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==Die These der „multipolaren Weltordnung“ und des „objektiv antiimperialistischen“ Charakters von Russland und China== Ausgangspunkt sind die ökonomischen Verschiebungen im imperialistischen System, wobei sich die Führungsrolle der USA zugunsten anderer Mächte relativiert hat. Diese Veränderungen werden als Übergang von einer „unipolaren Weltordnung“ durch die USA zu einer „multipolaren Weltordnung“ mit mehreren Zentren interpretiert. Von Teilen der Friedensbewegung und auch Teilen des marxistischen Spektrums wird diese Entwicklung als positiver Trend zu einer ausgeglicheneren und friedlicheren Weltpolitik interpretiert, da die Spielräume der USA bei der Durchführung imperialistischer Aggressionen sich dadurch einengen. Als „imperialistisch“ werden demnach vor allem die USA und NATO-Staaten verstanden, die sich in alle anderen Staaten einmischen und ihre Entwicklung bremsen wollen. Der Bedeutungszuwachs Russlands und Chinas oder generell neuer aufstrebender Mächte in der Weltpolitik wird hingegen als positiv eingeschätzt. Die Charakterisierung Russlands und Chinas kann dabei variieren, häufig findet sich jedoch folgende Einschätzung: Russland wird von Teilen der DKP, u.a. auch dem Parteivorstand, als kapitalistisch, aber nicht imperialistisch eingeschätzt. Begründet wird dies damit, dass Russland keinen großen Kapitalexport abgesehen von Rohstoffkonzernen habe und eine auf Ausgleich orientierte Außenpolitik betreibe, die den westlichen imperialistischen Bestrebungen objektive Hindernisse in den Weg stelle. Beispielsweise bezeichnet der internationale Sekretär der DKP Günter Pohl in einem Redebeitrag auf dem 20. Internationalen Treffen der Kommunistischen und Arbeiterparteien die Außenpolitik Russlands in Syrien und der Ukraine als „objektiv antiimperialistisch“ (http://solidnet.org/article/20-IMCWP-Written-Contribution-of-German-CP/ ) Nach einer anderen Variante dieser Auffassung erfüllt Russland ökonomisch die Kriterien für ein imperialistisches Land, spiele weltpolitisch aber dennoch eine positive Rolle. China wird von großen Teilen der DKP und dem Parteivorstand als Land mit sozialistischer Orientierung verstanden, das ebenfalls im Widerspruch zum imperialistischen Streben der NATO-Staaten stehe und versuche, international den Frieden zu wahren sowie auf Kooperation und die Einhaltung des Völkerrechts zu drängen. Die Außenpolitik Russlands und Chinas ist somit laut dieser Imperialismusanalyse objektiv im Interesse der Arbeiterklasse und des Kampfes für den Frieden. Dies zeigt, dass die Diskussion um den Klassencharakter von Russland und China eng mit der Debatte zur Imperialismusanalyse verbunden ist. Kritiker dieser Positionen werfen ihr vor, dass, indem der Imperialismus nicht als Weltsystem verstanden und damit faktisch vom Kapitalismus getrennt wird, eine ähnliche Trennung zwischen Ökonomie und Politik stattfindet, wie sie schon Lenin gegenüber Kautsky kritisiert hatte. Demnach werde der imperialistische Charakter eines Landes hauptsächlich daran festgemacht, ob dieses Land militärisch aggressiv auftritt, anstatt von der Position innerhalb der internationalen imperialistischen Hierarchie und kapitalistischen Arbeitsteilung auszugehen. Vertreter: Beate Landefeld, Willi Gerns, weitere Teile der DKP. Freidenker, Andreas Wehr, Rotfuchs, Z Zeitschrift marxistische Erneuerung, teilweise Zeitschrift Sozialismus, Teile der Friedensbewegung
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