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== Staat, Nation, Nationalstaat == ''' Schlagworte ''' Bürgerlicher Staat, Nationalstaat, Nation, politische Zentralisation ''' Annahme 1 ''' * Sprache und ein durch natürliche Grenzen definiertes Territorium bilden die Elemente der Nation. Engels schreibt im Hinblick auf die Zeit der Herausbildung neuer Nationen aus dem zerfallenden Römischen Imperium am Übergang von der Antike zum Mittelalter: {{Zitat|Die Elemente neuer Nationen waren überall vorhanden; die lateinischen Dialekte der verschiednen Provinzen schieden sich mehr und mehr; die natürlichen Grenzen, die Italien, Gallien, Spanien, Afrika früher zu selbständigen Gebieten gemacht hatten, waren noch vorhanden und machten sich auch noch fühlbar. Aber nirgends war die Kraft vorhanden, diese Elemente zu neuen Nationen zusammenzufassen; nirgends war noch eine Spur von Entwicklungsfähigkeit, von Widerstandskraft, geschweige von Schaffungsvermögen.| Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats, in: MEW 21, S. 142.}} ''' Annahme 2 ''' * Die Kraft, die diese Elemente zur Nation zusammenfasst, liegt in der gemeinsamen ökonomischen Entwicklung sprachlich und territorial abgegrenzter Gebiete. * Niedrige industrielle, kommerzielle und landwirtschaftliche Entwicklung lässt nur provinzielle Zentralisation zu. * Die Warenproduktion führt zur Zentralisation größerer Territorien und schließlich der Nation. In seiner Schrift über den deutschen Bauernkrieg schreibt Engels über die Ursachen der territorialen Zerstückelung der deutschen Nation: {{Zitat|Wir sahen schon gleich im Anfang unserer Darstellung, wie die mangelhafte industrielle, kommerzielle und agrikole Entwicklung Deutschlands alle Zentralisation der Deutschen zur Nation unmöglich machte, wie sie nur eine lokale und provinzielle Zentralisation zuließ und wie daher die Repräsentanten dieser Zentralisation innerhalb der Zersplitterung, die Fürsten, den einzigen Stand bildeten, dem jede Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zugute kommen mußte.| Friedrich Engels, Der deutsche Bauernkrieg, in: MEW 7, S. 411.}} Lenin verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es gerade die Warenproduktion ist, die {{Zitat|alle einzelnen Elemente und Klassen der Gesellschaft zur Vereinigung zwingt, und zwar zu einer Vereinigung nicht mehr im engen Rahmen einer Dorfgemeinde oder eines Kreises, sondern zur Vereinigung aller Angehörigen der entsprechenden Klasse in der gesamten Nation und sogar in verschiedenen Staaten. Nur ein Romantiker mit dem ihm eigenen reaktionären Standpunkt kann die Existenz dieser Beziehungen und ihre tiefere Bedeutung leugnen, die auf der Gemeinsamkeit der Rollen in der Volkswirtschaft, nicht aber auf territorialen, beruflichen, religiösen und ähnlichen Interessen beruht.| W.I. Lenin, Zur Charakteristik der ökonomischen Romantik, LW 2, S. 210.}} ''' Annahme 3 ''' * Der erste wichtige Schritt in Richtung ökonomischer und politischer Zentralisation und Herausbildung der „modernen europäischen Nationen“ wurde durch das Königtum gemacht. {{Zitat|Das Königtum, sich stützend auf die Städtebürger, brach die Macht des Feudaladels und begründete die großen, wesentlich auf Nationalität basierten Monarchien, in denen die modernen europäischen Nationen und die moderne bürgerliche Gesellschaft zur Entwicklung kamen; und während noch Bürger und Adel sich in den Haaren lagen, wies der deutsche Bauernkrieg prophetisch hin auf zukünftige Klassenkämpfe, indem er nicht nur die empörten Bauern auf die Bühne führte – das war nichts Neues mehr –, sondern hinter ihnen die Anfänge des jetzigen Proletariats, die rote Fahne in der Hand und die Forderung der Gütergemeinschaft auf den Lippen.| Friedrich Engels, Die Dialektik der Natur, in: MEW 20, S. 311.