Jump to content
Main menu
Main menu
move to sidebar
hide
Navigation
Main page
Recent changes
Random page
Help about MediaWiki
Special pages
BolscheWiki
Search
Search
Appearance
Create account
Log in
Personal tools
Create account
Log in
Pages for logged out editors
learn more
Contributions
Talk
Editing
Frauenbewegung
(section)
Page
Discussion
English
Read
Edit
View history
Tools
Tools
move to sidebar
hide
Actions
Read
Edit
View history
General
What links here
Related changes
Page information
Appearance
move to sidebar
hide
Warning:
You are not logged in. Your IP address will be publicly visible if you make any edits. If you
log in
or
create an account
, your edits will be attributed to your username, along with other benefits.
Anti-spam check. Do
not
fill this in!
== Aktuelle Thesen und Positionen == === Theoretische Positionen: Kampf gegen den Kapitalismus als Notwendigkeit fĂŒr die Befreiung der Frau versus Feminismus als klassenneutrale Reformbewegung === Die Frauenbewegung erstarkte mit der 68er-Bewegung wieder. V.a. in den Kreisen des ''Sozialistischen Deutschen Studentenbundes'' (SDS) wurde die Frauenfrage thematisiert. Einige Aktivistinnen bildeten feministische Positionen heraus, um sich von den mĂ€nnlichen Aktivisten abzusetzen. Sie kritisierten den Zustand, dass sie sich auf Grund der Kindererziehung politisch nicht engagieren könnten und forderten eine Thematisierung und Lösung der Situation. Die mĂ€nnlichen Genossen schienen ihrer Ansicht nach nicht ausreichend darauf einzugehen, was zu einer immer stĂ€rkeren Separation dieser Frauen von der restlichen Struktur bedeutete. Damit gingen auch die Herausbildung von eigenen Inhalten und Aktionen hervor. Die Frauen begannen damit, sich zunehmend mit ihrer IdentitĂ€t als Frau auseinanderzusetzen, und bezogen sich nicht mehr unbedingt auf den gemeinsamen Kampf von MĂ€nnern und Frauen gegen die Ausbeutung und UnterdrĂŒckung der Arbeiter und eben auch der Arbeiterinnen. Sie erhoben den Vorwurf, dass die Frauenfrage nur als Nebenwiderspruch (zum Hauptwiderspruch von Kapital â Lohnarbeit) aufgefasst wĂŒrde und daher keine Forderungen fĂŒr Frauen gestellt wĂŒrden. Im Zuge dieser Identifikationsphase stellen die Frauen Verbindungen zu kolonialisierten Völkern her: {{Zitat|1=Die Frauen fĂŒhlten sich selbst als Kolonialisierte, sie identifizierten sich mit den Opfern, nicht nur mit dem Vietcong, sondern mit allen UnterdrĂŒckten. [...] Die Schwarzen hatten es in der amerikanischen BĂŒrgerrechtsbewegung schon geschafft, sich als eine Klasse fĂŒr sich zu konstituieren und somit politisches Subjekt zu werden. FĂŒr die Frauen stand dieser ProzeĂ noch aus, galt er doch auch als besonders schwierig, da die Frauen sowohl verschiedenen Klassen als auch verschiedenen Rassen angehörten.|2=<ref>Trumann, Feministische Theorie, S.21.</ref>}} Folglich rĂŒckte der Klassenstandpunkt und die Solidarisierung von Arbeiter und Arbeiterinnen in den Hintergrund und die neue gemeinsame Bezugsgruppe stellten die Frauen aller Klassen dar. Als Themen der Frauenbewegung bildeten sich u.a. die gesellschaftliche Erziehung, die unbezahlte Hausarbeit, die sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung oder die Abtreibungsgesetze heraus. Immer mehr Frauenrechte wurden per Gesetz durchgesetzt und viele Forderungen der neuen Frauenbewegung in die Gesellschaft integriert: z.B. spezielle StudiengĂ€nge wie Genderstudies, Frauenquoten in Unternehmen, Gleichstellungsbeauftragte etc. Damit waren viele Forderungen der modernen Frauenbewegung erfĂŒllt, an der UnterdrĂŒckung