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Imperialismus als Weltsystem
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=EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Union= Umstritten ist teilweise, ob es sich bei der EU um ein BĂŒndnis imperialistischer Staaten handelt, die sich zusammengeschlossen haben, um mit den gröĂten wirtschaftlichen MĂ€chten wie der USA, China und Japan mithalten und die Arbeiterklassen ihrer LĂ€nder effektiver ausbeuten zu können; oder ob es sich zumindest in AnsĂ€tzen um einen neu entstehenden supranationalen oder transnationalen Staat handelt. Die meisten Parteien, die sich als marxistisch-leninistisch verstehen, vertreten den erstgenannten Standpunkt. Die Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB) versteht die EU hingegen als einen âim Aufbau befindlichen europĂ€ischen Staatâ, wobei es zwischen dem Imperialismus des âim Aufbau befindlichen europĂ€ischen Staatesâ und dem des Nationalstaates keinen qualitativen Unterschied gebe. (Contribution of the Workersâ Party of Belgium, European Conference of Communist Parties, BrĂŒssel 1.-2. Oktober 2012). Auch geschichtlich waren die VorlĂ€ufer der EU nach Ansicht der meisten KPen vor allem als Gegenpol zum Sozialismus konstruiert. Die EGKS, EWG und die an den zwischenstaatlichen WidersprĂŒchen gescheiterte EuropĂ€ische Verteidigungsgemeinschaft hatten zum Zweck, den Kapitalismus in Westeuropa wiederaufzubauen und in eine klare Frontstellung gegen die Sowjetunion und das sozialistische Lager zu bringen. Doch auch nach dem Sieg der Konterrevolution vertritt die EU weiterhin Monopolinteressen. Dies drĂŒckt sich beispielhaft in Haushalts- und Verschuldungsvorgaben, Privatisierungen, freiem Kapital- und Personenverkehr sowie Bestrebungen zur AufrĂŒstung (PESCO) und Aufstellung einer europaweiten Armee aus. AuĂenpolitisch beteiligt sich die EU folgerichtig an Kriegen auf der ganzen Welt, unter dem Deckmantel von "humanitĂ€ren" EinsĂ€tzen, wĂ€hrend sie die vor Krieg flĂŒchtenden Menschen um jeden Preis von ihren AuĂengrenzen fernhĂ€lt (Frontex, Abkommen mit der TĂŒrkei, unmenschliche Lager in den Maghreb-Staaten). Diese Erscheinungen der reaktionĂ€ren Politik der EuropĂ€ischen Union sind nach Auffassung der sich auf den Marxismus-Leninismus beziehenden Parteien nicht Anzeichen einer Fehlentwicklung, sondern nur ein Ausdruck ihres grundsĂ€tzlichen imperialistischen Charakters. Demnach ist die EuropĂ€ische Union auch nicht reformierbar, sondern muss ĂŒberwunden werden um eine fortschrittliche europĂ€ische Politik durchzusetzen. Die EU mag demnach ihre einzelnen Staaten zwar oberflĂ€chlich vereinen, tatsĂ€chlich bestehen aber die imperialistischen WidersprĂŒche zwischen ihnen weiterhin. Daher ist die EU auch kein stabiles BĂŒndnis, sondern schlieĂt das Aufbrechen dieser temporĂ€ren Allianz mit ein. Die ungleiche Entwicklung welche kapitalistische Staaten durchlaufen zeigt sich unter anderem in dem VerhĂ€ltnis der einzelnen EU-Staaten zueinander und ihrer Position im BĂŒndnis selbst. Die Politik der EU wird dabei maĂgeblich von den wirtschaftlich stĂ€rksten Mitgliedsstaaten, vor allem Deutschland und Frankreich, bestimmt. Umstritten ist, ob die EU die schwĂ€cheren Mitgliedsstaaten ihrer nationalen SouverĂ€nitĂ€t beraubt und somit zu abhĂ€ngigen LĂ€ndern macht, oder ob auch die schwĂ€cheren Staaten sich bewusst fĂŒr die Mitgliedschaft in der EU entschieden