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Imperialismus als Weltsystem
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ZurĂŒck zu [[AG Politische Ăkonomie des Imperialismus]] =Ăberblick= Die Analyse des Imperialismus ist umstritten und gehört zu den zentralen Debatten in der kommunistischen Bewegung. Sie hat weitgehende Konsequenzen fĂŒr die Strategie der Parteien und ist eine anhaltende Debatte, die bereits seit der Entstehung des Imperialismus gefĂŒhrt wird. Zum Teil sind es heute dieselben Punkte wie in der Auseinandersetzung zwischen Kautsky und Lenin (s.u.). Der Grund fĂŒr Unklarheiten liegt zum einen im [[Revisionismus und Opportunismus|Opportunismus]], zum anderen in VerĂ€nderungen, die untersucht werden mĂŒssen und ĂŒber die, wegen mangelnder Grundlage, falsche Annahmen entstehen können. Die voranschreitende [[Monopolisierung und Finanzkapital|Monopolisierung]], die weitere Entwicklung von [[Kapitalexport]] und die verschiedenen Formen des fiktiven Kapitals und der Kapitalströme haben bei verschiedenen politischen KrĂ€ften zu der Annahme gefĂŒhrt, der grundlegende Charakter des Kapitalismus habe sich in seinem imperialistischen Stadium verĂ€ndert. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage: Was sind die Kriterien mit denen die Analyse vorgenommen wird? Ebenso zu klĂ€ren sind folgende Fragestellungen: Wird der Imperialismus als ökonomisches System oder als vor allem politisches PhĂ€nomen begriffen? Ist es möglich den politischen Ăberbau von der ökonomischen Basis zu lösen bzw. zu relativieren? Gibt es kapitalistische Staaten, die eine friedliche, fortschrittliche Entwicklung im Imperialismus ermöglichen könnten? Und gibt es eine Verflechtung und VerschrĂ€nkung, die zu einer AbschwĂ€chung der WidersprĂŒche fĂŒhrt? Die Debatte spitzt sich in der Frage zu, ob es Staaten bzw. LĂ€nder gibt, die auĂerhalb des âImperialismusâ stehen. Damit einher geht, dass eine Definition des Imperialismus vorgenommen wird, nĂ€mlich die, dass der Imperialismus auf einige wenige besonders mĂ€chtige LĂ€nder beschrĂ€nkt ist. Dem gegenĂŒber steht die Auffassung, dass Imperialismus als Weltsystem zu verstehen ist, in dem die LĂ€nder verschiedene Positionen einnehmen. Im folgenden wird versucht, die unterschiedlichen Positionen und Thesen sowie ihre Vertreter darzustellen. Die Analyse imperialistischer BĂŒndnisse steht in enger Verbindung zu der Imperialismusanalyse im Allgemeinen und ist ein Teil von ihr. Die Auseinandersetzungen zur Imperialismusanalyse sind daher eine Vorbedingung fĂŒr eine Bewertung der BĂŒndnisse der einzelnen Staaten. Die Analyse der internationalen KrĂ€fteverhĂ€ltnisse spielt eine wichtige Rolle in der Strategie der kommunistischen Bewegung, da sie untrennbar mit der BĂŒndnisfrage und Friedensfrage verbunden ist. Wie sind die verschiedenen Konfliktparteien in militĂ€rischen Auseinandersetzungen zu bewerten? Was muss dafĂŒr beachtet werden, was kann dafĂŒr ausgeblendet werden? Gibt es fortschrittliche, friedliche oder antiimperialistische KrĂ€fte im kapitalistischen Weltsystem? Die Arbeiterklasse braucht Klarheit in diesen Fragen, um ihre KĂ€mpfe und ihre SolidaritĂ€t in einen internationalen Rahmen setzen zu können. BĂŒndnisse zwischen den Staaten spielen hier ebenfalls eine Rolle, da die EinschĂ€tzung einzelner Staaten in den meisten FĂ€llen auch auf die Allianzen, die sie eingehen, bezogen wird. Diese Fragen stehen eng in Verbindung mit ihrem ökonomisch-politischen Charakter. Welche Auswirkungen haben Freihandelsabkommen zwischen WirtschaftsbĂŒndnissen auf die arbeitende Bevölkerung? Wie drĂŒckt sich das KlassenverhĂ€ltnis in ZusammenschlĂŒssen zu einem Wirtschaftsraum aus, vor allem in dessen Institutionen? Eine KlĂ€rung solcher Fragen muss materialistisch in Anbetracht der geĂ€nderten Bedingungen im derzeitigen Stadium des Imperialismus erfolgen. FĂŒr die Kommunisten und ihre Parteien in Europa spielt vor allem die Position zur EuropĂ€ischen Union eine wichtige Rolle. Innerhalb der kommunistischen Bewegung gibt es teilweise grundlegend verschiedene Auffassungen zu ihrem Charakter und dem daraus resultierenden strategischen Umgang mit ihr. Dieses Themenfeld lĂ€sst sich als "Reformierbarkeit der EU" zusammenfassen sowie der Positionierung zu der Abschaffung oder dem Austritt aus der EuropĂ€ischen Union. Was ist die EU eigentlich? Inwieweit ist sie reformierbar, oder sind ihre Probleme grundlegender Art? Muss sie abgeschafft werden, und wie sind Austritte aus ihr, wie zum Beispiel derjenige GroĂbritanniens, zu bewerten? Die Spaltung der kommunistischen Bewegung in Europa wird anhand dieser Fragen besonders ersichtlich, weshalb Antworten auf sie im Laufe des KlĂ€rungsprozesses einen wichtigen Beitrag zur Einheit leisten können. ==Die Diskussion zwischen Lenin und Kautsky um den âUltraimperialismusâ== Lenin setzte sich in seinem Werk âDer Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismusâ ausfĂŒhrlich mit der von Karl Kautsky vertretenen Theorie des âUltraimperialismusâ auseinander. Kautsky definierte den Imperialismus wie folgt: âDer Imperialismus ist ein Produkt des hochentwickelten industriellen Kapitalismus. Er besteht in dem Drange jeder industriellen kapitalistischen Nation, sich ein immer gröĂeres agrarischesâ (hervorgehoben von Kautsky) âGebiet zu unterwerfen und anzugliedern, ohne RĂŒcksicht darauf, von welchen Nationen es bewohnt wird.