der ausgebeutete Arbeiterin Ă€nderte sich jedoch nicht viel. Die Regelungen kamen v.a. den gut ausgebildeten, materiell gut gestellten Frauen zugute. Man kann hier interessante Parallelen zur historischen bĂŒrgerlichen Frauenbewegung zeichnen. Die Abschaffung des Kapitalismus und die Befreiung aller Frauen (nicht nur der vermögenden) war weder das Ziel der historischen bĂŒrgerlichen Frauenbewegung noch ist es das erklĂ€rte Ziel der modernen Frauenbewegung. Diese konzentriert sich vorrangig auf eine sprachliche und identitĂ€re Politik. Diese Richtung prĂ€gte u.a. die Philosophin Judith Butler stark, die in ihrer Gender-Theorie die UnterdrĂŒckung der Frau neu bestimmte. Sie sah dabei die Frau und Geschlecht an sich als Konstrukt, das gesellschaftlich vom âregulierenden Apparat der HeterosexualitĂ€tâ geschaffen wurde. Die unterdrĂŒckte Stellung von Frauen könne demnach nur durch Diskursarbeit, z.B. durch gendersensible Sprache, verĂ€ndert werden. Diese Ausrichtung auf eine abstrakte, idealistische Ebene und die Abkehr von der materiellen Situation von Frauen prĂ€gt die aktuelle Frauenbewegung stark. {{Zitat|1=Seitdem von der Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995 Gender Mainstreaming etabliert wurde, das auch von EuropĂ€ischer Union und Bundesregierung auf die Agenda gesetzt wurde, bekam Frauenpolitik einen anderen Drive. Das Konzept will zum einen Gleichstellung als Querschnittsaufgabe begriffen wissen und zum anderen ausdrĂŒcklich auch MĂ€nner als Akteure beim Aufbau einer geschlechtergerechten Gesellschaft beteiligen und verpflichten. [...] Der heutige Feminismus ist bunt, vielfĂ€ltig, gesellschaftskritisch und manchmal auch widersprĂŒchlich.|2=<ref>Notz, Feminismus, S.121 und 123.</ref>}} Die UnterdrĂŒckung der Frau wurde zunehmend den gesellschaftlichen Normen bzgl. IdentitĂ€tsbildung zugeschrieben und eine materialistische Betrachtung des Themas rĂŒckte immer mehr in den Hintergrund. Gegner wurde âdas Patriarchatâ, das als schon immer geltend angesehen wurde und nicht in Verbindung mit der Entwicklung des Privateigentums und der mĂ€nnlichen Vormachtstellung in Folge des MĂ€nnererbrechts gesehen wurde. Es wird sich also immer mehr von einer materialistischen Analyse entfernt und einer idealistischen Sichtweise angenĂ€hert, die besagt, dass die UnterdrĂŒckung der Frau ausschlieĂlich den spezifischen Verhaltensmustern der MĂ€nner geschuldet sei und nur durch eine verhaltensorientierte Politik (z.B. Sprache) geĂ€ndert werden könne. Eleni Bellou von der ''Kommunistischen Partei Griechenlands'' (KKE) schreibt zu dieser Entwicklung folgendes: {{Zitat|1=Heute gibt es viele neue AnsĂ€tze, die die Klassenwurzel der Ungleichheit der Frauen verbergen: Dies sind auĂergewöhnlich gefĂ€hrliche Ansichten mit negativen Folgen fĂŒr den Kampf von MĂ€nnern und Frauen innerhalb der Arbeiterbewegung, d.h. diese Ansichten arbeiten gegen ihre gemeinsamen Klasseninteressen, z.B. die Ansicht, dass die Ungleichheit der Frauen ein Produkt und eine Schaffung der Denkweise der MĂ€nner ist und zu dem Schluss kommt, dass Frauen ihre MĂ€nner, BrĂŒder, VĂ€ter und mĂ€nnlichen Kollegen als ihre Gegner sehen sollten und nicht das System, das Ungleichheit, Armut, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit fĂŒr sie und ihre Familien schafft. [...] Sie stellen als Quelle fĂŒr die ungleiche Stellung der Frauen den spezifischen Charakter der biologischen Funktionen der Frauen und die Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern dar. Sie prĂ€sentieren es als eine Frage der Denkweise, des