwickelt. Die Gleichsetzung der Sowjetunion und des ''Nationalsozialismus'' als ''totalitäre'' Regime entsprachen perfekt dem Ideologiebedarf des US-Imperialismus. Wichtige Vertreter dieses Ansatzes waren Carl J. Friedrich und Hannah Arendt. Letztere wird auch in linken Kreisen zum Teil wohlwollend gelesen. Bis heute ist die Totalitarismustheorie eine wichtige imperialistische Propagandadoktrin, die sich in verschiedenen Abwandlungen (''Hufeisentheorie, Extremismustheorie'') in Schulbüchern, beim Verfassungsschutz und als Ideologie der bürgerlichen Parteien findet. In der BRD-Historiographie dominierten bald nach Kriegsende Versuche, den Faschismus zu mystifizieren, in dem Hitler zum Alleinschuldigen erklärt wurde, der das deutsche Volk verführt habe (Joachim Fest u.a.). Diese ''Führertheorie'' (''Hitlerismus'') löste für die deutsche Nachkriegsgesellschaft unbequeme Fragen und diente der Entschuldigung des deutschen Kapitals und der deutschen Eliten, die nun wieder die führenden Positionen im BRD-Staat besetzen konnten. Bis heute ist die ''Führertheorie'' in Deutschland weit verbreitet, nicht nur in populärwissenschaftlichen Dokumentation, die massenmedial weite Verbreitung finden, sondern auch im bundesdeutschen Schulunterricht und in der Unterhaltungsliteratur (z.B. der Bestseller ''Er ist wieder da''). Doch die bürgerliche Wissenschaft konnte die Ergebnisse und Überlegenheit der marxistischen Forschung nicht komplett ignorieren. Ab den 1960ern entwickelten sich in der bürgerlichen Wissenschaft zunehmend komplexere Theorien, wozu außerdem die veränderte politische Situation beitrug. Der Zusammenhang zwischen Faschismus und Imperialismus konnte nicht mehr vollständig verschleiert werden – zumindest die Rolle der Industriemonopole musste erklärt werden. Hier zu nennen sind beispielsweise strukturalistische Ansätze, wie der von Wolfgang Schieder oder verschiedene Varianten einer ''Modernisierungstheorie'' (Dahrendorf, Mommsen). Letztere besagt, der Faschismus sei eine mögliche Stufe auf der Entwicklung kapitalistischer Gesellschaften gewesen und dreht sich um die Frage, ob der Faschismus – der sonst häufig als ''antimodern'' charakterisiert wurde – nicht einen „Stoß in die Modernität”<ref>Ebd. S.428</ref> zur Folge hatte. Diese Theorien sind zum einen Zugeständnisse der westdeutschen Historiografie an die marxistisch-leninistische Forschung, da sie mit sozialen und ökonomischen Faktoren operieren. Auf der anderen Seite führten sie durch ihren Einfluss in antifaschistischen Kreisen auch zu Desorientierung und Verwässerung, da sie z.B. die konkrete Kritik des Imperialismus durch eine allgemeine Zivilisationskritik ersetzten. In den 1970ern und frühen 1980ern gewannen folgende Modelle (wieder) an Bedeutung: Das sogenannte ''Gruppenmodell'' (Neumann, Schweitzer), welches von einer Machtteilung zwischen den verschiedenen Gruppen im Faschismus (Partei, Armee, Bürokratie und Industrie) ausgeht.<ref>Vgl. ebd. S.430</ref> Auch Varianten der auf Thalheimer zurückgehenden [[Faschismus_und_Bonapartismus|Bonapartismustheorie]] galten nun zunehmend als marxistische Theorien, die der ''sowjet-treuen'' Forschung entgegengestellt wurden. Außerdem wurde in Auseinandersetzung sozialdemokratischer Wissenschaftler mit Lenins Imperialismustheorie das Konzept des [[Der_Platz_des_Imperialismus_in_der_Geschichte#Zur_Theorie|organisierten Kapitalismus]] in Anlehnung an das Kapitalismusmodell von Max Weber, entwickelt und mit der Faschismusfrage verbunden.