â (zitiert nach Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, LW 22, S. 272) Die Auseinandersetzung um Kautskys Theorie betraf mehrere Punkte. Erstens ging Kautsky davon aus, dass sich durch die Herausbildung internationaler Trusts die WidersprĂŒche im Imperialismus abschwĂ€chen und eine friedliche Entwicklung möglich sein wĂŒrde. Kautsky schreibt: âVom rein ökonomischen Standpunkt ist es nicht ausgeschlossen, daĂ der Kapitalismus noch eine neue Phase erlebt, die Ăbertragung der Kartellpolitik auf die Ă€uĂere Politik, eine Phase des Ultraimperialismusâ, eine Phase der âgemeinsamen Ausbeutung der Welt durch das international verbĂŒndete Finanzkapitalâ (zitiert nach Lenin: Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, LW 22, S. 275). Er behauptete zwar nicht, dass ein solcher Zustand bereits erreicht sei, konstatierte jedoch eine Tendenz in diese Richtung. Lenin ging im direkten Gegensatz zu dieser Auffassung von einer VerschĂ€rfung der WidersprĂŒche zwischen den Monopolen aus. Zwischenimperialistische BĂŒndnisse sah Lenin nur als âAtempausen zwischen Kriegenâ, also nicht als dauerhafte ZusammenschlĂŒsse. Solche BĂŒndnisse wĂŒrden Kriege vorbereiten und aus ihnen wiederum hervorgehen, seien also der imperialistischen Tendenz zum Krieg an sich keineswegs entgegengesetzt. Zweitens trennte Kautsky in seiner Definition die Politik von der Ăkonomie, indem er Annexionen als âbevorzugteâ Politik der Monopole bezeichnete und damit auch eine andere Politik fĂŒr möglich hielt, ohne dass sich an der ökonomischen Basis etwas Ă€ndern mĂŒsste. Lenin betonte dagegen die Einheit von Ăkonomie und Politik und dass auf der ökonomischen Basis des Finanzkapitals keine andere als eine aggressive reaktionĂ€re Politik entstehen könne. Drittens sah Kautsky vor allem in der Annexion agrarischer Gebiete das treibende Motiv des Imperialismus, also in der GrĂŒndung von Kolonien, was Lenin fĂŒr eine VerkĂŒrzung hielt, da seiner Ansicht nach der Imperialismus auch einen Drang zur Annexion industriell entwickelter Gebiete entwickelte. Viertens betonte Kautsky in seiner Definition allein die industrielle Entwicklung des Kapitalismus als ökonomische Grundlage des Imperialismus, wĂ€hrend Lenin diese Grundlage in der Entwicklung des Kapitals zum [[Monopolisierung und Finanzkapital|Finanzkapital]] sah. Die Polemik Lenins gegen die âUltraimperialismusâ-Theorie hat seitdem in imperialismustheoretischen Diskussionen oft eine wichtige Rolle gespielt, zumal sie grundlegende Fragen wie das VerhĂ€ltnis von Ăkonomie und Politik und die FĂ€higkeit des Imperialismus zur friedlichen Entwicklung betraf. ==Imperialismus als Weltsystem, die imperialistische Pyramide== Die KKE vertritt die Imperialismusanalyse, wonach der ökonomische Kern des Imperialismus das Monopol ist. Die Merkmale des Imperialismus sind fĂŒr die KKE weiterhin: die Konzentration der Produktion und des Kapitals, die Verschmelzung des Bank- und Industriekapitals zum Finanzkapital, die Entstehung einer Finanzoligarchie, der [[Kapitalexport]] und die Entstehung internationaler MonopolbĂŒndnisse. Imperialismus ist nach den Analysen der KKE kein politisches Konzept, das von der ökonomischen Basis loszulösen ist und auch nicht nur als Politik der militĂ€rischen Aggression zu verstehen. Kapitalismus und Imperialismus sind demnach nicht von einander zu trennen. Der Imperialismus ist nach dieser Auffassung nicht damit gleichzusetzen, dass âeine Handvoll groĂer kapitalistischer KrĂ€fte die ĂŒbrigen LĂ€nder bestehlen und ausplĂŒndern und sich nicht-gleichberechtigte Beziehungen zu den ĂŒbrigen kapitalistischen LĂ€ndern durchsetzenâ. Es sei eine falsche Schlussfolgerung, âdass nur kapitalistische Staaten, die sich an der Spitze der imperialistischen Pyramide befinden, imperialistische Politik ausĂŒbenâ (Papadopoulos 2016: Die AktualitĂ€t der leninistischen Theorie des Imperialismus, KOMEP 4/2016). Lenin habe bereits zu seiner Zeit die imperialistische Politik bĂŒrgerlicher Staaten untersucht, die nicht zu den HauptmĂ€chten gehörten, wie z.B. in den FĂ€llen Belgiens, Italiens und DĂ€nemarks. Imperialismus ist fĂŒr die KKE ein Weltsystem, in dem die verschiedenen LĂ€nder verschiedene Stellungen einnehmen und in einem wechselseitigen AbhĂ€ngigkeitsverhĂ€ltnis stehen. Aufgrund der Wirkung des Gesetzes der ungleichmĂ€Ăigen Entwicklung wĂŒrden âdie ungleichmĂ€Ăigen Beziehungen die Gesamtheit der kapitalistischen Staaten betreffen und (seien) dem imperialistischen System immanentâ (ebenda). Es gebe zwar zu einem gegebenen Zeitpunkt immer bestimmte fĂŒhrende Staaten, allerdings wĂŒrden sich die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse zwischen den Staaten aufgrund des Kapitalexports und des technologischen Wandels kontinuierlich Ă€ndern. Der Bedeutungsgewinn der BRICS-Staaten, der relative Abstieg der G7-Staaten, sowie die VerĂ€nderung des VerhĂ€ltnisses zwischen USA und Eurozone werden als aktuelle Beispiele dafĂŒr angefĂŒhrt. Die KKE benutzt also die Metapher einer Pyramide, wobei an der Spitze die mĂ€chtigsten imperialistischen MĂ€chte stehen, darunter verschiedene Zwischenschichten von LĂ€ndern, die zu verschiedenen Graden ebenfalls Merkmale des Imperialismus (Monopole, Finanzkapital, Kapitalexport) entwickeln und schlieĂlich ganz unten die am wenigsten entwickelten LĂ€nder, die trotzdem insgesamt Teil des imperialistischen Weltsystems sind. Die Hierarchie zwischen diesen LĂ€ndern ergibt sich aus der wechselseitigen AbhĂ€ngigkeit zwischen ihnen, die stets ungleich strukturiert ist, aber auch stĂ€ndiger VerĂ€nderung unterliegt. Die GegensĂ€tze und WidersprĂŒche zwischen den verschiedenen Staaten nehmen daraus folgend zu, ebenso verschĂ€rft sich die Konkurrenz um Rohstoffe, Transportwege und Marktanteile der Monopole. Die Zunahme von Polen oder Zentren verschĂ€rft die Konkurrenz und GegensĂ€tze. Monopole in der Wirtschaft können nicht mit einer gewaltfreien, nicht den Monopolinteressen dienenden Politik koexistieren. FĂŒr die KKE ist diese Frage von groĂer politischer Relevanz. Denn aus der falschen Analyse des Imperialismus, die diesen tendenziell als ausschlieĂliches Merkmal einer Gruppe mĂ€chtiger Staaten verstanden hat, seien aus ihrer Sicht falsche Schlussfolgerungen ĂŒber den Charakter der Revolution abgeleitet worden. Der Charakter der Revolution in einem Land wurde demnach oftmals ânach dem Kriterium des jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstandes der ProduktivkrĂ€fte und der Ănderung der Position eines Landes im internationalen imperialistischen Systemâ bestimmt. Damit werde jedoch unterschĂ€tzt, inwieweit die sozialistischen ProduktionsverhĂ€ltnisse selbst groĂe Impulse zur Entwicklung der [[Produktivkraftentwickung und Arbeitsteilung|ProduktivkrĂ€fte]] und zum Aufholen des relativen RĂŒckstands der ProduktivkrĂ€fte