}} ''' Annahme 4 ''' * Nationalsprachen entstehen auf der Grundlage der ökonomischen und politischen Konzentration. * Die Einheitlichkeit der Nation und der Nationalsprache ist ein wichtiger Faktor für die Freiheit des kapitalistischen Wirtschaftsverkehrs und die Eroberung des inneren Marktes durch die Bourgeoisie. * Der Nationalstaat ist die für die kapitalistische Periode typische Staatsform. {{Zitat|Die Naturwüchsigkeit der Sprache ist übrigens in jeder modernen ausgebildeten Sprache, teils durch die Geschichte der Sprachentwicklung aus vorgefundenem Material, wie bei den romanischen und germanischen Sprachen, teils durch die Kreuzung und Mischung von Nationen, wie im Englischen, teils durch auf ökonomischer und politischer Konzentration beruhende Konzentration der Dialekte innerhalb einer Nation zur Nationalsprache aufgehoben.| Karl Marx/Friedrich Engels, Die Deutsche Ideologie, in: MEW 3, S. 411.}} Zu den modernen Erfordernissen des Kapitalismus gehört, laut Lenin, {{Zitat|die Forderung größtmöglicher Einheitlichkeit in der nationalen Zusammensetzung der Bevölkerung, da die Nationalität, die Gleichheit der Sprache ein wichtiger Faktor ist für die vollständige Eroberung des inneren Marktes und für die volle Freiheit des Wirtschaftsverkehrs.| W.I. Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, in: LW 20, S. 34.}} {{Zitat|Die ökonomische Grundlage dieser [nationalen] Bewegungen besteht darin, daß für den vollen Sieg der Warenproduktion die Eroberung des inneren Marktes durch die Bourgeoisie erforderlich, die staatliche Zusammenfassung von Territorien mit Bevölkerung gleicher Sprache notwendig ist, bei Beseitigung aller Hindernisse für die Entwicklung dieser Sprache und ihre Entfaltung in der Literatur. Die Sprache ist das wichtigste Mittel des Verkehrs der Menschen untereinander; die Einheit der Sprache und ihre ungehinderte Entwicklung bilden eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen wirklich freien und umfassenden, dem modernen Kapitalismus entsprechenden Handel, für eine freie und umfassende Gruppierung der Bevölkerung nach jeder der einzelnen Klassen, schließlich eine Voraussetzung für die enge Verbindung des Marktes mit jedem, auch dem kleinsten Unternehmer, mit jedem Verkäufer und Käufer. Die Bildung von Nationalstaaten, die diesen Erfordernissen des modernen Kapitalismus am besten entsprechen, ist daher die Tendenz (das Bestreben) jeder nationalen Bewegung. Die grundlegenden wirtschaftlichen Faktoren drängen dazu, und in ganz Westeuropa – mehr als das: in der ganzen zivilisierten Welt – ist deshalb der Nationalstaat für die kapitalistische Periode das Typische, das Normale.| W.I. Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, in: LW 20, S. 398.}} ''' Annahme 5 ''' * Die Bourgeoisie hebt die Zersplitterung der Produktionsmittel auf und vollendet die politische Zentralisation der Nation zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum. * Die Bourgeoisie vertritt ein einheitliches nationales Klasseninteresse. * Die Bourgeoisie ersetzt die lokalen Einzelgewalten des Feudalismus durch ihre zentralisierte Staatsmacht. Im ''Kommunistischen Manifest'' beschrieben Marx und Engels den historischen Prozess der Herstellung des bürgerlichen Nationalstaats als Konsequenz der Herausbildung der ökonomischen Basis der kapitalistischen Produktionsweise und der Bourgeoisie: {{Zitat|Die Bourgeoisie hebt mehr und mehr die Zersplitterung der Produktionsmittel, des Besitzes und der Bevölkerung auf. Sie hat die Bevölkerung agglomeriert, die Produktionsmittel zentralisiert und das Eigentum in wenigen Händen konzentriert. Die notwendige Folge hiervon war die politische Zentralisation. Unabhängige, fast nur verbündete Provinzen mit verschiedenen Interessen, Gesetzen, Regierungen und Zöllen wurden zusammengedrängt in eine Nation, eine Regierung, ein Gesetz, ein nationales Klasseninteresse, eine Douanenlinie.| Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in: MEW 4, S. 466.