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=== Vertreter der Thesen damals und heute === Die wichtigsten und einflussreichsten Vertreter des Eurokommunismus waren die kommunistischen Parteien Italiens (PCI), Spaniens (PCE) und Frankreichs (PCF). Zu den wichtigsten ideologischen Vertretern des Eurokommunismus gehörten Enrico Berlinguer (von 1972 bis 1984 Generalsekretär der PCI) und Santiago Carrillo (von 1960 bis 1982 Generalsekretär der PCE). Antonio Gramsci wurde von dieser Strömung als wichtiger Stichwortgeber genutzt, inwiefern seine theoretischen Aussagen dazu tatsächlich dienen, muss erst noch untersucht werden. Nicos Poulantzas war anfangs selbst in der eurokommunistischen Strömung aktiv und war deren wichtigster Theoretiker - auch hier muss geprüft werden, inwiefern die politische Praxis des Eurokommunismus und die Staatstheorie Poulantzas' sich tatsächlich miteinander vereinbaren lassen. Alle drei ehemals großen eurokommunistischen Parteien sind heute vollständig sozialdemokratisiert. Während die PCI sich 1991 gespalten und aufgelöst hat ist die PCF bis heute die Mitgliederstärkste „kommunistische“ Partei Europas und spielt in Frankreich eine Rolle, die etwa mit der der Linkspartei in Deutschland vergleichbar ist. Auch wenn der Begriff „Eurokommunismus“ eng mit dem Kalten Krieg verknüpft ist und seit 1990 nur noch historisch verwendet wird, so lebt die eurokommunistische Theorietradition doch in zahlreichen Parteien und Strömungen weiter, so z.B. in den Reihen der Europäischen Linkspartei (ELP) und ihren Mitgliedsparteien. Die wichtigsten theoretischen Auseinandersetzungen mit dem Eurokommunismus fanden in den 1970er und 1980er Jahren einerseits auf internationaler Ebene zwischen den eurokommunistischen Parteien und der KPdSU, und andererseits auf nationaler Ebene zwischen den jeweiligen Mutterparteien und ihren zahlreichen (meist maoistischen) linken Abspaltungen statt. In den kommunistischen Parteien Portugals (PCP) und Frankreichs (PCF) sind die ideologischen Einflüsse des Eurokommunismus bis heute stark, so z.B. in deren Konzept der „fortgeschrittene Demokratie“ bzw. "Democratique avancée". Die DKP kann nicht ins Lager des Eurokommunismus gezählt werden, da sie im Kalten Krieg ihre Orientierung an der KPdSU und der SED nie aufgab. Dennoch gibt es zwischen der „antimonopolistischen Strategie“ und den eurokommunistischen Strategievorstellungen deutliche Parallelen. Auch die KPdSU vertrat in den 1970er und 1980er Jahren ihre eigene Variante der Strategie der „friedlichen Übergänge“ in Westeuropa. Nach 1989/90 bildete sich mit dem „Leo Mayer Flügel“ auch in der DKP eine starke Strömung mit offen eurokommunistischer Orientierung und engen Kontakten zur ELP.
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