Verhaltens, als Ergebnis patriarchalischer Macht. Sie sind der Ansicht, dass Ansichten und Ideen soziale Probleme schaffen, einschlieĂlich der Probleme im Zusammenhang mit der Frauenfrage. SchlieĂlich kommen sie zu der Auffassung, dass geschlechtsspezifische Diskriminierungen vor allem auf dem Bildungsweg und durch Rechtsreformen bekĂ€mpft werden können. Sie ĂŒbersehen, dass Ideen auf der Grundlage der materiellen Beziehungen der Menschen entstehen und spiegeln sie wider, wobei sie natĂŒrlich ihre eigene besondere Entwicklung an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit haben.|2=<ref>Bellou, Eleni: https://www.iccr.gr/en/news/The-class-character-of-the-women-question-and-its-development.-The-responsibilities-of-the-CPs-for-the-emancipation-of-women/, Ăbersetzung KO.</ref>}} Die Soziologin Frigga Haug, die auch in der Studentenbewegung 1968 sehr aktiv war, versteht sich als sozialistische Feministin und stellt eine Referenz fĂŒr unterschiedliche Gruppen dar (u.a. SDS, Marx21). Sie beschreibt die Verbindung von Marxismus und Feminismus als ihr wissenschaftliches und praktisches Projekt und prĂ€gte damit den sozialistischen Feminismus. Sie richtet sich gegen den aktuellen bĂŒrgerlichen, klassenĂŒbergreifenden Feminismus, der ihrer Ansicht nach verwirrend und entpolitisierend wirkt. Ihrer Ansicht nach bearbeitet der klassische Marxismus die Frauenfrage nicht ausreichend, da er die GeschlechterverhĂ€ltnisse nicht als Teil der ProduktionsverhĂ€ltnisse denkt. Sie spricht von der <q>unter Marxisten beiderlei Geschlechts umstrittene[n] Annahme eines patriarchalen HerrschaftsverhĂ€ltnisses; ProduktionsverhĂ€ltnisse sollen nicht nur als ökonomische AusbeutungsverhĂ€ltnisse â etwa zwischen Kapital und Lohnarbeit â begriffen werden, sondern auch als GeschlechterverhĂ€ltnisse. Die GeschlechterverhĂ€ltnisse als Teil der ProduktionsverhĂ€ltnisse zu denken ist eine Herausforderung an jene marxistische Theoriebildungstradition, die im Umkreis der organisierten Arbeiterbewegung gewachsen ist.</q> <ref>Haug, Frigga; Der im Gehen erkundete Weg, Marxismus â Feminismus; Argument Verlag, 2015; S.190.</ref> Sie widerspricht der Vorstellung einer historischen Reihenfolge, nach der erst die ProduktionsverhĂ€ltnisse und dann die GeschlechterverhĂ€ltnisse entstanden seien und fordert dazu auf, Herrschaft mehrdimensional zu begreifen (u.a. Herrschaft des Kapitals und Herrschaft des Patriarchats): {{Zitat|1=So begann der Angriff auf kausales Herrschaftsdenken und zugleich damit auf die einfache Annahme, es gĂ€be nur jeweils eine Herrschaftsart und nicht ein sich wechselseitig stĂŒtzendes Netz, also HerrschaftsverhĂ€ltnisse. Indem das totalitĂ€re und zugleich ökonomistische Ursprungsdenken aufgegeben wurde, öffnete sich Feministinnen der Raum fĂŒr die fruchtbare Rezeption von Kultur-, Sprach- und Machttheorien. Die Weigerung, sich ausschlieĂlich auf kapitalistische Ausbeutung zu konzentrieren, brachte zugleich Zweifel an der Fixierung auf die Arbeiterklasse als einzigem Subjekt von VerĂ€nderung. [...] Weil sozialistische Feministinnen von ihrer Denktradition her kapitalismuskritisch waren, bevor sie sich wirklich als Feministinnen verstanden und entsprechend Theoriekritik versuchten,blieb die Frage nach dem Zusammenhang von Kapitalismus und Patriarchat ein wesentlicher Brennpunkt. Der Versuch, aus der selbstverstĂ€ndlichen Annahme auszuscheren, FrauenunterdrĂŒckung folge direkt aus der Kapitallogik und sei mit deren Aussetzung verschwunden, bedeutete ja nicht, ĂŒberhaupt keinen inneren Zusammenhang anzunehmen, selbst dann nicht, wenn gewusst wird, dass FrauenunterdrĂŒckung viel Ă€lter ist als der Kapitalismus.