<ref>Vgl. ebd. S.433</ref> “Faschistische Diktaturen figurieren in dieser Lesart als Hilfsmittel, um in hochentwickelten kapitalistischen Ländern Konzentrations- und Zentralisationstendenzen in der Ökonomie zu verstärken und dabei zugleich die Massen zu disziplinieren.”<ref>Vgl. ebd. S.434</ref> Einen weiteren Zweig der bürgerlichen Faschismusforschung bildet das Bestreben, den Volksmassen die Schuld am Faschismus zuzuschieben. Diese Bestrebung finden ihren Ausdruck in der Behauptung, der Faschismus sei aus dem Nationalismus von unten, sogar als ''nationalistischer'' Klassenkampf an die Macht gekommen.<ref>Vgl. ebd. S.440</ref> Nach Ende des Krieges gewannen außerhalb Deutschlands Deutungen an Einfluss, die den Faschismus als „deutschen Sonderweg“, als „nationalistische Volksbewegung” begriffen, die im „deutschen Wesen“ angelegt sei.<ref>Ebd. S.422</ref> Daraus wurde die ''Kollektivschuldthese'' und die These der ''nationalen Singularität'' abgeleitet. Diese Thesen gehen davon aus, dass nicht etwa die Monopolbourgeoisie oder andere gesellschaftliche Eliten die faschistische Bewegung aufgebaut und an die Macht gebracht hätten. Sondern die fanatisierten Massen, allen voran die Arbeiterklasse, hätten den Faschismus und dessen Verbrechen zu verantworten. Entsprechende Kampagnen wurden zum Beispiel von der ''Psychological Warfare Division'' der allierten Streitkräfte kreiert, bei der in Deutschland Plakate mit Bildern aus den KZs mit Aufschriften wie ''Diese Schandtaten: Eure Schuld'' aufgehängt wurden. Ähnliche Richtungen, die sich vor allem auf die empirische Erforschung sozialer Bewegungen und deren Zusammensetzung konzentrieren, erklären den Faschismus aus der sozialen und politischen Situation einzelner Gruppen, meist dem städtischen Kleinbürgertum, als eigenständige Bewegung dieser Schichten (''Mittelstandsthese''). Außerdem wird die Selbstdarstellung der NSDAP übernommen und diese als eine wahrhafte ''Volkspartei'' gedeutet, in welcher verschiedene soziale Gruppen ihre Interessen gewahrt sahen. Noch verfälschender und antikommunistisch motiviert, sind solche Ansätze, die eine ''wesensbedingte Affinität'' zwischen Arbeiterklasse und Faschismus zu finden suchen. Solche Versuche, wie von Karl Dietrich Bracher, übernehmen die demagogische Selbstbezeichnung der Faschisten als ''sozialistisch'' und ''Arbeiterpartei''. Um mehr Differenziertheit bemüht sind Anschauungen, die eine militaristische und reaktionäre deutsche Denk- und Wesenstradition als ursächlich für den deutschen imperialistischen Expansionismus und die faschistische Diktatur ausmachen. Das demokratische Erbe Deutschlands wird dabei negiert und im Extremfall ein völkerpsychologisch-biologistisches Bild eines deutschen Wesens gezeichnet. Aber auch Vorstellungen wie der Faschismus als Verwirklichung des deutschen Nationalgedanken sind nach wie vor verbreitet. Zum Schluss sind noch subjektivistische Theorien zu nennen, die bis heute großen Einfluss haben. Ihr Geschichtsverständnis ist durch eine Verabsolutierung und Überbetonung des subjektiven Faktors gekennzeichnet. Am krassesten zeigt sich diese Psychologisierung in der Fülle an ''Hitler-Darstellungen''.
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