leisten könnten (ebenda). Der Imperialismus sei hingegen als weltweites System von der internationalen Arbeiterklasse auch mit einer einheitlichen Strategie zu bekĂ€mpfen. Das bedeutet, dass die Arbeiterklasse einem Irrweg folgt, wenn sie in manchen LĂ€ndern lediglich eine nationale Befreiung ohne Verbindung zum Sozialismus oder eine Zwischenphase (antimonopolistische Demokratie, neudemokratische Revolution etc., siehe Dissens [[Strategie der ĂbergĂ€nge|ĂbergĂ€nge]]) anstrebt. Stattdessen sollte der Sozialismus ĂŒberall auf die Tagesordnung gesetzt werden. Vertreter: KKE (https://inter.kke.gr/de/articles/On-Imperialism-The-Imperialist-Pyramid/ ; Papadopoulos, Makis 2016: Die AktualitĂ€t der leninistischen Theorie des Imperialismus, KOMEP 4/2016). ==Kollektiver Imperialismus== Vor knapp zwanzig Jahren wurde, z.B. von einem Teil der DKP, die These vertreten, dass alle imperialistischen Staaten auf Grund gemeinsamer Interessen die restlichen LĂ€nder unterwerfen und dass ein Krieg zwischen den imperialistischen MĂ€chten unwahrscheinlich bzw. ausgeschlossen ist. Nach der Weltwirtschaftskrise von 2008 und der zunehmenden WidersprĂŒche zwischen den imperialistischen LĂ€ndern hat sich die These etwas verschoben. Angenommen wird nun, dass die USA und die NATO-Staaten einen âkollektiven Imperialismusâ bilden, der ihre Interessen gegen die anderen, vor allem Russland und China, durchsetzt. Die ökonomische Grundlage dieses neuen Stadiums sieht bspw. Leo Mayer darin, dass sich der Imperialismus im Ăbergang vom â[[Staatsmonopolistischer Kapitalismus|staatsmonopolistischen Kapitalismus]]â zum âtransnationalen Monopolkapitalismusâ befinde. âZum ersten Mal in der Geschichteâ sei âdie Produktion von Mehrwert selbst â das Wesen der kapitalistischen Akkumulation â international organisiertâ (Leo Mayer 2011: Zunehmende VerteilungskĂ€mpfe, junge Welt 13.4.2011). Aufgrund der Internationalisierung der Produktion und Verwertung des Kapitals, sowie der Zunahme des Kapitalexports haben sich ihrer Meinung nach Konzerne mit âtransnationaler EigentĂŒmerstrukturâ herausgebildet. Dies fĂŒhre auch zu Entwicklung neuer supranationaler Staatsgebilde. Auch im DKP-Programm von 2006 heiĂt es, es zeichneten sich âim Zusammenhang mit der Globalisierung Keimformen eines globalen staatsmonopolistischen Regulierungssystems ab.â (Programm der DKP, S. 4). Damit verbunden wird eine relative SelbstĂ€ndigkeit des Staates vom Kapital angenommen. Dies Ă€uĂert sich in der Auffassung, Nationalstaaten wĂŒrden vom transnationalen Kapital gegeneinander ausgespielt werden, um fĂŒr dieses die besten Bedingungen durchzusetzen. Sie vermitteln nach dieser Position weiterhin die âHegemonieâ des transnationalen Kapitals und bearbeiten die Konflikte zwischen Fraktionen dieses Kapitals. Die Konkurrenz zwischen Nationalstaaten nehme laut dieser Imperialismusanalyse zwar zu, die transnationalen Organisationsformen des transnationalen Kapitals trĂŒgen aber zur EntschĂ€rfung der Konkurrenz bei. (Mayer) HauptsĂ€chlich gingen die EU und die USA kollektiv vor, wĂ€hrend es zwischen den USA und der EU auf der einen Seite und den BRICS auf der anderen Seite zu verstĂ€rkter Konkurrenz komme. Welchen Charakter und welche Rolle Russland und China dabei spielen, wird unterschiedlich ausgelegt. Aus der These des âkollektiven Imperialismusâ wird oft die politische Schlussfolgerung gezogen, Kritiker dieser Position sehen darin eine Neuauflage der âUltraimperialismusâ-These Kautskys. Sie kritisieren, dass weder fĂŒr eine Ablösung des Kapitals vom Nationalstaat, noch fĂŒr die Herausbildung eines âtransnationalen Staatesâ oder die AbschwĂ€chung zwischenimperialistischer WidersprĂŒche zugunsten eines kollektiven BĂŒndnisses der imperialistischen MĂ€chte ĂŒberzeugende empirische Belege existieren. Durch diese Analyse werde dem Imperialismus fĂ€lschlicherweise das Potenzial zur friedlichen Entwicklung zugetraut und der Nationalstaat als immer noch entscheidender Rahmen des Klassenkampfes unterschĂ€tzt. Vertreter: Leo Mayer, ISW, Samir Amin. ==âNeuimperialistischeâ LĂ€nder, âĂbermonopoleâ und âallein herrschendes internationales Finanzkapitalâ in den Analysen der MLPD== Nach Auffassung der âMarxistisch-Leninistischen Partei Deutschlandsâ (MLPD) haben sich in den vergangenen Jahrzehnten sogenannte âneuimperialistischeâ LĂ€nder herausgebildet. Diese These wurde erstmals 2011 vom MLPD-Vorsitzenden Stefan Engel in seinem Buch âMorgenröte der internationalen sozialistischen Revolutionâ aufgestellt. Demnach hat sich durch die Ausbreitung der kapitalistischen Produktionsweise in den âneokolonial abhĂ€ngigen LĂ€ndernâ eine nationale Bourgeoisie herausgebildet. Auch hier habe sich der Prozess der Konzentration und Zentralisation des Kapitals durchgesetzt, was in der Herausbildung einheimischer Monopole gemĂŒndet sei. Das sei die ökonomische Basis fĂŒr die Herausbildung der neuimperialistischen LĂ€nder gewesen. Die neokolonial abhĂ€ngigen LĂ€nder seien dann in die globale Reproduktion der Monopole eingebunden worden, was zu einer gegenseitigen Durchdringung der Monopole im WeltmaĂstab gefĂŒhrt habe, wobei sogenannte âĂbermonopoleâ eine besonders wichtige Rolle gespielt haben. Entscheidend fĂŒr die Herausbildung der neuimperialistischen LĂ€nder sei schlieĂlich die Entwicklung âstaatsmonopolistisch-kapitalistischer Strukturenâ gewesen, vor allem aus MilitĂ€rdiktaturen oder âbĂŒrokratisch-kapitalistischenâ LĂ€ndern, womit die Sowjetunion und VR China gemeint sind. Die BRICS und andere LĂ€nder sind ihrer Meinung nach aufgestiegen, wĂ€hrend die USA die letzte verbliebene Supermacht sei, die vor allem von China herausgefordert werde. Die imperialistische MultipolaritĂ€t vertiefe die allgemeine Krise des Kapitalismus. Der zweite neue Begriff, den die MLPD hier einfĂŒhrt, ist der des âallein herrschenden internationalen Finanzkapitalsâ. Hiermit ist nicht das gesamte Monopolkapital gemeint, denn die MLPD schreibt ausdrĂŒcklich, es gebe Teile des Monopolkapitals, die nicht zum âallein herrschenden internationalen Finanzkapitalâ gehörten und auf die dieses die Krisenlasten abwĂ€lze (MLPD-Programm, S. 18). Ăber das âallein herrschende internationale Finanzkapitalâ wird im MLPD-Programm (S. 27f) ausgefĂŒhrt, es sei âeine verschwindend kleine Schicht der Bourgeoisie, die sich aus Gruppierungen internationaler Ăbermonopole mit unterschiedlichen nationalstaatlichen Grundlagen und Bindungen zusammensetzt. Seine strategische SchwĂ€che gegenĂŒber dem vereinigten internationalen Industrieproletariat besteht darin, dass es ĂŒber keinen gemeinsamen Machtapparat verfĂŒgt. Zur Aufrechterhaltung seiner Herrschaft und zur Niederhaltung der ausgebeuteten Massen muss es sich auf die Machtorgane der einzelnen imperialistischen LĂ€nder stĂŒtzen.