}} Im ''achtzehnten Brumaire des Louis Bonaparte'' beschreibt Marx die vor diesem Hintergrund stattfindende Transformation des feudalen in den bürgerlichen Staat und die Herstellung der Einheit der Nation: {{Zitat|Die herrschaftlichen Privilegien der Grundeigentümer und Städte verwandelten sich in ebenso viele Attribute der Staatsgewalt, die feudalen Würdenträger in bezahlte Beamte und die bunte Mustercharte der widerstreitenden mittelalterlichen Machtvollkommenheiten in den geregelten Plan einer Staatsmacht, deren Arbeit fabrikmäßig geteilt und zentralisiert ist. Die erste französische Revolution mit ihrer Aufgabe, alle lokalen, territorialen, städtischen und provinziellen Sondergewalten zu brechen, um die bürgerliche Einheit der Nation zu schaffen, mußte entwickeln, was die absolute Monarchie begonnen hatte: die Zentralisation, aber zugleich den Umfang, die Attribute und die Handlanger der Regierungsgewalt.| Karl Marx, Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte (1852), in: MEW Bd. 8, S. 196-197.}} ''' Annahme 6 ''' * Die Herausbildung der kapitalistischen Produktionsweise führt zur allseitigen Abhängigkeit der Nationen voneinander. {{Zitat|An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander. Und wie in der materiellen, so auch in der geistigen Produktion. Die geistigen Erzeugnisse der einzelnen Nationen werden Gemeingut. Die nationale Einseitigkeit und Beschränktheit wird mehr und mehr unmöglich, und aus den vielen nationalen und lokalen Literaturen bildet sich eine Weltliteratur.| Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in: MEW 4, S. 466.}} ''' Annahme 7 ''' * Durch die Herausbildung des kapitalistischen Weltmarkts verschwinden die Absonderungen und Gegensätze der Völker mehr und mehr und die Lebensverhältnisse gleichen sich an. {{Zitat|Die moderne industrielle Arbeit, die moderne Unterjochung unter das Kapital, dieselbe in England wie in Frankreich, in Amerika wie in Deutschland, hat ihm allen nationalen Charakter abgestreift. […] Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.| Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in: MEW 4, S. 472 und 479.}} {{Zitat|Mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion wird ein average Niveau der bürgerlichen Gesellschaft und damit der Temperamente und dispositions in den verschiedensten Völkern geschaffen.| Karl Marx, Theorien über den Mehrwert, in: MEW 26.3, S. 441.}} ''' Annahme 8 ''' * Der Form nach ist der Klassenkampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie ein nationaler, die Arbeiter müssen die Bourgeoisie besiegen und sich dadurch selbst zur nationalen Klasse erheben. * Die Arbeiter haben kein Vaterland – dennoch gehören sie zur Nation, wenn auch nicht im Sinne der Bourgeoisie. * Die Unterdrückten Klassen bilden die große Masse der Nation. Die Klassenspaltung innerhalb der Nationen ist so tief, dass Marx von „zwei Nationen“ spricht. Im ''Kommunistischen Manifest'' bestimmen Marx und Engels die Stellung des Proletariats seines Klassenkampfs zur bürgerlichen Nation: {{Zitat|Obgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zunächst ein nationaler. Das Proletariat eines jeden Landes muß natürlich zuerst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig werden. […] Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.| Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in: MEW 4, S. 473 und 479.}} {{Zitat|Die große Masse der Nation, die weder dem Adel noch der Bourgeoisie angehörte, bestand in den Städten aus der Klasse der Kleinbürger und der Arbeiterschaft, auf dem Lande aus der Bauernschaft.| Friedrich Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, in: MEW 8, S. 9.}} {{Zitat|Der augenblickliche Triumph der brutalen Gewalt ist erkauft mit der Vernichtung aller Täuschungen und Einbildungen der Februarrevolution, mit der Auflösung der ganzen alt-republikanischen Partei, mit der Zerklüftung der französischen Nation in zwei Nationen, die Nation der Besitzer und die Nation der Arbeiter.| Karl Marx, Neue Rheinische Zeitung, in: MEW 5, S. 133.