haben, weil dies den Interessen der Bourgeoisie dieser LĂ€nder entspricht. Die KP Portugals (PCP) schĂ€tzt ein, dass Portugal in der EU ein abhĂ€ngiges Land geworden ist und dass folglich der Kampf um nationale UnabhĂ€ngigkeit eine wichtige Losung des Klassenkampfes sei. Die KP Griechenlands betont hingegen, dass auch die ökonomisch schwĂ€cheren LĂ€nder ĂŒber eine eigene Bourgeoisie verfĂŒgen und die Politik dieser Staaten die Interessen der heimischen Bourgeoisie ausdrĂŒckt und nicht etwa fremde Kapitalinteressen. Somit sei es eine bewusste Entscheidung beispielsweise des griechischen Kapitals gewesen, der EU und dem Euro beizutreten und dabei Teile der nationalen SouverĂ€nitĂ€t aufzugeben, weil sich dadurch neue Möglichkeiten der Expansion und Verfolgung ihrer Profitinteressen ergeben hĂ€tten. Daher sei die Forderung nach nationaler UnabhĂ€ngigkeit irrefĂŒhrend, stattdessen mĂŒsse der Kampf gleichzeitig gegen das auslĂ€ndische und inlĂ€ndische Kapital gefĂŒhrt werden. Die Frage des EU-Austritts ist unter den kommunistischen Parteien ebenfalls umstritten. So vertritt beispielsweise die KP Portugals die Forderung nach einem Austritt Portugals aus der EU auch unter kapitalistischen Bedingungen, als Schritt zu einem lĂ€ngeren Prozess der Transformation hin zu einer âFortgeschrittenen Demokratieâ und schlieĂlich zum Sozialismus. Die KKE vertritt hingegen die Position, dass die Losung nach der Herauslösung Griechenlands aus der EU im Zusammenhang mit der Losung der Volksmacht (d.h. des Sozialismus) aufgestellt werden muss, da sie sonst auf die Illusion hinauslĂ€uft, dass der Kapitalismus im nationalstaatlichen Rahmen eine Lösung sein könnte. Die Partei der Arbeit Belgiens vertritt eine dritte Position: Sie lehnt zwar die Vorstellung eines âanderen Europasâ unter kapitalistischen Bedingungen ab, schlieĂt aber auch die Möglichkeit einer sozialistischen Revolution nur in einem Land aus. Eine sozialistische Revolution mĂŒsse es mindestens auf einem Teil des europĂ€ischen Kontinents gleichzeitig geben. Deshalb mĂŒssten schon jetzt die KlassenkĂ€mpfe in den europĂ€ischen LĂ€ndern miteinander koordiniert und unter gemeinsame Losungen gestellt werden (bspw. der Forderung nach einer âMillionĂ€rssteuerâ). SchlieĂlich gibt es viertens die Position von â[[Eurokommunistische Staatsauffassung|eurokommunistischen]]â und sozialdemokratischen Parteien (KP Ăsterreichs, Rifondazione Comunista in Italien usw.), die statt einer Zerschlagung der EU eine Reform ihrer Institutionen in eine soziale und ökologische Richtung fĂŒr möglich halten. Die unterschiedlichen taktischen und strategischen Herangehensweisen zur EU stellen sich als Spaltung der europĂ€ischen kommunistischen Bewegung dar. So gab es bei der EU-Wahl 2019 zwei verschiedene Wahlaufrufe, wobei wenige Parteien beide Aufrufe unterzeichneten, wĂ€hrend im Wesentlichen die KPen Europas durch die beiden Aufrufe in zwei sichtbare Lager unterteilt wurden: Ein von der zypriotischen AKEL initiierter Aufruf, der unter anderem unterschrieben von der DKP und Die Linke, aber auch der KP Portugals (PCP) und der Partei der Arbeit Belgiens (PTB/PvdA) unterschrieben wurde; und ein Aufruf der Initiative der kommunistischen und Arbeiterparteien, der von der Initiative der kommunistischen und Arbeiterparteien formuliert wurde und von KPen wie der Kommunistischen Partei der TĂŒrkei, der KKE, der PC aus Italien, oder der KP der Arbeiter Spaniens (PCTE) unterschrieben wurde. Der Aufruf der AKEL bezeichnet die EU nicht als imperialistisch und benennt auch nicht den Sozialismus als Ziel. Darin heiĂt es âEin anderes Europa ist möglich, notwendig und zeitgemĂ€Ăer als je zuvor. Ein anderes Europa â ein Europa, das den Arbeitern und Völkern und ihren BedĂŒrfnissen dienen wird â kann durch einen radikalen Wandel der Grundlagen, auf denen die EU aufbaut, erreicht werden.