â Demnach wird das âallein herrschende internationale Finanzkapitalâ also als ein kollektives Subjekt verstanden, dass gemeinsam herrscht, obwohl es sich aus unterschiedlichen nationalen Gruppen des Kapitals zusammensetzt, und das Problem hat, keinen einheitlichen Weltstaat zur Absicherung seiner Herrschaft zu besitzen. Drittens verwendet die MLPD oft den Begriff der âĂbermonopoleâ. Diese werden nach unserem Wissen nirgendwo prĂ€zise definiert, sondern bezeichnen offenbar vor allem einfach die gröĂten Monopolkonzerne. So ist oft von den â500 allein herrschenden internationalen Ăbermonopolenâ die Rede, womit die 500 umsatzstĂ€rksten Konzerne der Welt gemeint sind (MLPD: Ăber die Herausbildung der neuimperialistischen LĂ€nder). Diese hĂ€tten sich durch vermehrte grenzĂŒberschreitende Fusionen und Ăbernahmen gebildet. Inwiefern Ăbermonopole und âallein herrschendes internationales Finanzkapitalâ synonym verwendet werden, ist unklar: Im MLPD-Programm heiĂt es beispielsweise, âDas allein herrschende internationale Finanzkapital ist eine verschwindend kleine Schicht der Bourgeoisie, die sich aus Gruppierungen internationaler Ăbermonopole mit unterschiedlichen nationalstaatlichen Grundlagen und Bindungen zusammensetztâ, wĂ€hrend in einer anderen Schrift ausgefĂŒhrt wird, die Ăbermonopole bildeten die FĂŒhrungsschicht des âallein herrschenden internationalen Finanzkapitalsâ (MLPD: Ăber die HerausbildungâŠ). Eine Kritik an den Analysen der MLPD stellt infrage, dass mit der EinfĂŒhrung neuer Begriffe wie âĂbermonopoleâ und âneuimperialistische LĂ€nderâ ein theoretischer Gewinn erreicht ist. Inwiefern âĂbermonopoleâ eine neue QualitĂ€t des Monopolkapitals bzw. der Aufstieg bestimmter LĂ€nder im imperialistischen Weltsystem eine neue QualitĂ€t des Imperialismus ausdrĂŒcken und deshalb eine neue Begrifflichkeit erfordern, sei fragwĂŒrdig. Eine grundsĂ€tzlichere Kritik (vgl. Philipp Kissel: EinschĂ€tzung der Programmatik der MLPD) wirft der MLPD vor, mit ihrer Analyse zu âĂbermonopolenâ und âallein herrschendem internationalem Finanzkapitalâ eine Variante der These vom âkollektiven Imperialismusâ, also letztlich der âUltraimperialismusâ-These zu vertreten, in der von einer Ablösung bestimmter Teile des Finanzkapitals von seiner nationalstaatlichen Grundlage ausgegangen wird und die WidersprĂŒche zwischen den Monopolen und ihren Staaten ausgeblendet werden. Auch im maoistischen Spektrum ist die Analyse der MLPD umstritten, allerdings werden hier andere Aspekte kritisiert: In einem Text der maoistischen Website âDem Volke Dienenâ wird argumentiert, im Gegensatz zur Theorie der neuimperialistischen LĂ€nder wĂ€re in Wahrheit die Herausbildung neuer imperialistischer LĂ€nder aufgrund der AbhĂ€ngigkeit dieser LĂ€nder vom Imperialismus ĂŒberhaupt nicht möglich. Die Theorie der MLPD leugne damit den weltweiten âHauptwiderspruch zwischen dem Imperialismus und den unterdrĂŒckten Völkern und Nationen, und damit die Rolle der unterdrĂŒckten Nationen als Sturmzentrum der proletarischen Weltrevolutionâ und vertrete damit einen chauvinistischen Standpunkt. Vertreter: MLPD. =EinschĂ€tzung der BĂŒndnisse kapitalistischer Staaten im Allgemeinen= ==GrundsĂ€tzliche Ablehnung von BĂŒndnissen zwischen kapitalistischen Staaten== Die KKE entwickelt ausgehend von der Analyse des Imperialismus als Weltsystem auch ihre Position zu den BĂŒndnissen zwischen den Staaten. Die Monopole und die politische Linie, welche sie unterstĂŒtzen, haben globalen Charakter angenommen. Die Entwicklung des Kapitalismus zum Imperialismus macht nicht vor ökonomisch schwĂ€cheren LĂ€ndern halt. So gut wie alle LĂ€nder versuchen inzwischen die Rechte der Arbeiterklasse einzuschrĂ€nken, um dem tendenziellen Fall der Profitrate entgegenzuwirken. Dies war nicht mehr nur fĂŒr wenige imperialistische Zentren wie zum Ende des 20. Jahrhunderts der Fall, sondern zum Beispiel auch fĂŒr vergleichsweise schwĂ€chere LĂ€nder in Europa, Lateinamerika und Asien. Zu diesen Zwecken können sie als strategische Entscheidung auch BĂŒndnisse mit anderen imperialistischen LĂ€ndern eingehen. Das bedeutet, dass nicht nur die EuropĂ€ische Union als BĂŒndnis imperialistischer Staaten bewertet wird, sondern auch BĂŒndnisse wie ASEAN, die Shanghai Cooperation Organization, BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, SĂŒdafrika) und Mercosur. In diesen BĂŒndnissen gibt es immer noch weitentwickelte Staaten an der Spitze der Pyramide, jedoch implementieren auch die Staaten auf niedrigerer Stufe imperialistische Politik und ihre Kapitalisten können zu einem regionalen Machtpol fĂŒr ökonomisch-militĂ€risch stĂ€rkere Staaten in den jeweiligen BĂŒndnissen werden. Sie tragen Entscheidungen zum Angriff auf die Arbeiterklasse, die innerhalb der BĂŒndnisse getroffen werden, mit. Ihre Kapitalistenklasse profitiert von den AbsatzmĂ€rkten, welche die Zusammenarbeit eröffnet, ob innerhalb oder auĂerhalb der BĂŒndnisse. Dies passiert sowohl unter sozialdemokratischen als auch liberalen Regierungen. Die KKE betont, dass trotz dieser strategischen Allianzen die ungleiche Entwicklung und (wechselseitige) AbhĂ€ngigkeiten zwischen diesen LĂ€ndern weiterhin fortbestehen. Diese basieren weiterhin auf der ökonomisch-militĂ€rischen StĂ€rke der einzelnen Staaten, daher auch das Bild der Pyramide mit verschiedenen Ebenen. Die zwischenimperialistischen WidersprĂŒche stellen die BĂŒndnisse der Imperialisten immer potenziell infrage. Es handelt