}} ''' Annahme 9 ''' * Die bürgerlichen Nationen stehen sich aufgrund der kapitalistischen Konkurrenz feindlich gegenüber. * Erst der Sieg des Proletariats über die Bourgeoisie und die Abschaffung der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse hebt die feindliche Stellung der Nationalstaaten gegeneinander auf {{Zitat|Damit die Völker sich wirklich vereinigen können, muß ihr Interesse ein gemeinschaftliches sein. Damit ihr Interesse gemeinschaftlich sein könne, müssen die jetzigen Eigentumsverhältnisse abgeschafft sein, denn die jetzigen Eigentumsverhältnisse bedingen die Exploitation der Völker unter sich: die jetzigen Eigentumsverhältnisse abzuschaffen, das ist nur das Interesse der arbeitenden Klasse. Sie allein hat auch die Mittel dazu. Der Sieg des Proletariats über die Bourgeoisie ist zugleich der Sieg über die nationalen und industriellen Konflikte, die heutzutage die verschiedenen Völker feindlich einander gegenüberstellen. Der Sieg des Proletariats über die Bourgeoisie ist darum zugleich das Befreiungssignal aller unterdrückten Nationen.| Karl Marx, Reden über Polen, in: MEW 4, S. 416.}} {{Zitat|In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander.| Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in: MEW 4, S. 479.}} ''' Annahme 10 ''' * Dem Proletariat können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen innerhalb der eigenen Nation nicht gleichgültig sein. Lenin argumentiert 1908 in einer Polemik gegen die deutschen Sozialdemokraten Georg von Vollmar, und Gustav Noske und den französischen Sozialisten Gustave Hervé gegen deren Auslegung der Formulierung aus dem kommunistischen Manifest, die „Arbeiter haben kein Vaterland“: {{Zitat|Daß ‚die Arbeiter kein Vaterland haben‘, steht wirklich im ‚Kommunistischen Manifest‘; daß die Haltung von Vollmar, Noske und Co. dieser Grundthese des internationalen Sozialismus ‚ins Gesicht schlägt‘, ist ebenfalls richtig. Aber daraus folgt noch nicht, daß die Behauptung Hervés und seiner Anhänger richtig ist, es sei dem Proletariat gleichgültig, in was für einem Vaterland es lebt: ob im monarchistischen Deutschland, im republikanischen Frankreich oder in der despotischen Türkei. Das Vaterland, d. h. das gegebene politische, kulturelle und soziale Milieu, ist der stärkste Faktor im Klassenkampf des Proletariats; und ist Vollmar im Unrecht, wenn er ein ‚echtdeutsches‘ Verhältnis des Proletariats zum ‚Vaterland‘ feststellt, so hat Hervé nicht minder unrecht, der einem so wichtigen Faktor des Befreiungskampfes des Proletariats unverzeihlich unkritisch gegenübersteht. Dem Proletariat können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen seines Kampfes nicht gleichgültig sein, folglich können ihm auch die Geschicke seines Landes nicht gleichgültig sein.| W.I. Lenin, Der streitbare Militarismus und die antimilitaristische Taktik der Sozialdemokratie, in: LW 15, S. 189.}} ''' Annahme 11 ''' * 1.) Die Herausbildung der Nationalstaaten und 2.) die Niederreißung der nationalen Schranken und die Herstellung der internationalen Einheit des Kapitals, der Politik, der Wissenschaft usw. sind Weltgesetze des Kapitalismus {{Zitat|Der Kapitalismus kennt in seiner Entwicklung zwei historische Tendenzen in der nationalen Frage. Die erste Tendenz: Erwachen des nationalen Lebens und der nationalen Bewegungen, Kampf gegen jede nationale Unterdrückung, Herausbildung von Nationalstaaten. Die zweite Tendenz: Entwicklung und Vervielfachung der verschiedenartigen Beziehungen zwischen den Nationen, Niederreißung der nationalen Schranken, Herausbildung der internationalen Einheit des Kapitals, des Wirtschaftslebens überhaupt, der' Politik, der Wissenschaft usw. Beide Tendenzen sind ein Weltgesetz des Kapitalismus. Die erste überwiegt im Anfangsstadium seiner Entwicklung, die zweite kennzeichnet den reifen, seiner Umwandlung in die sozialistische Gesellschaft entgegengehenden Kapitalismus.| W.I. Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, in: LW 20, S. 12.}} ''' Annahme 12 ''' * In jeder nationalen Kultur gibt es sowohl reaktionäre als auch demokratische und sozialistische Elemente. * Die „nationale Kultur“ ist die Kultur der herrschenden Klasse(n) {{Zitat|In jeder nationalen Kultur gibt es – seien es auch unentwickelte – Elemente einer demokratischen und sozialistischen Kultur, denn in jeder Nation gibt es eine werktätige und ausgebeutete Masse, deren Lebensbedingungen unvermeidlich eine demokratische und sozialistische Ideologie erzeugen. In jeder Nation gibt es aber auch eine bürgerliche (und in den meisten Fällen noch dazu erzreaktionäre und klerikale) Kultur, und zwar nicht nur in Form von ‚Elementen‘, sondern als herrschende Kultur. Deshalb ist die ‚nationale Kultur‘ schlechthin die Kultur der Gutsbesitzer, der Pfaffen, der Bourgeoisie.