|2=<ref>Haug, Frigga: Sozialistischer Feminismus. http://www.friggahaug.inkrit.de/documents/haug_sozialistischerFeminismus.pdf </ref>}} Der ''Kommunistische Aufbau'' (KA) nennt ebenfalls das Patriarchat als das Ă€lteste UnterdrĂŒckungsverhĂ€ltnis. Es geht noch vor die Zeit der Entstehung des Privateigentums zurĂŒck und kann erst im Kommunismus vollkommen ĂŒberwunden werden. Folglich wird auch in erster Linie der Kampf gegen das Patriarchat als Frauenrevolution gesehen. {{Zitat|1=Das Patriarchat ist das Ă€lteste UnterdrĂŒckungsverhĂ€ltnis der Welt. Seine Wurzel liegt noch in der Urgesellschaft, in der Entstehung des Privateigentums. Es blieb durch alle gesellschaftlichen Etappen hindurch erhalten und entwickelte sich mit ihnen weiter. Auch im Kapitalismus besteht es weiter. In der heutigen Gesellschaft ist es tief verankert und weit verzweigt. Wir sprechen im Kapitalismus von der mehrfachen UnterdrĂŒckung der proletarischen Frau. [...] Sie ist auf der einen Seite durch ihre Klassenzugehörigkeit unterdrĂŒckt und auf der anderen Seite vom Patriarchat. Den Kampf fĂŒr Befreiung der Frau, den Kampf fĂŒr die Zerschlagung des Patriarchats verstehen wir als Frauenrevolution. Ihr Ziel ist die umfassende Befreiung der Frau im Kommunismus.|2=<ref>Kommunistischer Aufbau, https://komaufbau.org/resolution-kommunistische-frauenarbeit-entwickeln/ </ref>}} Die KKE fordert die Frauenfrage als Teil der Klassenfrage (von Arbeiter und Arbeiterinnen) zu betrachten und fĂŒr die gemeinsame Befreiung von Arbeiter und Arbeiterinnen zu kĂ€mpfen: {{Zitat|1=Die Ungleichberechtigung und die Diskriminierungen gegen Frauen in allen Bereichen (in der Familie, am Arbeitsplatz, im politischen Kampf) haben tiefe Klassenwurzeln, und betreffen auch die Arbeiterbewegung. Nur die kommunistische Partei kann die Ăbereinstimmung des Kampfes fĂŒr Emanzipation und Gleichberechtigung mit dem Kampf fĂŒr die vollstĂ€ndige Befreiung sowohl der MĂ€nner, als auch der Frauen von der Ausbeutung, konsequent vertreten.|2=<ref>KKE: http://de.kke.gr/de/articles/POLITISCHER-BESCHLUSS-DES-20-PARTEITAGES-DER-KKE/ </ref>}} === Aktuelle Organisationsformen der Frauenbewegung: Leitlinien fĂŒr die Massenarbeit unter den Frauen versus eigenstĂ€ndige Frauenstrukturen innerhalb der Organisation === In vielen politischen Organisationen haben sich separate Frauenstrukturen herausgebildet, wie z.B. in der ''Interventionistischen Linken'' (IL). Die IL begrĂŒndet die GrĂŒndung einer eigenen Frauengruppe innerhalb ihrer Struktur damit, dass die alltĂ€gliche Arbeit von Frauen nicht gesehen und abgewertet wird. Die Frauen benötigen eigene Strukturen, um ihrer BedĂŒrfnisse durchsetzen zu können und sich frei von der mĂ€nnlichen Dominanz entwickeln zu können. {{Zitat|1=Diese Dynamiken wirken auch in der radikalen Linken. Auch hier mĂŒssen wir stĂ€ndig darum kĂ€mpfen, mit unseren Arbeiten anerkannt und wertgeschĂ€tzt zu werden, auch hier erfahren wir sexualisierte Gewalt, Slutshaming und andere Frauenfeindlichkeit. Ob es die fehlende Anerkennung unserer emotionalen Arbeit ist, oder auch ânurâ, dass wir wieder einmal darum kĂ€mpfen mĂŒssen, dass das Persönliche politisch ist und bleibt. Immer wieder ist Feminismus dann gerade doch nicht so wichtig, immer wieder wird emotionale Arbeit auf eine kleine Befindlichkeitsrunde verschoben und selbst diese muss oft verteidigt werden. Dort, wo wir es geschafft haben, ertrĂ€gliche ZustĂ€nde zu erkĂ€mpfen, sind diese stĂ€ndig in Gefahr, durch andere politische Projekte und vermeintliche SachzwĂ€nge wieder verdrĂ€ngt zu werden. Eigentlich mĂŒssten wir zu jedem Treffen, zu jeder Vollversammlung, zu jeder Aktion Tomaten mitnehmen, um den historischen Tomatenwurf zu wiederholen. Dieser stĂ€ndige Kampf ist anstrengend und er ist der Grund, warum wir uns entschieden haben, ihm in Zukunft viel weniger Raum einzurĂ€umen.