sich dabei somit nicht um stabile Vereinigungen, sondern um temporĂ€re BĂŒndnisse, die, selbst wenn sie strategischen Charakter haben, anfĂ€llig dafĂŒr sind, durch Krisen und zwischenstaatliche Konflikte wieder aufgelöst zu werden. ==Die These der âmultipolaren Weltordnungâ und des âobjektiv antiimperialistischenâ Charakters von Russland und China== Ausgangspunkt sind die ökonomischen Verschiebungen im imperialistischen System, wobei sich die FĂŒhrungsrolle der USA zugunsten anderer MĂ€chte relativiert hat. Diese VerĂ€nderungen werden als Ăbergang von einer âunipolaren Weltordnungâ durch die USA zu einer âmultipolaren Weltordnungâ mit mehreren Zentren interpretiert. Von Teilen der Friedensbewegung und auch Teilen des marxistischen Spektrums wird diese Entwicklung als positiver Trend zu einer ausgeglicheneren und friedlicheren Weltpolitik interpretiert, da die SpielrĂ€ume der USA bei der DurchfĂŒhrung imperialistischer Aggressionen sich dadurch einengen. Als âimperialistischâ werden demnach vor allem die USA und NATO-Staaten verstanden, die sich in alle anderen Staaten einmischen und ihre Entwicklung bremsen wollen. Der Bedeutungszuwachs Russlands und Chinas oder generell neuer aufstrebender MĂ€chte in der Weltpolitik wird hingegen als positiv eingeschĂ€tzt. Die Charakterisierung Russlands und Chinas kann dabei variieren, hĂ€ufig findet sich jedoch folgende EinschĂ€tzung: Russland wird von Teilen der DKP, u.a. auch dem Parteivorstand, als kapitalistisch, aber nicht imperialistisch eingeschĂ€tzt. BegrĂŒndet wird dies damit, dass Russland keinen groĂen Kapitalexport abgesehen von Rohstoffkonzernen habe und eine auf Ausgleich orientierte AuĂenpolitik betreibe, die den westlichen imperialistischen Bestrebungen objektive Hindernisse in den Weg stelle. Beispielsweise bezeichnet der internationale SekretĂ€r der DKP GĂŒnter Pohl in einem Redebeitrag auf dem 20. Internationalen Treffen der Kommunistischen und Arbeiterparteien die AuĂenpolitik Russlands in Syrien und der Ukraine als âobjektiv antiimperialistischâ (http://solidnet.org/article/20-IMCWP-Written-Contribution-of-German-CP/ ) Nach einer anderen Variante dieser Auffassung erfĂŒllt Russland ökonomisch die Kriterien fĂŒr ein imperialistisches Land, spiele weltpolitisch aber dennoch eine positive Rolle. China wird von groĂen Teilen der DKP und dem Parteivorstand als Land mit sozialistischer Orientierung verstanden, das ebenfalls im Widerspruch zum imperialistischen Streben der NATO-Staaten stehe und versuche, international den Frieden zu wahren sowie auf Kooperation und die Einhaltung des Völkerrechts zu drĂ€ngen. Die AuĂenpolitik Russlands und Chinas ist somit laut dieser Imperialismusanalyse objektiv im Interesse der Arbeiterklasse und des Kampfes fĂŒr den Frieden. Dies zeigt, dass die Diskussion um den Klassencharakter von Russland und China eng mit der Debatte zur Imperialismusanalyse verbunden ist. Kritiker dieser Positionen werfen ihr vor, dass, indem der Imperialismus nicht als Weltsystem verstanden und damit faktisch vom Kapitalismus getrennt wird, eine Ă€hnliche Trennung zwischen Ăkonomie und Politik stattfindet, wie sie schon Lenin gegenĂŒber Kautsky kritisiert hatte. Demnach werde der imperialistische Charakter eines Landes hauptsĂ€chlich daran festgemacht, ob dieses Land militĂ€risch aggressiv auftritt, anstatt von der Position innerhalb der internationalen imperialistischen Hierarchie und kapitalistischen Arbeitsteilung auszugehen. Vertreter: Beate Landefeld, Willi Gerns, weitere Teile der DKP. Freidenker, Andreas Wehr, Rotfuchs, Z Zeitschrift marxistische Erneuerung, teilweise Zeitschrift Sozialismus, Teile der Friedensbewegung =EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Union= Umstritten ist teilweise, ob es sich bei der EU um ein BĂŒndnis imperialistischer Staaten handelt, die sich zusammengeschlossen haben, um mit den gröĂten wirtschaftlichen MĂ€chten wie der USA, China und Japan mithalten und die Arbeiterklassen ihrer LĂ€nder effektiver ausbeuten zu können; oder ob es sich zumindest in AnsĂ€tzen um einen neu entstehenden supranationalen oder transnationalen Staat handelt. Die meisten Parteien, die sich als marxistisch-leninistisch verstehen, vertreten den erstgenannten Standpunkt. Die Partei der Arbeit Belgiens (PvdA/PTB) versteht die EU hingegen als einen âim Aufbau befindlichen europĂ€ischen Staatâ, wobei es zwischen dem Imperialismus des âim Aufbau befindlichen europĂ€ischen Staatesâ und dem des Nationalstaates keinen qualitativen Unterschied gebe. (Contribution of the Workersâ Party of Belgium, European Conference of Communist Parties, BrĂŒssel 1.-2. Oktober 2012). Auch geschichtlich waren die VorlĂ€ufer der EU nach Ansicht der meisten KPen vor allem als Gegenpol zum Sozialismus konstruiert. Die EGKS, EWG und die an den zwischenstaatlichen WidersprĂŒchen gescheiterte EuropĂ€ische Verteidigungsgemeinschaft hatten zum Zweck, den Kapitalismus in Westeuropa wiederaufzubauen und in eine klare Frontstellung gegen die Sowjetunion und das sozialistische Lager zu bringen. Doch auch nach dem Sieg der Konterrevolution vertritt die EU weiterhin Monopolinteressen. Dies drĂŒckt sich beispielhaft in Haushalts- und Verschuldungsvorgaben, Privatisierungen, freiem Kapital- und Personenverkehr sowie Bestrebungen zur AufrĂŒstung (PESCO) und Aufstellung einer europaweiten Armee aus. AuĂenpolitisch beteiligt sich die EU folgerichtig an Kriegen auf der ganzen Welt, unter dem Deckmantel von "humanitĂ€ren" EinsĂ€tzen, wĂ€hrend sie die vor Krieg flĂŒchtenden Menschen um jeden Preis von ihren AuĂengrenzen fernhĂ€lt (Frontex, Abkommen mit der TĂŒrkei, unmenschliche Lager in den Maghreb-Staaten). Diese Erscheinungen der reaktionĂ€ren Politik der EuropĂ€ischen Union sind nach Auffassung der sich auf den Marxismus-Leninismus beziehenden Parteien nicht Anzeichen einer Fehlentwicklung, sondern nur ein Ausdruck ihres grundsĂ€tzlichen imperialistischen Charakters. Demnach ist die EuropĂ€ische Union auch nicht reformierbar, sondern muss ĂŒberwunden werden um eine fortschrittliche europĂ€ische Politik durchzusetzen. Die EU mag demnach