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=== Theoretische Positionen: Kampf gegen den Kapitalismus als Notwendigkeit für die Befreiung der Frau versus Feminismus als klassenneutrale Reformbewegung === Die Frauenbewegung erstarkte mit der 68er-Bewegung wieder. V.a. in den Kreisen des ''Sozialistischen Deutschen Studentenbundes'' (SDS) wurde die Frauenfrage thematisiert. Einige Aktivistinnen bildeten feministische Positionen heraus, um sich von den männlichen Aktivisten abzusetzen. Sie kritisierten den Zustand, dass sie sich auf Grund der Kindererziehung politisch nicht engagieren könnten und forderten eine Thematisierung und Lösung der Situation. Die männlichen Genossen schienen ihrer Ansicht nach nicht ausreichend darauf einzugehen, was zu einer immer stärkeren Separation dieser Frauen von der restlichen Struktur bedeutete. Damit gingen auch die Herausbildung von eigenen Inhalten und Aktionen hervor. Die Frauen begannen damit, sich zunehmend mit ihrer Identität als Frau auseinanderzusetzen, und bezogen sich nicht mehr unbedingt auf den gemeinsamen Kampf von Männern und Frauen gegen die Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter und eben auch der Arbeiterinnen. Sie erhoben den Vorwurf, dass die Frauenfrage nur als Nebenwiderspruch (zum Hauptwiderspruch von Kapital – Lohnarbeit) aufgefasst würde und daher keine Forderungen für Frauen gestellt würden. Im Zuge dieser Identifikationsphase stellen die Frauen Verbindungen zu kolonialisierten Völkern her: {{Zitat|1=Die Frauen fühlten sich selbst als Kolonialisierte, sie identifizierten sich mit den Opfern, nicht nur mit dem Vietcong, sondern mit allen Unterdrückten. [...] Die Schwarzen hatten es in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung schon geschafft, sich als eine Klasse für sich zu konstituieren und somit politisches Subjekt zu werden. Für die Frauen stand dieser Prozeß noch aus, galt er doch auch als besonders schwierig, da die Frauen sowohl verschiedenen Klassen als auch verschiedenen Rassen angehörten.|2=<ref>Trumann, Feministische Theorie, S.21.</ref>}} Folglich rückte der Klassenstandpunkt und die Solidarisierung von Arbeiter und Arbeiterinnen in den Hintergrund und die neue gemeinsame Bezugsgruppe stellten die Frauen aller Klassen dar. Als Themen der Frauenbewegung bildeten sich u.a. die gesellschaftliche Erziehung, die unbezahlte Hausarbeit, die sexuelle Freiheit und Selbstbestimmung oder die Abtreibungsgesetze heraus. Immer mehr Frauenrechte wurden per Gesetz durchgesetzt und viele Forderungen der neuen Frauenbewegung in die Gesellschaft integriert: z.B. spezielle Studiengänge wie Genderstudies, Frauenquoten in Unternehmen, Gleichstellungsbeauftragte etc. Damit waren viele Forderungen der modernen Frauenbewegung erfüllt, an der Unterdrückung der ausgebeutete Arbeiterin änderte sich jedoch nicht viel. Die Regelungen kamen v.a. den gut ausgebildeten, materiell gut gestellten Frauen zugute. Man kann hier interessante Parallelen zur historischen bürgerlichen Frauenbewegung zeichnen. Die Abschaffung des Kapitalismus und die Befreiung aller Frauen (nicht nur der vermögenden) war weder das Ziel der historischen bürgerlichen Frauenbewegung noch ist es das erklärte Ziel der modernen Frauenbewegung. Diese konzentriert sich vorrangig auf eine sprachliche und identitäre Politik. Diese Richtung prägte u.a. die Philosophin Judith Butler stark, die in ihrer Gender-Theorie die Unterdrückung der Frau neu bestimmte. Sie sah dabei die Frau und Geschlecht an sich als Konstrukt, das gesellschaftlich vom „regulierenden Apparat der Heterosexualität“ geschaffen wurde. Die unterdrückte Stellung von Frauen könne demnach nur durch Diskursarbeit, z.B. durch gendersensible Sprache, verändert werden. Diese Ausrichtung auf eine abstrakte, idealistische Ebene und die Abkehr von der materiellen Situation von Frauen prägt die aktuelle Frauenbewegung stark. {{Zitat|1=Seitdem von der Weltfrauenkonferenz in Beijing 1995 Gender Mainstreaming etabliert wurde, das auch von Europäischer Union und Bundesregierung auf die Agenda gesetzt wurde, bekam Frauenpolitik einen anderen Drive. Das Konzept will zum einen Gleichstellung als Querschnittsaufgabe begriffen wissen und zum anderen ausdrücklich auch Männer als Akteure beim Aufbau einer geschlechtergerechten Gesellschaft beteiligen und verpflichten. [...] Der heutige Feminismus ist bunt, vielfältig, gesellschaftskritisch und manchmal auch widersprüchlich.