|2=<ref>IL: https://blog.interventionistische-linke.org/feminismus/frauen-ihr-seid-nicht-allein </ref>}} Hier wird bereits deutlich, dass der Klassenstandpunkt nicht mehr vorkommt und folglich auch der gemeinsame Kampf gegen den Kapitalismus und fĂŒr die Befreiung der gesamten Arbeiterklasse nicht mehr das Ziel ist, sondern das Streben nach individueller Entfaltung im Vordergrund steht. Diese wird jedoch nicht mal kollektiv mit den mĂ€nnlichen Genossen entwickelt, sondern in Sonderstrukturen. Auch im ''Kommunistischen Aufbau'' (KA) hat sich im April eine eigene Frauengruppe, ''Kommunistische Frauen'' (KF), herausgebildet. Dem liegt die theoretische Annahme zugrunde, dass Frauenarbeit die Zerschlagung des Patriachats bedeute (s.o. unter 3.1) und sich die Frauen nur selbst befreien könnten. Dies wird mit der Grundannahme von Marx und Engels begrĂŒndet, dass auch die Arbeiter sich nur selbst befreien können. Der KA fasst die Frauen als eigene Bezugsgruppe auf, die neben der allgemeinen Arbeiterklasse eine Sonderstellung haben. BegrĂŒndet wird die GrĂŒndung der KF auĂerdem mit der freien Entfaltung und Entwicklung von Frauen. Der KA versucht ebenfalls ein GrundverstĂ€ndnis der kommunistischen Frauenarbeit zu formulieren, welches jedoch sehr allgemein bleibt: {{Zitat|1=Die UnterdrĂŒckten auf dieser Welt können sich nur selber befreien. Sie mĂŒssen sich ihre Freiheit erkĂ€mpfen, denn die UnterdrĂŒcker werden ihre Privilegien nicht einfach so hergeben. Karl Marx und Friedrich Engels haben es richtig gesagt: âDie Befreiung der Arbeiterklasse muss das Werk der Arbeiterklasse selbst seinâ. So ist es auch bei den Frauen. Wer, wenn nicht die Frauen selbst, sollen sie befreien? Kommunistische Frauenarbeit bedeutet, einen Ort zu schaffen, an dem FrauensolidaritĂ€t entwickelt und gelebt wird. FrauensolidaritĂ€t bedeutet fĂŒr uns, dass wir hinter unseren Genossinnen stehen und gemeinsam, Schulter an Schulter einen Kampf gegen das Patriarchat fĂŒhren. Im Kampf gegen das Patriarchat wollen wir als undurchdringliche Front stehen und kein versöhnlerisches Verhalten an den Tag legen.|2=<ref>KA: https://komaufbau.org/resolution-kommunistische-frauenarbeit-entwickeln/ </ref>}} {{Zitat|1=Durch eine eigenstĂ€ndige Frauenorganisation haben wir die Möglichkeit sicherzustellen, dass unsere Meinung innerhalb der Struktur der Organisation gehört und vertreten wird. Wir kommen damit unseren Aufgaben und Zielen, der Befreiung der Frau, nĂ€her. [...] Mit der kommunistischen Frauenorganisation haben die Frauen ein Mittel an der Hand, welches dieses Ziel in der Struktur der Organisation verankert und in besonderem MaĂe ein Schritt dazu ist, heute schon das Patriarchat, innerhalb und auĂerhalb unserer Organisationen,zu bekĂ€mpfen. Sie wird den wertvollen Standpunkten der Frauen der Organisation Gewicht verleihen, die sonst aufgrund der gegebenen patriarchalen Strukturen im Kapitalismus, unter denen jede kommunistische Organisation derzeit entsteht und arbeitet, weniger Gehör finden.