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=== In welchem Verhältnis steht die Bourgeoisie zu den verschiedenen Formen ihrer Herrschaft? Wann wird der Faschismus an die Macht gebracht? === Ist die parlamentarische Demokratie die bevorzugte Herrschaftsform der Bourgeoisie? Ist der Faschismus nur eine Notlösung für die Herrschenden? Oder führt der Drang zur Reaktion nicht auch zwangsläufig zu faschistischen Regierungsformen? Reinhard Opitz geht davon aus, dass die Beseitigung parlamentarischer Formen nicht immer im Interesse der Bourgeoisie ist, sondern eine Beherrschung, die auf freiwillige Zustimmung der Beherrschten trifft, immer am angenehmsten für die Bourgeoisie sei. <ref>Vgl. Kühnl, Reinhard: Faschismustheorien: Ein Leitfaden., Distel Verlag Aktualisierte Neuauflage 1990, S. 233.</ref> Das Hauptproblem des Monopolkapital sei demnach die Integration der Beherrschten, also die subjektive Zustimmung zu einem System, welches gegen das eigene Interesse gerichtet ist. <ref>Vgl. ebd., S. 234.</ref> Heruntergebrochen auf die bürgerliche Demokratie bedeutet das für die Bourgeoisie die Frage der Lösung des Problems, dass die Minderheit in einem formaldemokratischen System gegen die Mehrheit der zur Wahl zugelassenen Menschen formal legitimiert werden müsse. Hierzu entwickele die herrschende Klasse verschieden Integrationsmodelle und -mechanismen im Rahmen der bürgerlichen Demokratie. Aber was, wenn diese Integration nicht gelingt? Durch die Widersprüche des Kapitalismus bestehe immer die Gefahr des Misslingens der Integration großer Teile der „nichtmonopolistischen Schichten". <ref>Vgl. Opitz, Reinhard: Fragen der Faschismusdiskussionen, in: Das Argument, 1970, S. 52. </ref> Die Reaktion sei eine Formierung der Gesellschaft auf den Staat hin, ein Umbau des Staatsapparats zu einer "monopolkapitalistischen Präsidialdiktatur". Nur wenn das misslingt, muss die faschistische Option ran. <q>Dies, das Versagen also aller Instrumente der monopolkapitalistischen Integration, der Fall des eklatant-definitiven Mißlingens (nicht der Vollendung) der Formierung, ist die akut-faschismusträchtige Situation</q><ref>Kühnl, Reinhard: Faschismustheorien: Ein Leitfaden., Distel Verlag Aktualisierte Neuauflage 1990, S. 236</ref> Die faschistische Option ist laut Opitz also eine Notreserve des Kapitals. Das Kapital ging auf das Werben der faschistischen Kräfte solange nicht ein, bis alle bisherigen bürgerlichen Parteien ihre Integrationsfähigkeit endgültig verloren hatten. Bis zu der Machtübertragung existiere so deswegen tatsächlich eine gewisse Konkurrenz und „Dualismus“ zwischen faschistischer Partei und Monopolkapital. <ref>Vgl. ebd. S. 237.</ref> Die Erhaltung der eigenen Macht im Rahmen eines Formaldemokratie sei also die bevorzugte Variante für die Bourgeoisie. Kurt Gossweiler versucht dagegen am deutschen Beispiel nachzuweisen, dass der deutsche Imperialismus beständig zum Faschismus drängte und während der gesamten Weimarer Republik danach trachtete diese auch wieder abzuschaffen. Er begründet dies mit den ökonomischen Grundlagen des Imperialismus: <q>Der freien Konkurrenz entspricht die Demokratie. Dem Monopol entspricht die Reaktion.</q><ref>Gossweiler, Kurt/ Opitz, Reinhard/Kühnl, Reinhard: Faschismus. Entstehung und Verhinderung, Texte zur Demokratisierung, H.4. 1972 Frankfurt a.M., S.4f</ref> Der Drang des Monopolkapitals nach Alleinherrschaft resultiere aus dem Kampf ums Überleben im Konkurrenzkampf. Die bürgerliche Demokratie beschränke das Kapital in seiner Möglichkeit der grenzenlosen Ausbeutung der Lohnabhängigen, weil sie sich in dieser leichter zur Wehr setzen könnten. Allerdings sei der Faschismus erst mit dem Eintritt des Kapitalismus in die allgemeine Krise des Kapitalismus nach dem 1. Weltkrieg aufgetreten. Die allgemeine Krise sei dadurch gekennzeichnet, dass sie alle Bereiche der Gesellschaft erfasse. Die Revolution von 1917 war ein Ausdruck und Vertiefung dieser Krise: <q>Der Drang des Imperialismus nach Reaktion und Gewalt nahm also erst in einer bestimmten Situation faschistische Gestalt an.<ref>Ebd.</ref></q> Im Unterschied zu Kühnl und Opitz also, welche die bürgerlich-demokratische Regierungsform als die Normalform kapitalistischer Herrschaft auffassen, führt Gossweiler an, dass die Weimarer Republik nur äußerst widerwillig von den Herrschenden akzeptiert wurde, und sie zeitens ihres Bestehens auch wieder an ihrer Abschaffung arbeiteten. 1933 habe die Großbourgeoisie Angst davor bekommen, die Republik nie beseitigen zu können - nicht wegen einer bevorstehenden proletarischen Revolution, sondern aus Furcht vor dem alten „parlamentarischen“ Theater und deren politische Kräfte (Pazifisten, Sozialdemokraten etc.), welche als unbrauchbar für den Revanchekrieg eingeschätzt wurden. Die Weltwirtschaftskrise hatte das Bestreben die Weimarer Republik abzuschaffen, also nur um ein Vielfaches verstärkt. Die Errichtung der faschistischen Diktatur sei also nicht nur Defensiv gegen die starke Arbeiterbewegung zu begreifen, sondern sie war gleichzeitig eine Offensive des verstärkten Anvisieren der eigenen imperialistischen Ziele. Sie sei Ausdruck der Schwäche und Stärke der Monopolbourgeoisie zugleich gewesen. Gossweiler führt auch aus, dass nicht alle Teile des Kapitals zum Faschismus drängen, sondern in Anlehnung an Dimitroff nur „die reaktionärsten, am meisten chauvinistische[n] und imperialistische[n] Elemente“, welche „naturgemäß“ die führenden Hauptgruppen des Monopolkapitals seien: die Großbanken und Großkonzerne (Schwerindustrie, Chemie- und Elektro). Dies bedeute nicht, dass die anderen Teile des Finanzkapitals kein Interesse an Abbau der Arbeiterrechte haben, aber sie haben weniger Möglichkeiten ihre spezifischen Interessen in einem [[Faschismus als Herrschaft von Teilen des Finanzkapitals|faschistischen Staat durchzusetzen als in einer parlamentarischen Demokratie]]. <ref>Alle Anführungen aus Kühnl, Reinhard: Faschismustheorien. Faschismus als Diktatur des Monopolkapitals (Gossweiler, Opitz), S. 213 – 239 und aus Gossweiler et al 1972.</ref>
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