|2=<ref>Notz, Feminismus, S.121 und 123.</ref>}} Die Unterdrückung der Frau wurde zunehmend den gesellschaftlichen Normen bzgl. Identitätsbildung zugeschrieben und eine materialistische Betrachtung des Themas rückte immer mehr in den Hintergrund. Gegner wurde „das Patriarchat“, das als schon immer geltend angesehen wurde und nicht in Verbindung mit der Entwicklung des Privateigentums und der männlichen Vormachtstellung in Folge des Männererbrechts gesehen wurde. Es wird sich also immer mehr von einer materialistischen Analyse entfernt und einer idealistischen Sichtweise angenähert, die besagt, dass die Unterdrückung der Frau ausschließlich den spezifischen Verhaltensmustern der Männer geschuldet sei und nur durch eine verhaltensorientierte Politik (z.B. Sprache) geändert werden könne. Eleni Bellou von der ''Kommunistischen Partei Griechenlands'' (KKE) schreibt zu dieser Entwicklung folgendes: {{Zitat|1=Heute gibt es viele neue Ansätze, die die Klassenwurzel der Ungleichheit der Frauen verbergen: Dies sind außergewöhnlich gefährliche Ansichten mit negativen Folgen für den Kampf von Männern und Frauen innerhalb der Arbeiterbewegung, d.h. diese Ansichten arbeiten gegen ihre gemeinsamen Klasseninteressen, z.B. die Ansicht, dass die Ungleichheit der Frauen ein Produkt und eine Schaffung der Denkweise der Männer ist und zu dem Schluss kommt, dass Frauen ihre Männer, Brüder, Väter und männlichen Kollegen als ihre Gegner sehen sollten und nicht das System, das Ungleichheit, Armut, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit für sie und ihre Familien schafft. [...] Sie stellen als Quelle für die ungleiche Stellung der Frauen den spezifischen Charakter der biologischen Funktionen der Frauen und die Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern dar. Sie präsentieren es als eine Frage der Denkweise, des Verhaltens, als Ergebnis patriarchalischer Macht. Sie sind der Ansicht, dass Ansichten und Ideen soziale Probleme schaffen, einschließlich der Probleme im Zusammenhang mit der Frauenfrage. Schließlich kommen sie zu der Auffassung, dass geschlechtsspezifische Diskriminierungen vor allem auf dem Bildungsweg und durch Rechtsreformen bekämpft werden können. Sie übersehen, dass Ideen auf der Grundlage der materiellen Beziehungen der Menschen entstehen und spiegeln sie wider, wobei sie natürlich ihre eigene besondere Entwicklung an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit haben.|2=<ref>Bellou, Eleni: https://www.iccr.gr/en/news/The-class-character-of-the-women-question-and-its-development.-The-responsibilities-of-the-CPs-for-the-emancipation-of-women/, Übersetzung KO.</ref>}} Die Soziologin Frigga Haug, die auch in der Studentenbewegung 1968 sehr aktiv war, versteht sich als sozialistische Feministin und stellt eine Referenz für unterschiedliche Gruppen dar (u.a. SDS, Marx21). Sie beschreibt die Verbindung von Marxismus und Feminismus als ihr wissenschaftliches und praktisches Projekt und prägte damit den sozialistischen Feminismus. Sie richtet sich gegen den aktuellen bürgerlichen, klassenübergreifenden Feminismus, der ihrer Ansicht nach verwirrend und entpolitisierend wirkt. Ihrer Ansicht nach bearbeitet der klassische Marxismus die Frauenfrage nicht ausreichend, da er die Geschlechterverhältnisse nicht als Teil der Produktionsverhältnisse denkt. Sie spricht von der <q>unter Marxisten beiderlei Geschlechts umstrittene[n] Annahme eines patriarchalen Herrschaftsverhältnisses; Produktionsverhältnisse sollen nicht nur als ökonomische Ausbeutungsverhältnisse – etwa zwischen Kapital und Lohnarbeit – begriffen werden, sondern auch als Geschlechterverhältnisse. Die Geschlechterverhältnisse als Teil der Produktionsverhältnisse zu denken ist eine Herausforderung an jene marxistische Theoriebildungstradition, die im Umkreis der organisierten Arbeiterbewegung gewachsen ist.