|2=<ref>KA: https://komaufbau.org/gruendungserklaerung-kommunistische-frauen/ </ref>}} In diesen Positionen wird die Ausrichtung auf spezifische Strukturen der Frauenarbeit innerhalb der Organisationen deutlich, die in klarem Widerspruch zur Vorstellung der KPD stehen, keine Sondervereinigungen von Frauen in der Partei zu schaffen. Vorrangiges Ziel der Frauenarbeit ist auch die Zerschlagung des Patriachats und nicht die des Kapitalismus. Frauen werden neben der Arbeiterklasse als eigene Bezugsgruppe, wenn nicht sogar Klasse, angesehen und nicht als Teil von ihr. Ein weiterer Fall von eigenstĂ€ndigen Frauenorganisationen ist das BĂŒndnis ''Frauenstreik'' zum internationalen Frauentag am 8. MĂ€rz. Hier wurden alle Frauen aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen, um auf die Situation von Frauen aufmerksam zu machen. Der Streik forderte in erster Linie Frauen auf, ihre Arbeit niederzulegen. Der Streik ist ein BĂŒndnis verschiedener feministischer Gruppen und hat keine direkte Verankerung in der Gewerkschaft. Es handelte sich dabei also um keinen organisierten Streik von Arbeiterinnen, sondern um ein loses BĂŒndnis. In den Forderungen findet man keine Bezugnahme zum Kapitalismus, sondern ausschlieĂlich konkrete Forderungen im Bezug auf Sexismus, Rechtsruck der Gesellschaft, Ăkologie, Flucht und Krieg. {{Zitat|1=Diese Forderungen sind erst der Anfang. Wir fordern Frauen*, Inter-, Trans-, nicht-binĂ€re und queere Menschen auf ihre Stimme zu erheben und ihre eigenen Forderungen zu Ă€uĂern. Wir wollen einen grundsĂ€tzlichen gesellschaftlichen Wandel, in dem wir nicht unterdrĂŒckt oder ausgebeutet werden, wir stehen zusammen und lassen uns nicht spalten!|2=<ref>Frauenstreik: https://frauenstreik.org/forderungen/ </ref>}} Das trotzkistische Netzwerk marx21 bezieht sich durchwegs positiv auf den nationalen und internationalen Frauenstreik der letzten Jahre. Es sieht den Streik zwar noch als symbolischen Akt an, der aber mithilfe der Gewerkschaften zu einer wirksamen Waffe werden soll. Als positive Beispiele werden der Streik der Reinigungsbranche, der Kita-BeschĂ€ftigen oder der Krankenpflegerinnen genannt. Aufgabe des Netzwerks soll es sein, auf die unterschiedlichen Bewegungen zuzugreifen und hineinzuwirken: {{Zitat|1=Die neue Frauenbewegung kann gewinnen. [...] Die Mobilisierungen von Millionen von Frauen in den letzten Jahren machen Mut. Denn diese Bewegung hat das Potential, den spaltenden Gegensatz zwischen âIdentitĂ€tspolitikâ und âKlassenpolitikâ zu ĂŒberwinden. Daran können wir heute anknĂŒpfen, indem wir uns als Linke am Aufbau der neuen Frauenbewegung beteiligen und so den Kampf fĂŒr soziale, politische und ökonomische Gleichheit neuen Schwung geben.|2=<ref>Marx21, Welcher Feminismus?, Magazin fĂŒr internationalen Sozialismus, 01/2019, S.31. </ref>}} Marx21 fordert also nicht den Aufbau von Massenarbeit unter den Frauen durch die kommunistische Partei, sondern eine Beteiligung an vorhandenen Bewegungen und Strömungen. Die ''Sozialistische Alternative'' (SAV) sieht dies Ă€hnlich und fordert in der Frauenfrage die Orientierung auf die Partei ''Die Linke'': {{Zitat|1=Die SAV tritt innerhalb der Gewerkschaften, Bewegungen und der Partei DIE LINKE dafĂŒr ein, dass der Kampf gegen neoliberale Politik mit dem Kampf gegen FrauenunterdrĂŒckung verbunden wird und dafĂŒr ein gemeinsamer Kampf von Arbeitern und Arbeiterinnen nötig ist.