| W.I. Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, in: LW 20, S. 8.}} ''' Annahme 13 ''' * Es kann in den unterdrückten Klassen einen klassenkämpferischen und revolutionären Nationalstolz geben, der sich gegen den Chauvinismus der herrschenden Klasse richtet. {{Zitat|Ist uns großrussischen klassenbewußten Proletariern das Gefühl des nationalen Stolzes fremd? Gewiß nicht! Wir lieben unsere Sprache und unsere Heimat, wir wirken am meisten dafür, daß ihre werktätigen Massen (d. h. neun Zehntel ihrer Bevölkerung) zum bewußten Leben erhoben werden, daß sie Demokraten und Sozialisten werden. Es schmerzt uns am meisten, zu sehen und zu fühlen, welchen Gewalttaten, welcher Unterdrückung und welchen Schmähungen die Zarenschergen, Gutsbesitzer und Kapitalisten unsere schöne Heimat unterwerfen. Wir sind stolz darauf, daß […] die großrussische Arbeiterklasse im Jahre 1905 eine mächtige revolutionäre Massenpartei geschaffen, daß der großrussische Bauer zur selben Zeit Demokrat zu werden und den Popen und den Gutsbesitzer davonzujagen begonnen hat. Wir haben nicht vergessen, daß vor einem halben Jahrhundert der großrussische Demokrat Tschernyschewski, der sein Leben der Sache der Revolution hingab, gesagt hat: ‚Eine erbärmliche Nation, eine Nation von Sklaven, von oben bis unten – alles Sklaven.‘ Die offenen und versteckten großrussischen Sklaven (Sklaven im Verhältnis zur Zarenmonarchie) werden nicht gern an diese Worte erinnert. Aber nach unserer Meinung waren das Worte wahrer Heimatliebe, einer Liebe, die unter dem Mangel an revolutionärem Geist bei den Massen der großrussischen Bevölkerung litt. […] Jetzt ist er, obwohl in geringem Maße, doch schon vorhanden. Wir sind erfüllt vom Gefühl nationalen Stolzes, denn die großrussische Nation hat gleichfalls eine revolutionäre Klasse hervorgebracht, hat gleichfalls bewiesen, daß sie imstande ist, der Menschheit große Vorbilder des Kampfes für die Freiheit und den Sozialismus zu geben und nicht nur große Pogrome, Galgenreihen und Folterkammern, große Hungersnöte und große Kriecherei vor den Popen, den Zaren, den Gutsbesitzern und Kapitalisten. Wir sind erfüllt vom Gefühl nationalen Stolzes, und gerade deshalb hassen wir ganz besonders unsere sklavische Vergangenheit (in der adlige Gutsbesitzer die Bauern in den Krieg führten, um die Freiheit Ungarns, Polens, Persiens und Chinas zu meucheln) und unsere sklavische Gegenwart, in der dieselben Gutsbesitzer, unterstützt von den Kapitalisten, uns in den Krieg führen, um Polen und die Ukraine zu erdrosseln, um die demokratische Bewegung in Persien und China zu ersticken und um die Bande der Romanow, Bobrinski und Purischkewitsch zu stärken, die unsere großrussische nationale Würde schänden. Niemand ist schuld daran, daß er als Sklave geboren wurde; aber ein Sklave, dem nicht nur alle Freiheitsbestrebungen fremd sind, sondern der seine Sklaverei noch rechtfertigt und beschönigt (der beispielsweise die Erdrosselung Polens, der Ukraine usw. als ‚Vaterlandsverteidigung‘ der Großrussen bezeichnet) – ein solcher Sklave ist ein Lump und ein Schuft, der ein berechtigtes Gefühl der Empörung, der Verachtung und des Ekels hervorruft.| W.I. Lenin, Der tote Chauvinismus und der lebendige Sozialismus, in: LW 21, S. 92.}} ''' Annahme 14 ''' * Das Proletariat unterstützt alles, was zur Verschmelzung der Nationen führt. {{Zitat|[das Proletariat] unterstützt alles, was dazu beiträgt, die nationalen Unterschiede zu verwischen, die Schranken zwischen den Nationen niederzureißen, alles, was den-Zusammenhalt zwischen den Nationalitäten immer enger gestaltet, alles, was zur Verschmelzung der Nationen führt.| W.I. Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage, in: LW 20, S. 20.}}
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