</q> <ref>Haug, Frigga; Der im Gehen erkundete Weg, Marxismus – Feminismus; Argument Verlag, 2015; S.190.</ref> Sie widerspricht der Vorstellung einer historischen Reihenfolge, nach der erst die Produktionsverhältnisse und dann die Geschlechterverhältnisse entstanden seien und fordert dazu auf, Herrschaft mehrdimensional zu begreifen (u.a. Herrschaft des Kapitals und Herrschaft des Patriarchats): {{Zitat|1=So begann der Angriff auf kausales Herrschaftsdenken und zugleich damit auf die einfache Annahme, es gäbe nur jeweils eine Herrschaftsart und nicht ein sich wechselseitig stützendes Netz, also Herrschaftsverhältnisse. Indem das totalitäre und zugleich ökonomistische Ursprungsdenken aufgegeben wurde, öffnete sich Feministinnen der Raum für die fruchtbare Rezeption von Kultur-, Sprach- und Machttheorien. Die Weigerung, sich ausschließlich auf kapitalistische Ausbeutung zu konzentrieren, brachte zugleich Zweifel an der Fixierung auf die Arbeiterklasse als einzigem Subjekt von Veränderung. [...] Weil sozialistische Feministinnen von ihrer Denktradition her kapitalismuskritisch waren, bevor sie sich wirklich als Feministinnen verstanden und entsprechend Theoriekritik versuchten,blieb die Frage nach dem Zusammenhang von Kapitalismus und Patriarchat ein wesentlicher Brennpunkt. Der Versuch, aus der selbstverständlichen Annahme auszuscheren, Frauenunterdrückung folge direkt aus der Kapitallogik und sei mit deren Aussetzung verschwunden, bedeutete ja nicht, überhaupt keinen inneren Zusammenhang anzunehmen, selbst dann nicht, wenn gewusst wird, dass Frauenunterdrückung viel älter ist als der Kapitalismus.|2=<ref>Haug, Frigga: Sozialistischer Feminismus. http://www.friggahaug.inkrit.de/documents/haug_sozialistischerFeminismus.pdf </ref>}} Der ''Kommunistische Aufbau'' (KA) nennt ebenfalls das Patriarchat als das älteste Unterdrückungsverhältnis. Es geht noch vor die Zeit der Entstehung des Privateigentums zurück und kann erst im Kommunismus vollkommen überwunden werden. Folglich wird auch in erster Linie der Kampf gegen das Patriarchat als Frauenrevolution gesehen. {{Zitat|1=Das Patriarchat ist das älteste Unterdrückungsverhältnis der Welt. Seine Wurzel liegt noch in der Urgesellschaft, in der Entstehung des Privateigentums. Es blieb durch alle gesellschaftlichen Etappen hindurch erhalten und entwickelte sich mit ihnen weiter. Auch im Kapitalismus besteht es weiter. In der heutigen Gesellschaft ist es tief verankert und weit verzweigt. Wir sprechen im Kapitalismus von der mehrfachen Unterdrückung der proletarischen Frau. [...] Sie ist auf der einen Seite durch ihre Klassenzugehörigkeit unterdrückt und auf der anderen Seite vom Patriarchat. Den Kampf für Befreiung der Frau, den Kampf für die Zerschlagung des Patriarchats verstehen wir als Frauenrevolution. Ihr Ziel ist die umfassende Befreiung der Frau im Kommunismus.|2=<ref>Kommunistischer Aufbau, https://komaufbau.org/resolution-kommunistische-frauenarbeit-entwickeln/ </ref>}} Die KKE fordert die Frauenfrage als Teil der Klassenfrage (von Arbeiter und Arbeiterinnen) zu betrachten und für die gemeinsame Befreiung von Arbeiter und Arbeiterinnen zu kämpfen: {{Zitat|1=Die Ungleichberechtigung und die Diskriminierungen gegen Frauen in allen Bereichen (in der Familie, am Arbeitsplatz, im politischen Kampf) haben tiefe Klassenwurzeln, und betreffen auch die Arbeiterbewegung. Nur die kommunistische Partei kann die Übereinstimmung des Kampfes für Emanzipation und Gleichberechtigung mit dem Kampf für die vollständige Befreiung sowohl der Männer, als auch der Frauen von der Ausbeutung, konsequent vertreten.|2=<ref>KKE: http://de.kke.gr/de/articles/POLITISCHER-BESCHLUSS-DES-20-PARTEITAGES-DER-KKE/ </ref>}}
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