|2=<ref>SAV: https://www.sozialismus.info/2010/03/13580/ </ref>}} Diesen Positionen entgegen spricht sich die KKE fĂŒr eine von der kommunistischen Partei formulierte Massenarbeit unter den Frauen aus, die jedoch erst noch entwickelt werden muss. Die Kommunistinnen der KKE sind jedoch seit einigen Jahren bereits in der OGE (''Greeks WomenÂŽs Federation'') aktiv. Bellou schreibt dazu: {{Zitat|1=Die Schlussfolgerung, zu der wir gekommen sind, ist, dass die radikale Frauenbewegung notwendig ist, um die Beteiligung von Frauen an den sozialen KĂ€mpfen zu erhöhen. Sie kann zu ihrer Beteiligung an der Arbeits- und Gewerkschaftsbewegung beitragen, weil sie vor allem zur Spezialisierung von Forderungen beitragen kann, die den BedĂŒrfnissen von Frauen der Arbeiterklasse entsprechen. Das Gleiche gilt fĂŒr selbstĂ€ndige Frauen, Bauern und ihren gemeinsamen Kampf im Rahmen des VolksbĂŒndnisses. [...] Es ist ein Thema fĂŒr kommunistische Frauen, die Beziehung zwischen der Partei und der Bewegung zu verstehen, um bei der Ăberwindung von Problemen wie âwo sollten Frauen organisiert werden, im Frauenverband, in der Gewerkschaft oder in der Parteiâ zu helfen?|2=<ref>Bellou, Eleni; https://www.iccr.gr/en/news/The-class-character-of-the-women-question-and-its-development.-The-responsibilities-of-the-CPs-for-the-emancipation-of-women/ Ăbersetzung KO.</ref>}} Dennoch wird klar, dass die Frage der Organisierung der Frauen noch nicht ausreichend beantwortet ist. Ausschlaggebend sollen dabei die Genossinnen und FunktionĂ€rinnen sein, die ihre eigene Lebenslage verallgemeinern und von dieser ausgehend konkrete Schritte und Forderungen ableiten sollen. Hauptziel der Frauenarbeit soll immer die Ăberwindung des Kapitalismus sein: {{Zitat|1=Die Unklarheiten ĂŒber die Notwendigkeit und den Inhalt der speziellen Parteiarbeit bei den Frauen und der AktivitĂ€t der Kommunistinnen in der radikalen Frauenbewegung mĂŒssen unter der Verantwortung der leitenden Organe ĂŒberwunden werden. Diese Frage betrifft vor allem die FunktionĂ€rinnen, die ihre eigene Lebenshaltung verallgemeinern und dabei die frauenspezifischen objektiven Schwierigkeiten, die die politische und soziale AktivitĂ€t der Frauen, sogar auch einiger Mitglieder der Partei und der KNE einschrĂ€nken, unterschĂ€tzen. Das VerstĂ€ndnis fĂŒr das Wesen der Frauenfrage ist erforderlich, um der Notwendigkeit der Entwicklung der Bewegung fĂŒr die Gleichberechtigung und die Emanzipation der Frauen aus der Arbeiterklasse und den anderen Volksschichten bewusst zu werden. Gleichzeitig ist es erforderlich, die FĂ€higkeit aller Parteimitglieder zu erweitern, Frauen, Arbeiterinnen, Angestellte, arbeitslose Frauen, SelbststĂ€ndige, BĂ€uerinnen, junge WerktĂ€tige, MĂŒtter, Studentinnen, Migrantinnen, Rentnerinnen, aber auch vom Arbeitsprozess ausgeschlossene Frauen, beispielsweise die Hausfrauen, zu erreichen. Ziel bleibt die Verbesserung des Anteils der Frauen unter den Parteimitgliedern, der heute weder dem Frauenanteil an der Gesamtbevölkerung, noch an der erwerbstĂ€tigen Frauenbevölkerung entspricht. Dieses Ziel muss bestimmte Bezirksparteiorganisationen ganz besonders beschĂ€ftigen, bei denen die Zusammensetzung, was den Frauenanteil betrifft, weit unter dem Landesdurchschnitt liegt.|2=<ref> KKE: http://de.kke.gr/de/articles/POLITISCHER-BESCHLUSS-DES-20-PARTEITAGES-DER-KKE/ </ref>}}
Summary:
Please note that all contributions to BolscheWiki may be edited, altered, or removed by other contributors. If you do not want your writing to be edited mercilessly, then do not submit it here.
You are also promising us that you wrote this yourself, or copied it from a public domain or similar free resource (see
My wiki:Copyrights
for details).
Do not submit copyrighted work without permission!
Cancel
Editing help
(opens in new window)
Search
Search
Editing
Frauenbewegung
(section)
Add topic