ihre einzelnen Staaten zwar oberflĂ€chlich vereinen, tatsĂ€chlich bestehen aber die imperialistischen WidersprĂŒche zwischen ihnen weiterhin. Daher ist die EU auch kein stabiles BĂŒndnis, sondern schlieĂt das Aufbrechen dieser temporĂ€ren Allianz mit ein. Die ungleiche Entwicklung welche kapitalistische Staaten durchlaufen zeigt sich unter anderem in dem VerhĂ€ltnis der einzelnen EU-Staaten zueinander und ihrer Position im BĂŒndnis selbst. Die Politik der EU wird dabei maĂgeblich von den wirtschaftlich stĂ€rksten Mitgliedsstaaten, vor allem Deutschland und Frankreich, bestimmt. Umstritten ist, ob die EU die schwĂ€cheren Mitgliedsstaaten ihrer nationalen SouverĂ€nitĂ€t beraubt und somit zu abhĂ€ngigen LĂ€ndern macht, oder ob auch die schwĂ€cheren Staaten sich bewusst fĂŒr die Mitgliedschaft in der EU entschieden haben, weil dies den Interessen der Bourgeoisie dieser LĂ€nder entspricht. Die KP Portugals (PCP) schĂ€tzt ein, dass Portugal in der EU ein abhĂ€ngiges Land geworden ist und dass folglich der Kampf um nationale UnabhĂ€ngigkeit eine wichtige Losung des Klassenkampfes sei. Die KP Griechenlands betont hingegen, dass auch die ökonomisch schwĂ€cheren LĂ€nder ĂŒber eine eigene Bourgeoisie verfĂŒgen und die Politik dieser Staaten die Interessen der heimischen Bourgeoisie ausdrĂŒckt und nicht etwa fremde Kapitalinteressen. Somit sei es eine bewusste Entscheidung beispielsweise des griechischen Kapitals gewesen, der EU und dem Euro beizutreten und dabei Teile der nationalen SouverĂ€nitĂ€t aufzugeben, weil sich dadurch neue Möglichkeiten der Expansion und Verfolgung ihrer Profitinteressen ergeben hĂ€tten. Daher sei die Forderung nach nationaler UnabhĂ€ngigkeit irrefĂŒhrend, stattdessen mĂŒsse der Kampf gleichzeitig gegen das auslĂ€ndische und inlĂ€ndische Kapital gefĂŒhrt werden. Die Frage des EU-Austritts ist unter den kommunistischen Parteien ebenfalls umstritten. So vertritt beispielsweise die KP Portugals die Forderung nach einem Austritt Portugals aus der EU auch unter kapitalistischen Bedingungen, als Schritt zu einem lĂ€ngeren Prozess der Transformation hin zu einer âFortgeschrittenen Demokratieâ und schlieĂlich zum Sozialismus. Die KKE vertritt hingegen die Position, dass die Losung nach der Herauslösung Griechenlands aus der EU im Zusammenhang mit der Losung der Volksmacht (d.h. des Sozialismus) aufgestellt werden muss, da sie sonst auf die Illusion hinauslĂ€uft, dass der Kapitalismus im nationalstaatlichen Rahmen eine Lösung sein könnte. Die Partei der Arbeit Belgiens vertritt eine dritte Position: Sie lehnt zwar die Vorstellung eines âanderen Europasâ unter kapitalistischen Bedingungen ab, schlieĂt aber auch die Möglichkeit einer sozialistischen Revolution nur in einem Land aus. Eine sozialistische Revolution mĂŒsse es mindestens auf einem Teil des europĂ€ischen Kontinents gleichzeitig geben. Deshalb mĂŒssten schon jetzt die KlassenkĂ€mpfe in den europĂ€ischen LĂ€ndern miteinander koordiniert und unter gemeinsame Losungen gestellt werden (bspw. der Forderung nach einer âMillionĂ€rssteuerâ). SchlieĂlich gibt es viertens die Position von â[[Eurokommunistische Staatsauffassung|eurokommunistischen]]â und sozialdemokratischen Parteien (KP Ăsterreichs, Rifondazione Comunista in Italien usw.), die statt einer Zerschlagung der EU eine Reform ihrer Institutionen in eine soziale und ökologische Richtung fĂŒr möglich halten. Die unterschiedlichen taktischen und strategischen Herangehensweisen zur EU stellen sich als Spaltung der europĂ€ischen kommunistischen Bewegung dar. So gab es bei der EU-Wahl 2019 zwei verschiedene Wahlaufrufe, wobei wenige Parteien beide Aufrufe unterzeichneten, wĂ€hrend im Wesentlichen die KPen Europas durch die beiden Aufrufe in zwei sichtbare Lager unterteilt wurden: Ein von der zypriotischen AKEL initiierter Aufruf, der unter anderem unterschrieben von der DKP und Die Linke, aber auch der KP Portugals (PCP) und der Partei der Arbeit Belgiens (PTB/PvdA) unterschrieben wurde; und ein Aufruf der Initiative der kommunistischen und Arbeiterparteien, der von der Initiative der kommunistischen und Arbeiterparteien formuliert wurde und von KPen wie der Kommunistischen Partei der TĂŒrkei, der KKE, der PC aus Italien, oder der KP der Arbeiter Spaniens (PCTE) unterschrieben wurde. Der Aufruf der AKEL bezeichnet die EU nicht als imperialistisch und benennt auch nicht den Sozialismus als Ziel. Darin heiĂt es âEin anderes Europa ist möglich, notwendig und zeitgemĂ€Ăer als je zuvor. Ein anderes Europa â ein Europa, das den Arbeitern und Völkern und ihren BedĂŒrfnissen dienen wird â kann durch einen radikalen Wandel der Grundlagen, auf denen die EU aufbaut, erreicht werden.â (AKEL: Joint Appeal 2019 European Elections, https://www.solidnet.org/article/AKEL-Joint-Appeal-2019-European-elections/ ). Somit wird eine Reform der grundlegenden Institutionen der EU als möglich eingeschĂ€tzt. Dies widerspricht allerdings gleichzeitig den programmatischen EinschĂ€tzungen einiger der unterzeichnenden Parteien. Der Aufruf der âInitiativeâ analysiert im direkten Gegensatz dazu die EU als imperialistisches Zentrum und âInstrument des europĂ€ischen GroĂkapitals, seine Profite zu erhöhen und seine Herrschaft zu garantierenâ. Alle Erwartungen, die EU in eine Richtung zu reformieren, die den Interessen der Völker entspricht, seien illusorisch (âAppeal of Communist and Workersâ Parties of Europe fort he European Elections of May 2019â, https://www.initiative-cwpe.org/en/news/Appeal-of-Communist-and-Workers-Parties-of-Europe-for-the-European-Elections-of-May-2019-For-the-strengthening-of-the-workers-peoples-struggle-against-capitalist-exploitation-and-European-Union-For-a-Europe-of-the-peoples-of-socialism/)- Die Position eines âdemokratischen Neustartsâ der EU wird in Deutschland vor allem von der Partei Die Linke und dem Democracy in Europe Movement 2025 (DiEM25) vertreten. Sie beziehen sich positiv auf die "europĂ€ische Idee" und grundsĂ€tzlich auch auf die EuropĂ€ische Union. Die EuropĂ€ische Union hat es demnach geschafft, die verschiedenen europĂ€ischen Kulturen nĂ€her zusammenzubringen, sie