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KP als Avantgarde-Partei
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=== Die Auseinandersetzung zwischen Lenin und Luxemburg === Die Auseinandersetzung zwischen Luxemburg und Lenin befassten sich mit taktischen Problemen. Dabei ging es gesondert um Fragen der Organisation der Arbeiterklasse und um die Rolle der revolutionären Arbeiterpartei als Avantgarde. Lenin entwickelte, wie oben dargelegt, in seinen Schriften ''Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung'' (1901-02) und ''Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Die Krise in unserer Partei'' (1904) seine Theorie der Partei neuen Typus‘ und stellte heraus, dass die revolutionäre Arbeiterpartei eine Kaderpartei und die Avantgarde des Proletariats sein sollte. Luxemburg hingegen vertrat die These, dass die Spontaneität der Massen von größerer Bedeutung sei, als es Lenin annahm, leugnete ihrerseits aber nicht die Notwendigkeit der Führungsrolle der Partei, definiert diese aber in Abgrenzung an Lenins Zentralismus-Begriff. Rosa Luxemburg geht in ihrer Schrift ''Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie'' von 1903/1904 näher auf Lenins ''Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück. Die Krise in unserer Partei'' von 1904 ein und legt ein besonderes Augenmerk auf den Zentralismus. Am Ende des Textes formuliert sie polemisch: {{Zitat|1=Endlich erscheint auf der Bildfläche als ein noch legitimeres Kind des Geschichtsprozesses – Die russische Arbeiterbewegung, die den schönen Anlauf nimmt, zum ersten mal in der russischen Geschichte nun wirklich einmal einen Volkswillen zu schaffen. Jetzt aber stellt sich das ‚Ich‘ des russischen Revolutionärs schleunigst auf den Kopf und erklärt sich wieder einmal für einen allmächtigen Lenker der Geschichte – diesmal in der höchsteigenen Majestät eines Zentralkomitees der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Der kühne Akrobat übersieht dabei, daß das einzige Subjekt, dem jetzt die Rolle des Lenkers zufallen, das Massen-Ich der Arbeiterklasse ist, das sich partout darauf versteift, eigene Fehler machen und selbst historische Dialektik lernen zu dürfen. Und schließlich sagen wir doch unter uns heraus: Fehltritte, die eine wirklich revolutionäre Arbeiterbewegung begeht, sind geschichtlich unermeßlich fruchtbarer und wertvoller als die Unfehlbarkeit des allerbesten ‚Zentralkomitees‘.|2=<ref>Luxemburg, Rosa: Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie, in: Rosa Luxemburg, Gesammelte Werke 1/2, S. 444. </ref>}} Hier wird ersichtlich, dass sie der Masse des Proletariats einen höheren Stellenwert zuspricht als dem Anspruch der Partei, die Massen anzuleiten. Sie hält es für notwendig, dass sich im Verlaufe der Kämpfe ein „Volkswille“ herausbildet und die Arbeiterklasse zum revolutionären Subjekt werden kann, das selbst Erfahrungen machen kann und möglicherweise auch aus seinen Fehlern lernen muss. 1905 konkretisiert sie diese Vorstellung weiter, betont hier aber, dass die Sozialdemokratie ein Teil der Arbeiterklasse ist, die „Vorhut des Proletariats“ sein muss und erst im Verlauf der Kämpfe lernen und erkennen kann, was mögliche nächste Schritte sind: {{Zitat|1=Die Arbeiterklasse in allen Ländern lernt erst im Verlaufe ihres Kampfes kämpfen. Lediglich solche Parteien wie die PPS [Polnisch Sozialistische Partei, die eine reformistisch-nationalistische Politik vertrat. Anm. d. Verfasser], die sich einbilden, sozialistische und Arbeiterparteien zu sein, und im Grunde dem Geist des Klassenkampfes ganz fremd gegenüberstehen, können jederzeit mit aufgeblasener Miene behaupten, daß sie immer einen fertigen Plan in der Tasche haben, um der Arbeiterklasse zu ‚befehlen‘, was sie und wie sie es zu tun hat. Die Sozialdemokratie dagegen, die nur die Vorhut des Proletariats ist, ein Teil der ganzen arbeitenden Masse, das Blut aus ihrem Blut und Fleisch von ihrem Fleische, die Sozialdemokratie sucht und findet die Wege und besonderen Losungen des Arbeiterkampfes lediglich im Maße der Entwicklung dieses Kampfes, wobei sie aus diesem Kampf allein die Hinweise für den weiteren Weg schöpft.