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Die Staatsfrage im Maoismus
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=== Die Staatsfrage im chinesisch-sowjetischen Konflikt === Als âchinesisch-sowjetischen Konfliktâ bezeichnet man die Phase scharfer ideologischer Auseinandersetzungen zwischen der KP Chinas und der KPdSU, die in der zweiten HĂ€lfte der 1950er Jahre begann, in den 1960er Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Der Konflikt zog schlieĂlich auĂenpolitische Folgen nach sich, die die beiden LĂ€nder bis an den Rand der kriegerischen Auseinandersetzung brachte und schlieĂlich zur Spaltung der kommunistischen Weltbewegung und des sozialistischen Lagers fĂŒhrte. Hier kann die Geschichte dieser Auseinandersetzung nicht breiter analysiert (siehe dazu [[AG RevolutionĂ€re Arbeiterbewegung und Kommunistische Partei]]), sondern nur mit Fokus auf die Staatsfrage ausgewertet werden. Mit Blick auf die Staatfrage stehen die wichtigsten Streitpunkte in der Polemik zwischen KPdSU und KP Chinas im Zusammenhang mit 1.) der Strategie der âfriedlichen ĂbergĂ€ngeâ und 2.) der Politik der âfriedlichen Koexistenzâ mit dem imperialistischen Lager, die die KPdSU angesichts der drohenden Gefahr eines Atomkriegs und der relativen StĂ€rke des sozialistischen Lagers nach 1945 annahm. Einen zentralen Wendepunkt markiert hier der XX. Parteitag der KPdSU, dessen BeschlĂŒsse die chinesischen Kommunisten als revisionistisch kritisierten. Die KP Chinas stellt dem einen Fokus auf den bewaffneten Kampf bzw. den âVolkskriegâ als einzig wirklich revolutionĂ€re Strategie und Taktik gegenĂŒber. Der Staat erscheint dabei v.a. als âbewaffneter Apparatâ, andere Formen der HerrschaftsausĂŒbung der Bourgeoisie (Integration, Ideologie, ökonomische ZugestĂ€ndnisse etc.) werden kaum analysiert. Im Unterschied zu den klassischen Texten von Mao, dessen Analysen sich meist auf den chinesischen Feudalstaat beziehen, dreht sich die Debatte zwischen KPdSU und KP Chinas explizit um den bĂŒrgerlichen Staat der kapitalistischen Metropolen. Zu den wichtigsten Quellen zum chinesisch-sowjetischen Konflikt gehört die von der KP Chinas unter dem Titel [http://www.bannedthought.net/China/MaoEra/GreatDebate/German/Polemik-uber-die-generallinie.pdf Polemik ĂŒber die Generallinie] (auf diese Ausgabe beziehen sich sĂ€mtliche Seitenzahlen der folgenden Zitate) veröffentlichte Dokumentensammlung, auf der auch unsere Darstellung beruht. Die KP Chinas betont, ganz in der Tradition Mao Tse-Tungs, in ihrer Polemik besonders das Element der direkten auĂerökonomischen Gewalt als zentrales Merkmal der bĂŒrgerlichen Staaten: {{Zitat|Der Marxismus lehrt uns, dass der Staat an und fĂŒr sich eine Form der Gewalt ist. Den Hauptteil der Staatsmaschine bilden Armee und Polizei. Alle herrschenden Klassen der Geschichte haben sich auf Gewalt gestĂŒtzt, um ihr Regime aufrechtzuerhalten.| Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows. Achter Kommentar zum Offenen Brief des ZK der KPdSU, 31. MĂ€rz 1964, in: Polemik ĂŒber die Generallinie, S. 186.}} Vom bĂŒrgerlichen Parlament geht aus dieser Sicht keine wirkliche politische Macht aus (diese konzentriert sich allein in den bewaffneten Apparaten), weswegen ein âfriedlicher Ăbergangâ, wie ihn die KPdSU zu dieser Zeit propagierte, unmöglich sei: {{Zitat|Die historischen Tatsachen nach dem zweiten Weltkrieg zeigen erneut, dass nach wie vor nur die Waffengewalt, nicht aber das Parlament den wichtigsten Teil des bĂŒrgerlichen Staatsapparates bildet. Denn das Parlament dient lediglich als Aufputz oder als Wandschirm des Regimes der Bourgeoisie. Je nach den BedĂŒrfnissen und Interessen ihrer Herrschaft beschlieĂt die Bourgeoisie die EinfĂŒhrung oder die Abschaffung des Parlamentarismus, ob das Parlament mit mehr oder mit weniger AutoritĂ€t ausgestattet werden solle, ob dieses oder jenes Wahlgesetz anzunehmen sei. Angesichts der Tatsache, dass die Bourgeoisie die militĂ€rische und bĂŒrokratische Maschine kontrolliert, ist eine âstabile parlamentarische Mehrheitâ, die das Proletariat durch Wahlen erringen könnte, entweder unmöglich oder unzuverlĂ€ssig. Die Verwirklichung des Sozialismus auf âparlamentarischem Wegâ ist völlig unmöglich, ein reiner Selbstbetrug und Betrug an anderen.| Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows. Achter Kommentar zum Offenen Brief des ZK der KPdSU, 31. MĂ€rz 1964, in: Polemik ĂŒber die Generallinie, S. 197.}} Der bĂŒrgerliche Staat erscheint hier also als Herrschaftsapparat, der in all seinen wesentlichen Teilen unter der direkten Kontrolle der Bourgeoisie steht und durch diese je nach Bedarf umgebaut und auf offen diktatorische Herrschaftsformen umgestellt werden kann. An anderer Stelle wird dazu weiter ausgefĂŒhrt: {{Zitat|III. Die Mehrheit im Parlament zu gewinnen bedeutet nicht das gleiche wie die alte Staatsmaschine (hauptsĂ€chlich die bewaffneten StreitkrĂ€fte) zu zerschmettern und eine neue Staatsmaschine (hauptsĂ€chlich bewaffnete StreitkrĂ€fte) zu errichten. Solange die militĂ€rische und bĂŒrokratische Staatsmaschine der Bourgeoisie noch nicht zerschmettert ist, ist eine Mehrheit im Parlament fĂŒr das Proletariat und seine zuverlĂ€ssigen VerbĂŒndeten entweder unmöglich (weil die Bourgeoisie im Notfall stets die Verfassung Ă€ndern wird, um die Konsolidierung ihrer Diktatur zu erleichtern) oder unzuverlĂ€ssig (z.B. könnten die Wahlen fĂŒr ungĂŒltig erklĂ€rt, die kommunistische Partei könnte verboten, das Parlament aufgelöst werden usw.). IV. Friedlicher Ăbergang zum Sozialismus sollte nicht so interpretiert werden, als bedeute er nur einen Ăbergang durch parlamentarische Mehrheit. Die Hauptfrage ist die Staatsmaschinerie. In den siebziger Jahren des 19. Jh. war Marx der Meinung, dass eine Möglichkeit bestĂŒnde, den Sozialismus in England mit friedlichen Mitteln zu erreichen, denn âzu jener Zeit war England ein Land, in dem Militarismus und BĂŒrokratie weniger ausgesprochen zutage traten als in irgendeinem anderen Landâ. Eine Zeitlang nach der Februarrevolution hoffte Lenin, dass sich die Revolution durch den Kurs âAlle Macht den Sowjetsâ friedlich entwickeln und siegen könnte, weil damals âdie Waffen in den HĂ€nden des Volkes warenâ. Weder Marx noch Lenin meinten damit, dass ein friedlicher Ăbergang mit Hilfe der alten Staatsmaschinerie verwirklicht werden könnte.| Aus dem Dokument âZusammenfassung der Ansichten zur Frage des friedlichen Ăbergangsâ im Rahmen der Verhandlungen zwischen den ZKs der KPdSU und KPCh um die ErklĂ€rung von 1957, in: Polemik ĂŒber die Generallinie, S. 56.}} {{Zitat|Eine grundlegende gesellschaftliche Umgestaltung ist absolut unmöglich, wenn man sich dabei auf bĂŒrgerliche Parlamente und Regierungen stĂŒtzt. Denn die reaktionĂ€re Bourgeoisie, die den Staatsapparat kontrolliert, kann die Wahlen fĂŒr null und nichtig erklĂ€ren, das Parlament auflösen, die Kommunisten aus der Regierung verjagen, die Kommunistische Partei fĂŒr illegal erklĂ€ren und die Volksmassen und die fortschrittlichen KrĂ€fte mit brutaler Gewalt unterdrĂŒcken. [...] Die Bourgeoisie kann auch einer Arbeiterpartei erlauben, eine parlamentarische Mehrheit zu erreichen und auch eine Regierung zu bilden, wenn diese Partei zu einer Hofpartei der Bourgeoisie degeneriert ist. Das ist z. B. bei den sozialdemokratischen Parteien in manchen LĂ€ndern der Fall, die Parteien von bĂŒrgerlichem Typ sind. Dadurch wird jedoch nur die Diktatur der Bourgeoisie aufrechterhalten und gefestigt; die Stellung des Proletariats als einer unterdrĂŒckten und ausgebeuteten Klasse wird aber nicht im geringsten verĂ€ndert und kann dadurch auch nicht verĂ€ndert werden.| Die proletarische Revolution und der Revisionismus Chruschtschows. Achter Kommentar zum Offenen Brief des ZK der KPdSU, 31. MĂ€rz 1964, in: Polemik ĂŒber die Generallinie, S. 197-198.}}
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