hat den Nationalismus eingedĂ€mmt, Grenzen abgeschafft und nach den zwei Weltkriegen fĂŒr Frieden in Europa gesorgt. Den positiven Bezug zur EuropĂ€ischen Union grenzen sie zu rechten, euroskeptischen und nationalistischen Bestrebungen ab. Kritik an der EU, welche ihre Reformierbarkeit bezweifelt, wird pauschal als rechts und reaktionĂ€r aufgefasst. Ausgehend von dieser Bewertung der EU stellen diese opportunistischen und sozialdemokratischen Parteien in ihrer tatsĂ€chlichen Politik eine Fehlentwicklung fest. Die EU rĂŒstet auf, beschlieĂt AusteritĂ€tspolitik und Privatisierungen und stellt die Teilnehmerstaaten in direkte ökonomische Konkurrenz. Auf dieser Grundlage formulieren diese Bewegungen ihre Kritik an ihr. Um die EU vor Nationalismus, âunmoralischenâ Konzernen und ĂŒbermĂ€Ăiger âBĂŒrokratieâ zu retten, sei ein "Neustart" und eine Reform hin zu mehr Demokratie nötig. Die EuropĂ€ische Union und ihre Politiker sollen demnach nicht mehr den Banken, Konzernen und MillionĂ€ren, sondern allen Menschen dienen. Frieden, bessere Löhne und Umweltschutz sollen mit Hilfe demokratischer Reformen fĂŒr mehr BĂŒrgerbeteiligung umgesetzt werden. Dies soll auf dem momentanen GrundgerĂŒst der EuropĂ€ischen Union unter der FĂŒhrung der sozialdemokratischen Parteien im Europaparlament passieren. Mit einer KrĂ€fteverschiebung im Parlament soll also ein grundlegender Wechsel der Ausrichtung der EuropĂ€ischen Union erfolgen, mit dem Ziel, die Union als Ausdruck eines geeinten Europas zu erhalten. =Bezug zu den Grundannahmen= Die grundlegende Auseinandersetzung in dieser Frage ist das VerhĂ€ltnis der Ăkonomie zur Politik. Hierzu sollten die Grundannahmen zum historischen Materialismus und insbesondere die Passagen aus Engels' Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft herangezogen werden. Eine der zentralen VerĂ€nderungen des Imperialismus, im Vergleich zum Kapitalismus der freien Konkurrenz, ist die enorme Akkumulation von Kapital und die damit verbundene Bildung der Monopole. Ebenso charakterisierend ist die Entstehung des Finanzkapitals und der Finanzoligarchie sowie die zunehmende Bedeutung des Kapitalexports. Diese ökonomischen Kriterien des Imperialismus entstehen aus dem Kapitalismus der freien Konkurrenz und sind nicht davon zu trennen. FĂŒr diese Fragen sind zum einen die Grundannahmen aus Marx' Kapital, 1. Band zur Kapitalakkumulation, sowie aus dem 3. Band zur Rolle des Kredits und der Börse als Literatur heranzuziehen. In Lenins Imperialismusschrift sind vor allem die Kapitel zur Entstehung der Monopole und zum Kapitalexport wichtig. Zu den ökonomischen Grundlagen des Imperialismus und dem Zusammenhang mit der Neuaufteilung der Welt ist Lenins Imperialismusschrift, hier vor allem die Passagen aus dem V. bis IX. Kapitel, bedeutend. In der Auseinandersetzung spielt die EinschĂ€tzung einzelner Staaten im Imperialismus eine wichtige Rolle. Dazu sollten vor allem die Grundannahmen des Dissens zum Imperialismus als Weltsystem herangezogen werden. Nur durch die korrekte Herleitung des Klassencharakters der Staaten kann der Charakter ihrer BĂŒndnisse bewertet werden. Alle Grundannahmen zu Lenins Imperialismusschrift sind wichtig, jedoch vor allem die Kapitel zur Aufteilung der Welt unter den KapitalistenverbĂ€nden und GroĂmĂ€chten. Die EinschĂ€tzung imperialistischer BĂŒndnisse ist untrennbar mit der (Neu-)Aufteilung der Welt unter den imperialistischen Polen verbunden. Des Weiteren stellt das Kapitel zum Kapitalexport eine wichtige Grundlage zur Bewertung der Institutionen einzelner LĂ€nder und imperialistischer BĂŒndnisse dar. =Wie wollen wir den Dissens klĂ€ren?= Empirisch muss die Analyse des Weltmarktes und seiner Herrschaftsstrukturen, der weltweiten Kapital- und WarenflĂŒsse und darin begrĂŒndeten (gegenseitigen) AbhĂ€ngigkeiten geleistet werden. Auf der theoretischen Ebene muss die ökonomische Basis des Imperialismus herausgearbeitet werden â Konzentration von Kapital fĂŒhrt zum Monopol. Bearbeitet werden muss die Frage, ob Kapitalismus und Imperialismus zu trennen sind, sprich ob ein ânicht-imperialistischerâ Kapitalismus möglich ist. Damit zusammen hĂ€ngt die theoretische Darlegung des Zusammenhangs von ökonomischer Basis und politischem Ăberbau, in welchem VerhĂ€ltnis die beiden zueinander stehen und welche Auseinandersetzungen es bereits zu dieser Frage gab(Lenin/Kautsky gehört dazu). Argumentativ muss hier auf die Annahme eingegangen werden, dass eine Ordnung der Kooperation und Vernunft innerhalb des Imperialismus möglich ist. In diesem Zusammenhang sollte auch auf das Argument aufgegriffen werden, dass die Anti-Hitler-Koalition ein Vorbild sei. Auf der empirischen Ebene muss das Argument untersucht werden, dass wĂ€hrend der Existenz des Sozialismus einige LĂ€nder vorĂŒbergehend anders agieren konnten. Dies wird auf heute ĂŒbertragen, um zu behaupten, dass eine solche Entwicklung möglich wĂ€re. Eine empirische Untersuchung der Entwicklung dieser LĂ€nder (Indien zeitweise, Ăgypten ect.) ist hier notwendig. Neben der theoretischen KlĂ€rung des Imperialismusbegriffs zur Bewertung einzelner LĂ€nder muss auch die Rolle von BĂŒndnissen kapitalistischer Staaten geklĂ€rt werden. Hierbei ist die Frage essentiell, ob kapitalistische Staaten und ihre BĂŒndnisse antiimperialistisch sein können, wenn sie sich gegen bestimmte imperialistische Pole richten. In diesem Zusammenhang ist auch die multipolare Weltordnung kritisch zu beleuchten. Auf der empirischen Ebene muss die Politik der EuropĂ€ischen Union und ihre Entwicklung nachvollzogen werden, um Behauptungen wie die des "Friedensprojekts Europa" bewerten zu können. Eine wichtige Rolle spielt hier auch ihre Einwirkung auf die einzelnen Nationalstaaten, sowie die Einflussnahme einzelner Staaten auf die Union als Ganzes. Auf der Basis einer Klassenanalyse mĂŒssen belastbare Aussagen ĂŒber den Charakter der EuropĂ€ischen Union, der WĂ€hrungsgemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten getroffen werden. Dazu gehört auch die Frage ihrer Reformierbarkeit, also ob ihre politischen Institutionen und deren