|2=<ref>Luxemburg, Rosa: In revolutionärer Stunde: Was weiter?, in: Rosa Luxemburg, Gesammelte Werke 1/2, S. 554.</ref>}} 1910 formuliert sie aus, wie sie sich die Dialektik zwischen den Massen und der Partei vorstellt. Dabei betont sie, dass die Massen besonders dann imstande sind, die Kämpfe zu führen und anzuleiten, wenn sich die Partei weiterentwickelt und ihre Rolle als „Vorhut“ der proletarischen Bewegung gut ausfüllt: {{Zitat|1=Die Sozialdemokratie ist nichts anderes als die Verkörperung des vom Bewußtsein über seine historischen Konsequenzen getragenen Klassenkampfes des modernen Proletariats. Ihr eigentlicher Führer ist in Wirklichkeit die Masse selbst, und zwar dialektisch in ihrem Entwicklungsprozeß aufgefaßt. Je mehr sich die Sozialdemokratie entwickelt, wächst, erstarkt, um so mehr nimmt die aufgeklärte Arbeitermasse mit jedem Tage ihre Schicksale, die Leitung ihrer Gesamtbewegung, die Bestimmung ihrer Richtlinien in die eigene Hand. Und wie die Sozialdemokratie im ganzen nur die bewußte Vorhut der proletarischen Klassenbewegung ist, die nach den Worten des Kommunistischen Manifestes in jedem Einzelmoment des Kampfes die dauernden Interessen der Befreiung und jedem partiellen Gruppeninteresse der Arbeiterschaft gegenüber die Interessen der Gesamtbewegung vertritt, so sind innerhalb der Sozialdemokratie ihre Führer um so mächtiger, um so einflußreicher, je klarer und bewußter sie sich selbst nur zum Sprachrohr des Willens und Strebens der aufgeklärten Massen, nur zu Trägern der objektiven Gesetze der Klassenbewegung machen.|2=<ref>Luxemburg, Rosa: Der politische Führer der deutschen Arbeiterklasse, in: Rosa Luxemburg, Gesammelte Werke 2, S. 280.</ref>}} Weiter heißt es in einem Text von 1913: {{Zitat|1=Die Sozialdemokratie hat allerdings, dank der theoretischen Einsicht in die sozialen Bedingungen ihres Kampfes, in einem nie gekannten Maße Bewußtsein in den proletarischen Klassenkampf hineingetragen, ihm Zielklarheit und Tragkraft verliehen. Sie hat zum erstenmal eine dauernde Massenorganisation der Arbeiter geschaffen und dadurch dem Klassenkampf ein festes Rückgrat gegeben. Es wäre aber ein verhängnisvoller Irrtum, sich nun einzubilden, daß seitdem auch alle geschichtliche Aktionsfähigkeit des Volkes auf die sozialdemokratische Organisation allein übergegangen, daß die unorganisierte Masse des Proletariats zum formlosen Brei, zum toten Ballast der Geschichte geworden ist. Ganz umgekehrt. Der lebendige Stoff der Weltgeschichte bleibt trotz einer Sozialdemokratie immer noch die Volksmasse, und nur wenn ein lebhafter Blutkreislauf zwischen dem Organisationskern und der Volksmasse besteht, wenn derselbe Pulsschlag beide belebt, dann kann auch die Sozialdemokratie zu großen historischen Aktionen sich tauglich erweisen.|2=<ref>Luxemburg, Rosa: Taktische Fragen, in: Rosa Luxemburg, Gesammelte Werke , S. 252.</ref>}} Hier spricht sie an, dass die Sozialdemokratie zur Aufgabe hat, Bewusstsein in den Klassenkampf hineinzutragen, dass das aber nicht damit gleichzusetzen ist, dass die Massen zum bloßen Objekt werden, vielmehr muss sich auch die Partei von den Massen anleiten lassen.
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