â (AKEL: Joint Appeal 2019 European Elections, https://www.solidnet.org/article/AKEL-Joint-Appeal-2019-European-elections/ ). Somit wird eine Reform der grundlegenden Institutionen der EU als möglich eingeschĂ€tzt. Dies widerspricht allerdings gleichzeitig den programmatischen EinschĂ€tzungen einiger der unterzeichnenden Parteien. Der Aufruf der âInitiativeâ analysiert im direkten Gegensatz dazu die EU als imperialistisches Zentrum und âInstrument des europĂ€ischen GroĂkapitals, seine Profite zu erhöhen und seine Herrschaft zu garantierenâ. Alle Erwartungen, die EU in eine Richtung zu reformieren, die den Interessen der Völker entspricht, seien illusorisch (âAppeal of Communist and Workersâ Parties of Europe fort he European Elections of May 2019â, https://www.initiative-cwpe.org/en/news/Appeal-of-Communist-and-Workers-Parties-of-Europe-for-the-European-Elections-of-May-2019-For-the-strengthening-of-the-workers-peoples-struggle-against-capitalist-exploitation-and-European-Union-For-a-Europe-of-the-peoples-of-socialism/)- Die Position eines âdemokratischen Neustartsâ der EU wird in Deutschland vor allem von der Partei Die Linke und dem Democracy in Europe Movement 2025 (DiEM25) vertreten. Sie beziehen sich positiv auf die "europĂ€ische Idee" und grundsĂ€tzlich auch auf die EuropĂ€ische Union. Die EuropĂ€ische Union hat es demnach geschafft, die verschiedenen europĂ€ischen Kulturen nĂ€her zusammenzubringen, sie hat den Nationalismus eingedĂ€mmt, Grenzen abgeschafft und nach den zwei Weltkriegen fĂŒr Frieden in Europa gesorgt. Den positiven Bezug zur EuropĂ€ischen Union grenzen sie zu rechten, euroskeptischen und nationalistischen Bestrebungen ab. Kritik an der EU, welche ihre Reformierbarkeit bezweifelt, wird pauschal als rechts und reaktionĂ€r aufgefasst. Ausgehend von dieser Bewertung der EU stellen diese opportunistischen und sozialdemokratischen Parteien in ihrer tatsĂ€chlichen Politik eine Fehlentwicklung fest. Die EU rĂŒstet auf, beschlieĂt AusteritĂ€tspolitik und Privatisierungen und stellt die Teilnehmerstaaten in direkte ökonomische Konkurrenz. Auf dieser Grundlage formulieren diese Bewegungen ihre Kritik an ihr. Um die EU vor Nationalismus, âunmoralischenâ Konzernen und ĂŒbermĂ€Ăiger âBĂŒrokratieâ zu retten, sei ein "Neustart" und eine Reform hin zu mehr Demokratie nötig. Die EuropĂ€ische Union und ihre Politiker sollen demnach nicht mehr den Banken, Konzernen und MillionĂ€ren, sondern allen Menschen dienen. Frieden, bessere Löhne und Umweltschutz sollen mit Hilfe demokratischer Reformen fĂŒr mehr BĂŒrgerbeteiligung umgesetzt werden. Dies soll auf dem momentanen GrundgerĂŒst der EuropĂ€ischen Union unter der FĂŒhrung der sozialdemokratischen Parteien im Europaparlament passieren. Mit einer KrĂ€fteverschiebung im Parlament soll also ein grundlegender Wechsel der Ausrichtung der EuropĂ€ischen Union erfolgen, mit dem Ziel, die Union als Ausdruck eines geeinten Europas zu erhalten.
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