Wirken nur aufgrund falscher Interessenvertretung fehlgeleitet ist, oder ob dies ein notwendiges Resultat ihres Klassencharakters und grundlegendem Aufbau ist ([[Basis - Ăberbau|Basis/Ăberbau]]). Ausgehend von dieser Analyse und vor allem in Anbetracht des Brexits muss auf Argumente fĂŒr und gegen einen Austritt aus der EU eingegangen werden. Untersucht werden muss der Klassencharakter, die ökonomische Basis von Russland, China und weiteren LĂ€ndern, sowie ihre Position in der Weltwirtschaft und ihr politisches VerhĂ€ltnis. SchlieĂlich muss auf der Grundlage der Analyse der internationalen AbhĂ€ngigkeiten auch die Frage der nationalen Befreiung bearbeitet werden: Unter welchen Bedingungen kann ein nationaler Befreiungskampf sinnvollerweise gefĂŒhrt werden und mit welchen zentralen Parolen und Forderungen? Diese und zukĂŒnftige Aufgaben und offene Fragen werden wir hier sammeln. =Was steht zu diesem Dissens in den Programmatischen Thesen?= AuszĂŒge aus unseren programmatischen Thesen zur Frage der Imperialismusanalyse: {{Zitat |Der ökonomische Kern des Imperialismus ist das Monopol. Der heutige Kapitalismus ist dominiert vom Monopolkapital, das sich durch die Konzentration und Zentralisation des Kapitals herausgebildet hat. Dieser Wesenszug bestimmt die gesamte Epoche, in der wir leben. Im Imperialismus ist der Drang zum internationalen Kapitalexport enorm erhöht.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 8)}} {{Zitat |Die These eines âkollektiven Imperialismusâ, wonach sich die zwischenimperialistischen WidersprĂŒche tendenziell abschwĂ€chen wĂŒrden und es zur gemeinschaftlichen Ausbeutung der Welt durch die verbĂŒndeten imperialistischen Zentren kĂ€me, ist lediglich eine Neuauflage der âUltraimperialismusâ-These des Revisionisten Karl Kautsky, die bereits Lenin widerlegt hat. Diese These ist heute so falsch wie damals. Auch eine sogenannte âmultipolare Weltordnungâ, in der neben den USA und der EU weitere Zentren die Weltordnung bestimmen, ist nur Ausdruck der ungleichmĂ€Ăigen Entwicklung des Kapitalismus und sich verĂ€ndernder KrĂ€fteverhĂ€ltnisse. Eine Hoffnung auf eine friedlichere Welt liegt darin nicht.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 9)}} {{Zitat |Der Kapitalismus entwickelte sich in engem Zusammenhang mit den entstehenden Nationalstaaten. Die Entstehung zusammenhĂ€ngender nationaler BinnenmĂ€rkte, vereinheitlichter WĂ€hrungen und anderer notwendiger Voraussetzungen ermöglichten erst die Kapitalakkumulation in erweitertem MaĂstab. Im Imperialismus ist die Aufteilung der Welt unter die imperialistischen Zentren abgeschlossen, aber die kapitalistische Entwicklung bringt stĂ€ndige KĂ€mpfe der Kapitale und ihrer Nationalstaaten um die Neuaufteilung hervor.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 9)}} {{Zitat |LĂ€nger existierende zwischenstaatliche BĂŒndnisse, wie die EU, sind BĂŒndnisse imperialistischer LĂ€nder zur besseren Durchsetzung ihrer weltpolitischen Interessen. Sie sind durch stĂ€ndige Konkurrenz unter den Mitgliedern, ungleichmĂ€Ăige Entwicklung und die Gefahr des Auseinanderbrechens gekennzeichnet. Sie können nur zeitweise existieren und werden frĂŒher oder spĂ€ter zerbrechen, sie sind keine neu entstehenden supranationalen Staaten. Die EU ist ein imperialistisches BĂŒndnis unter deutscher FĂŒhrung mit maĂgeblicher Beteiligung Frankreichs. Sie ist von ihrem Wesen her gegen die Arbeiterklasse gerichtet und ein reaktionĂ€res Gebilde, dass vor allem dem Monopolkapital bessere Herrschafts- und Ausbeutungsbedingungen gegenĂŒber der Arbeiterklasse sowie eine verbesserte Position im weltweiten Konkurrenzkampf sichern soll. Der Kampf gegen die EU ist notwendiger Bestandteil des Kampfes der Arbeiterklasse in Deutschland, so-wie in allen MitgliedslĂ€ndern dieses BĂŒndnisses.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 9)}} {{Zitat |[...] Staaten, in denen (monopol-)kapitalistische VerhĂ€ltnisse bestehen, wie etwa China, können keinen antiimperialistischen Charakter annehmen.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 10)}} {{Zitat |Es ist falsch, bestimmten, relativ unterlegenen imperialistischen Polen innerhalb dieses Systems eine prinzipielle FriedensfĂ€higkeit oder fortschrittliche Rolle zuzuschreiben. Die fatale Konsequenz aus solchen FehleinschĂ€tzungen ist, dass die Arbeiterklasse sich unter der Fahne fremder Interessen, nĂ€mlich des einen oder anderen imperialistischen Pols sammelt.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 10)}} {{Zitat |Der antiimperialistische Kampf muss sich deshalb gegen das Kapital und das kapitalistische System als Grundlage des Imperialismus richten. Als Kommunisten in Deutschland sehen wir den deutschen Imperialismus, d.h. die deutsche Monopolbourgeoisie und ihren Staat als unseren Hauptgegner an. Wir kĂ€mpfen aber Seite an Seite mit unseren Genossen auf der ganzen Welt gegen den Imperialismus als Ganzes, als weltweites System. Besonders hervorzuheben sind daher auch die EU als imperialistisches BĂŒndnis, die aufstrebenden Ăkonomien der BRICS-Gruppe und der US-Imperialismus als nach wie vor militĂ€risch gefĂ€hrlichster imperialistischer Pol der Welt.| (Kommunistische Organisation, Programmatische Thesen, 2018, S. 10)}} =Literatur zum Thema= Aufruf der AKEL und weiterer KPen zur Europawahl 2019: http://www.solidnet.org/article/AKEL-Joint-Appeal-2019-European-elections/ Aufruf der Initiative kommunistischer und Arbeiterparteien zur Europawahl 2019: https://www.initiative-cwpe.org/en/news/Appeal-of-Communist-and-Workers-Parties-of-Europe-for-the-European-Elections-of-May-2019-For-the-strengthening-of-the-workers-peoples-struggle-against-capitalist-exploitation-and-European-Union-For-a-Europe-of-the-peoples-of-socialism Die Linke: Wahlprogramm zur Europawahl 2019: https://www.die-linke.de/europawahl/wahlprogramm/ DKP: Programm der DKP zur EU-Wahl 2019: http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2018/12/programm-der-dkp-zur-eu-wahl-2019/ Gerns, Willi: Das Putinsche Russland, in: Marxistische BlĂ€tter 1-15. 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